Musical.ly: Missbrauch-Kritik an App

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Musical.ly steht in der Kritik – denn in den Videos in der beliebten Musik-App sind viele Kinder und Jugendliche zu sehen, die teils unbedacht leichtbekleidet auftreten. SCHAU HIN! empfiehlt Eltern deshalb, über die Außenwirkung der geposteten Videos mit Kindern zu sprechen. Denn: Es gucken nicht immer nur Freunde und Bekannte zu.

Ein Mädchen mit weißer Strickjacke steht am Strand und hält ein Smartphone in der Hand und macht ein Selfie
Lars Nissen Photoart/pixabay

Unter Hashtags wie #bellydance und #bikini finden sich in der App Videos von Minderjährigen, die vermeintlich aufreizend zu populären Songs tanzen und singen. Kritiker sehen darin eine Gefahr für Missbrauch. Cybergrooming kann die Folge sein, die Videos aber auch zu anderen Zwecken missbraucht werden. Zur Anmeldung – sie ist derzeit ab 13 Jahre erlaubt – wird nur eine Mail-Adresse benötigt. Wer unter 18 ist, braucht aber eine Einverständniserklärung der Eltern. Viele Videos zeigen Kinder, die offenbar jünger als 13 sind. Über die Missbrauch-Möglichkeiten berichtete das Portal mobilsicher.de.

So funktioniert Musical.ly

Aus Millionen Songs kann auf dem Smartphone der Lieblings-Song ausgewählt werden. Danach lässt sich ein Playback-Video erstellen. Effekte, wie Filter, Zeitraffer oder Zeitlupe ermöglichen eine einfache kreative Bearbeitung des Videos. Die Clips können, hinterlegt mit dem Lieblingssong, auf Instagram, Facebook, Twitter, Messenger und WhatsApp geteilt werden.

Die besten Clips bzw. „Musicals“ werden jeden Tag markiert, so kann man auf der Bestenliste von Musical.ly landen und zum „Star“, im Musical.ly Slang zum erfolgreichen „Muser“, zu werden.

Einen Überblick über die App und ihre Funktionen gibt der SCHAU HIN!-Mediencoach Dr. Iren Schulz auf unserem YouTube-Kanal.

Kaum geschützte Profile

Grundsätzlich besteht für die NutzerInnen die Möglichkeit, ihre Profile zu schützen, also für Fremde nicht einsehbar zu machen. Tatsächlich ist dies aber die Ausnahme, denn die Plattform ist darauf aufgelegt, möglichst viele Zuschauer zu erreichen. Vor allem jüngere NutzerInnen sind schnell auf der Jagd nach Fans - denn sie wollen ihren Idolen in der App nacheifern, die nicht selten Hunderttausende mit ihren Videos unterhalten. Explizite Aufnahmen sind dabei verboten - finden sich aber auch.

Musical.ly selbst verweist auf ein Sicherheitsnetzwerk, die Inhalte würden geprüft. "Musical.ly verfügt über eine Vielzahl an Schutzmaßnahmen und gewährleistet eine Moderation rund um die Uhr, um die Möglichkeiten einer missbräuchlichen Nutzung der App zu reduzieren." Allerdings sei kein System unfehlbar.

Für Eltern empfiehlt es sich, mit Kindern über Datenschutz zu reden, aber auch über das Thema Selbstdarstellung im Netz.

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