KiKA-Themenschwerpunkt „Respekt für meine Rechte! –Abenteuer digital“

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KiKA-Programmgeschäftsführerin Dr. Astrid Plenk im Gespräch mit SCHAU HIN! über den Themenschwerpunkt 2018.

Drei Fernbedienungen liegen auf einem Tisch, eine Kinderhand berührt eine davon
Kelly Sikkema/Unsplash

Der Themenschwerpunkt dieses Jahr lautet: „Respekt für meine Rechte – Abenteuer digital“. Was genau ist darunter zu verstehen?


Kinder erleben die Welt heute nicht nur durch die direkte Erfahrung. Virtuelle Erlebniswelten erweitern ihren Alltag. Spielen und Entspannen, mit Freunden und der Familie reden, in der Schule lernen und Neues erfahren, stehen neben Smartphone und der immer stärker werdenden Prägung durch virtuelle Muster. Gleichzeitig stellen wir fest, dass Kinder das integrieren, was wir Erwachsene noch trennen. Es gibt für sie keine „gute“ echte Wirklichkeit und eine „unerwünschte“ virtuelle.

Also „Abenteuer digital“?

Die Online-Welt ist ein nahezu unerschöpflicher Raum für Teilhabe, Mitgestaltung und Wissen. Kinder zu befähigen, damit umzugehen, ist das zentrale Thema für Eltern und Pädagog*innen – aber auch für die Kinder selbst. Alle Kinderrechte sind von diesem komplexen Sachverhalt betroffen. Wie gehen Kinder mit diesem Verlust an Unmittelbarkeit und direkter sinnlicher Erfahrung um? Wo erleben sie die neuen Wirklichkeiten als Chance und wo entsteht für sie ein Risiko? Wir haben nachgefragt und lassen Kinder zu Wort kommen. Kinder sollen selbstbestimmt und unbeschadet in der durchdigitalisierten Welt navigieren können. Unsere Programme unterstützen und stärken sie dabei.

Warum hat der KiKA das diesjährige Thema gewählt?

Unsere jährlichen Themenschwerpunkte ermöglichen über eine weite Programmstrecke hinweg und eine vertiefende Onlinepräsenz die Aufbereitung komplexer Themen. Sie folgen der Formel, gesellschaftlich relevante Themen so aufzubereiten, dass Kindern eine differenzierte Einordnung und Meinungsbildung möglich wird. Denn wir alle leben in einer vernetzten, globalisierten und komplizierten Welt, die man verstehen muss, um sich in ihr zurechtzufinden.

Wie bereiten Sie diese aktuellen Fragen auf?

Die Form der Sonderprogrammierung haben wir vor einigen Jahren anlässlich des 25. Jubiläums der Kinderrechtskonvention konzipiert und brechen seitdem jährlich unser Regelschema für Themen wie „Kinderarmut“, „Umweltschutz“ oder „Kulturelle Toleranz“ auf. Ausgezeichnet wurden wir dafür 2015 mit dem Titel „Bildungsbotschafter“ des didacta-Verbandes.

Warum ist das Thema „Kinder und Medien“ so wichtig?

Ganz gleich ob zuhause, bei Freunden, in der Schule, ob am SmartTV, PC, Tablet, Handy oder an der Spielkonsole, Kinder nutzen und konsumieren immer früher Medien. Die Faszination treibt sie in die große digitale Welt und das ist nicht immer ohne Risiko. Sie hier zu sensibilisieren, sie in ihren Kompetenzen zu stärken und reflektierten Umgang zu fördern, ist uns ein wichtiges Ziel. Und darum ist Digitalisierung ein relevantes Thema für den Kinderkanal von ARD und ZDF.

Gibt es Sendungen, die die ZuschauerInnen auf keinen Fall verpassen sollten?

Mit „Digiclash: Der Generationen-Contest“, einem überaus interessanten Rollentausch zwischen internetbegeisterten Jugendlichen und skeptischen SeniorInnen, sind wir gestartet. Man darf gespannt sein, wie so manche Aufgaben „digital“ oder „real“ gelöst werden. Aber auch Gaming, Handys in der Schule, junge InfluencerInnen, Selbstdarstellung in den sozialen Netzwerken, selbstfahrende Autos oder künstliche Intelligenz sind Themen, die „Wissen macht Ah!“, „PUR+“ oder „neuneinhalb“ aufgreifen.
Besonders zentral ist in diesem Jahr „Timster“´, unser Medien-Magazin. In vier Live-Sendungen werden die jeweiligen Wissensthemen aufgegriffen. Mit der Beteiligungsaktion „Mein Klick – mein Recht“ gehen wir außerdem der Frage nach, wie es um die Kinderrechte im digitalen Raum bestellt ist. Wer möchte, kann diese und noch mehr Informationen auf kika.de finden und Sendungen bald über den „KiKA-Player“, unsere Mediathek-App, zeitversetzt oder mehrmals schauen.

Zielgruppe sind Kinder – wie sieht es bei dem Themenschwerpunkt mit den Eltern aus?

Eltern sind für uns wichtige Partner – ihnen und medieninteressierten PädagogInnen bieten wir umfangreiches Begleitmaterial. Wir möchten sie in ihrer Medienerziehung unterstützen und haben dazu ein breites Informationspaket auf kikafuererwachsene.de hinterlegt. Hier finden sie Hintergrundinformationen und Handlungsempfehlungen zu ausgewählten Sendungen, um Inhalte für Kinder optimal einordnen und vermitteln zu können.

Haben Sie den Eindruck, dass dieses wichtige Thema bei den Erwachsenen schon angekommen ist?

Wir stehen über Kommunikationsplattformen, Produktionen und Besuche im regelmäßigen Austausch mit Eltern und PädagogInnen. Zuhause, in der Freizeit oder in Schulen – digitale Annehmlichkeiten sind omnipräsent. Sei es das Tablet für unterwegs, ein Smartphone zur Kommunikation, die App zum Spielen, der Computer zum Lernen oder die Konsole zum Daddeln. Aber wann ist welches Gerät in welchem Alter richtig, welche Inhalte sind gut und wie schützt man vor Mobbing und Datenmissbrauch? Wieviel darf ich im Austausch mit anderen über mich preisgeben, warum ist alles vermeintlich kostenlos, und welche Informationen sind richtig, welche nicht? Es gibt eine Fülle von Fragen, die auch Eltern und PädagogInnen haben. Die zentrale Frage ist aber: Wie wollen wir Kinder fit machen im Umgang mit Medien? Wir sind Vorbilder für unsere Kinder und sollten beginnend bei unserem eigenen Medienkonsum so manches kritisch hinterfragen.

„Abenteuer digital“ – wird auch ein Blick in die Zukunft geworfen und gezeigt, was auf uns zukommt?

Ja, man bekommt eine gute Idee zukünftiger Möglichkeiten. Mit „ERDE AN ZUKUNFT“ haben wir sogar auch ein Zukunftsmagazin bei KiKA, zu sehen jeden Samstag um 20:00 Uhr.

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