„Twitch“ war gestern: „Prime Gaming“ – ist das was für Kinder?

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Nachdem Amazon zuletzt „Prime Video“ Profile für Kinder eingeführt hat, geht der Online-Anbieter nun mit einem neuen Gaming-Angebot an den Start. Auch damit spricht er eine junge Zielgruppe an.

Hände halten Konsole, im Hintergrund sieht man den Bildschirm
Glenn Carstens-Peters/Unsplash

Über „Prime Gaming“ können Amazon-Prime-NutzerInnen seit kurzem monatlich neue Spiele erhalten. Bereits 23 kostenfreie PC-Spiele stehen Prime-Mitgliedern zum Download zur Verfügung.

Aus „Twitch Prime” wird „Prime Gaming”

Bislang unter dem Namen „Twitch Prime“ bekannt, wird das Angebot in „Prime Gaming“ umbenannt und umstrukturiert. Bei der Gaming- und Video-Plattform „Twitch“ hatten Amazon-Prime-NutzerInnen bislang einen kostenfreien Premium-Account, wenn sie ein „Twitch“-Konto hatten. Über die Plattform konnten Gamer und Gamerinnen Spiele spielen, aber auch Livestreams anderer GamerInnen verfolgen oder auch selber hochladen. Durch „Prime Gaming“ werden die Spiele nun allen Amazon-Prime-NutzerInnen zugänglich gemacht, auch ohne einen separaten „Twitch“-Account.  Die Verbindung zu „Twitch“ fällt jedoch nicht ganz weg, denn die neuen „Prime Gaming“-Mitglieder können weiterhin ein „Twitch“-Channel Abo vergeben, wodurch die GamerInnen profitieren, die ihre Inhalte auf „Twitch“ stellen.

In-Game-Content nur für kurze Zeit

In-Game-Content

(vom Englischen: Spielinhalt)

Loot-Boxen oder einzelne Items, die in einem Spiel zusätzlich verwendet werden können und separat erworben werden.

Doch nicht nur PC-GamerInnen werden durch das Angebot angesprochen, auch für die Konsole und das Smartphone hält „Prime Gaming“ Inhalte bereit. Darunter In-Game-Content für beispielsweise League of Legends oder Fifa 20. Der bereitgestellte Content ist oftmals jedoch nur zeitlich begrenzt nutzbar, wohingegen die Online-Spiele nach dem Download, selbst nach Kündigung der Prime-Mitgliedschaft, noch nutzbar sind.

„Prime Gaming“ für Kinder?

„Prime Gaming“ ist nicht für Kinder gedacht, obwohl es wahrscheinlich gerade für Jugendliche interessant sein wird. Amazon gibt jedoch bisher keine Auskunft darüber, welche weiteren Spiele es in das Sortiment mit aufnehmen wird. Darüber hinaus ist es nicht möglich nach Spielinhalten zu filtern. Auch USK-Kennzeichnungen und Altersbeschränkungen gibt es nicht.

Eltern, die sich nun sorgen, dass ihre Kinder mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden, wenn sie „Prime Video“ nutzen, können beruhigt sein. Es ist nicht möglich über den Standard-Amazon-Account auf „Prime Gaming“ zuzugreifen. Dies geht nur über die Website http://gaming.amazon.com. Eltern können ihre Kinder vor ungeeigneten Spielinhalten schützen, indem sie ihre Anmeldedaten für sich behalten. Bei älteren Jugendlichen sollten sich Eltern zunächst selbst ein Bild von den Spielen machen und sie gegebenenfalls nur zusammen mit dem Kind herunterladen.