Kettenbrief von „Momo“ verunsichert Kinder und Eltern

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Ein Kettenbrief sorgt für Unruhe: Fiktive Figur „Momo“ droht Kindern per WhatsApp und ruft zum Weiterleiten auf. Iren Schulz, Mediencoach der Initiative „SCHAU HIN!" klärt über den richtigen Umgang mit solchen Nachrichten auf.

Ein Maedchen sitzt in einem dunklen Zimmer und schaut auf ihr Smartphone
Tony Lam Hoang/Unsplash

NutzerInnen auf WhatsApp erhalten häufig Kettenbriefe, die durch Inhalt und Ansprache persönlich wirken. Manchmal sind es relativ harmlose Nachrichten, die nur zum Weiterleiten eines Textes auffordern. Andere verleiten die EmpfängerInnen durch Gewinnspiele oder Virenwarnungen dazu, schädliche Links anzuklicken. Oft können Kettenbriefe gruselige Geschichten beinhalten und sollen an FreundInnen und Bekannte weitergeschickt werden, um beispielsweise ein Unglück zu verhindern. „Auf junge und unerfahrene NutzerInnen wirken solche Nachrichten eventuell verstörend oder bedrohlich. Besonders Kettenbriefe wie der von ‚Momo‘ können Kindern Angst machen“, sagt Iren Schulz, Mediencoach der Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“.

Seit wenigen Wochen werden NutzerInnen über WhatsApp von der fiktiven Figur „Momo“ aufgefordert, eine Nachricht weiterzuleiten – sonst würde „Momo“ sie nachts aufsuchen. Andere Botschaften drohen indirekt sogar mit dem Tod. Insbesondere Kinder und Jugendliche reagieren verunsichert. „Das Gruselfoto des vermeintlichen Absenders in Kombination mit dem Text ängstigt junge Menschen auch deshalb, weil die Kommunikation mit dem Smartphone zum Beispiel über WhatsApp eine Nähe und Unmittelbarkeit zwischen Sender und Empfänger erzeugt“, erläutert Schulz.

Kettenbriefe werden bewusst verbreitet, um andere zu erschrecken.

Mediencoach Iren Schulz

Kettenbriefe einfach löschen

Die Medienpädagogin rät dazu, solche und andere Kettenbriefe einfach zu löschen. Eltern können ihren Kindern bei Nachrichten von „Momo“ und anderen unheimlichen Botschaften die Angst nehmen. „Der beste Weg ist Aufklären: Kettenbriefe werden bewusst verbreitet, um andere zu erschrecken. Es passiert nichts, wenn Kinder die Nachricht nicht weiterleiten und sie stattdessen löschen.“ Durch das Nicht-Weiterleiten wird das Kind sogar zum Helfer: „Durchbricht es die Kette, schützt es FreundInnen vor unangenehmen Erfahrungen“, so Schulz.

Kettenbriefe wie die von „Momo“ sind für Eltern außerdem ein guter Anlass, mit ihrem Kind grundsätzlich über die verschiedenen Arten von Kettenbriefen zu sprechen, deren Mechanismen zu durchleuchten und zu versichern, dass Ignorieren und Löschen die beste Reaktion ist.

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