Soziales Netzwerk Google Plus wird geschlossen

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Google schließt das Soziale Netzwerk Google Plus. Private Nutzerdaten waren für App-EntwicklerInnen offen einsehbar – das Unternehmen schloss die Lücke, gestand die Panne aber erst ein halbes Jahr später ein.

Ein Smartphone mit Icons fuer die verschiedenen Sozialen Netzwerke
Tracy Le Blanc/Pexels

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat angekündigt, im kommenden Jahr das Soziale Netzwerk Google Plus für VerbraucherInnen offline zu stellen. Bis August 2019 haben NutzerInnen nun Zeit, ihre Daten zu löschen. Das Unternehmen gestand nach einer Enthüllung durch das „Wall Street Journal“, dass von 2015 bis 2018 rund 500.000 Konten aufgrund eines Datenlecks für App-EntwicklerInnen einsehbar gewesen seien. Nach Behebung des Software-Fehlers im März 2018 sei die Panne verschwiegen worden; bis zu 483 Apps hätten bis zur Behebung des Fehlers auf die Datenlücke zugreifen können, so der Bericht.

Furcht vor Verbindung zu Facebook-Skandal

Google hatte sich im Frühjahr dazu entschieden, das Leck nicht öffentlich zu machen. Laut „Wall Street Journal“ habe sich das Unternehmen gefürchtet, in den Facebook-Datenskandal um Cambridge Analytica hineingezogen zu werden – Google habe öffentliche Aufmerksamkeit vermeiden wollen. SicherheitsexpertInnen kritisieren die damalige Entscheidung: Die NutzerInnen hätten das Recht gehabt, bei einem möglichen Missbrauch ihrer Daten informiert zu werden. Mit der Schließung von Google Plus zieht Alphabet nun die Notbremse.

Erfolgloses Netzwerk

Alphabet brachte Google Plus 2011 als Konkurrenz zu Facebook an den Start, konnte sich damit jedoch nicht durchsetzen. 2015 verfügte es nach eigenen Angaben bereits über mehr als 3 Milliarden NutzerInnenkonten. Grund dafür ist die Koppelung an andere Google-Dienste wie YouTube oder Gmail – dort Registrierte haben automatisch ein Google Plus-Profil, auf das sie im Alltag jedoch kaum zugreifen.

Kinder und Jugendliche können Datenpannen bereits jetzt vermeiden, indem sie altersgerechte Netzwerke nutzen. Die Eltern können sie beim Einrichten des Profils unterstützen, doch generell sollte mit den eigenen Daten im Internet vorsichtig umgegangen werden, rät SCHAU HIN.

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