Studien zur Mediennutzung

Wir stellen Ihnen ausgewählte Studien vor, die sich mit der Mediennutzung und dem Alltag von Kindern und Jugendlichen beschäftigen.

© Stephen Simpson / Getty Images
© Stephen Simpson / Getty Images

JIM-Studie 2016

Die  Ergebnisse  der  JIM-Studie  2016  belegen,  dass  Jugendliche  in  ihrer  Freizeit  unter-schiedlichste  Medienangebote  und  Kanäle  nutzen – und  dies  dank  Smartphone zunehmend zeitlich und räumlich flexibel. Sie sehen Serien im Fernsehen oder bei Netflix, nutzen WhatsApp, Instagram und Snapchat zur Kommunikation im Freundeskreis, hören Musik im Radio  und  über  Streaming-Dienste  und  informieren  sich  über  Google  und  YouTube.  In ihrem  „beruflichen“  Alltag  in  der  Schule  erleben  Zwölf-  bis  19-Jährige  jedoch  aktuell  noch eine  andere  Medienrealität.  Trotz  aller  durchaus  berechtigten  Vorbehalte,  schülereigene Handys  im  Unterricht  einzusetzen,  haben  moderne  Smartphones  das  Potential,  auch produktiv,  kreativ  und  zielgerichtet  eingesetzt  zu  werden.  Hier  gilt  es,  Hilfestellung  zu  geben,  Chancen  aufzuzeigen  und  pädagogisch  sinnvolle  Konzepte  zur  Praxisanwendung  zu entwickeln.

Die Studie

Der Medienpädagogische  Forschungsverbund  Südwest  (mpfs) erhebt seit  1998 mit der repräsentativen Studienreihe „JIM“ (Jugend,  Information,  (Multi-)Media) Grundlagendatenzur  Mediennutzung  Jugendlicher  in  Deutschland.  Die  JIM-Studie  wird  vom  mpfs,  als  Kooperation  der  beiden  Landesmedienanstalten  von  Baden-Württemberg  (LFK)  und  Rhein-land-Pfalz  (LMK),  gemeinsam  mit  dem  Südwestrundfunk  (SWR)  durchgeführt.  Für  die vorliegende  Ausgabe  der  Studienreihe  wurden  1.200  Jugendliche zwischen zwölf und  19 Jahren in ganz Deutschland im Zeitraum vom 24. Mai bis 31. Juli 2016 telefonisch befragt.

Medienausstattung

Mit 97 Prozent besitzt praktisch jeder Zwölf- bis 19-Jährige ein eigenes Mobiltelefon, bei 95 Prozent handelt es sich um ein Smartphone mit Touchscreen und Internetzugang. Neun  von  zehn  Jugendlichen  (92%)  haben  die  Option,  vom  eigenen Zimmer  aus  mit  Tablet,  Laptop  oder  PC  das  Internet  zu  nutzen,  drei Viertelhaben  auch einen eigenen PC oder Laptop zur Verfügung (74%). Gut die Hälfte der Jugendlichen hat einen  Fernseher  (55%)  oder  ein  Radio  (54%)  im Eigenbesitz. Die Unterschiede hinsichtlich des Medienbesitzes von Mädchen und Jungen sind über die Jahre  weitgehend  konstant.  Die  deutlichste  Differenz  ist  bei  der  stationären  Spielkonsole festzumachen  (Mädchen:  32%,  Jungen:  58%),  die  bei  fastdoppelt  so  vielen  Jungen  wie bei Mädchen vorhanden ist.

Freizeitaktivitäten

An erster Stelle der non-medialen Freizeitaktivitäten (auch wenn diese zahlreichen Medien-tätigkeiten  begleitet  werden  können)  stehen  nach  wie  vor  persönliche  Treffen.  73  Prozentder  Zwölf-  bis  19-Jährigen  verabreden  sich  regelmäßig  (täglich/mehrmals  pro  Woche) persönlich  mit  Freunden  oder  Bekannten. Sieben  von  zehn  Jugendlichen  treiben  Sport (69%) und gut jeder Dritte unternimmt regelmäßig etwas mit der Familie (35%). Ein Fünftel musiziert selbst mindestens mehrmals pro Woche (21%), 13 Prozent besuchen Sportveranstaltungen. Eine  Party  steht  nur  bei  fünf  Prozent  in  dieser  Häufigkeitauf  dem  Programm. Während  Jungen  zu sportlichen  Aktivitäten  (selbst  trainieren  oder  Sportveranstaltungenbesuchen) sowie bei Treffen mit Freunden eine etwas höhere Affinität aufweisen als Mädchen, zeigen diese größere Begeisterung für das Musizieren sowie für Bibliotheken. In der Betrachtung über die verschiedenen Altersgruppenzeigt sich keine starke Dynamik.

Medienbeschäftigung in der Freizeit

Im  Hinblick  auf  die  tägliche Nutzung steht das Handy mit 92 Prozent klar an erster Stelle, dicht gefolgt vom Internet  (unabhängig  vom Verbreitungsweg) mit 87 Prozent und  Musik  hören (82%). Radio und  Online-Videos  spielen  für  gut  jeden  Zweiten  täglich  eine  Rolle,  Fernsehen  sowie  Fotos/Videos auf dem Smartphone ansehen ist ebenso für knapp die Hälfte der Jugendlichen im täglichen Mediennutzungsrepertoire enthalten. Etwa  vier Fünftel  regelmäßige  Nutzer  können  Online-Videos, das Fernsehen  und das Radio  verzeichnen.  Drei  Viertel  sehen  regelmäßig  Fotos  oder  Videos  auf  dem  Smartphone an,  drei Fünftel schauen Filme oder Videos bei Streaming-Diensten. 44 Prozent spielen mindestens mehrmals pro Wochean  PC,  Konsole  oder  online. Gedruckte  Bücher  werden  regelmäßig von  38  Prozent  der  Zwölf-  bis  19-Jährigen  gelesen.  Knapp  jeder  Dritte  hat  regelmäßig einen Tablet-PC in Gebrauch (30%). Für 27 Prozent stehen das Lesen gedruckter Tageszeitungen  und  das  Anschauen  von  DVDs  oder  aufgezeichneten  Filmen  oder  Serien  mindestens mehrmals pro Woche auf dem Programm.

Glaubwürdigkeit der Medien

Jugendliche müssen  sich  entscheiden, welcher Mediengattung sie bei widersprüchlichen Medienberichten am ehesten vertrauen würden. 41 Prozent votieren für die Tageszeitung, ein Viertel entscheidet sich für das Fernsehen. Knapp jeder Fünfte  setzt  auf  das  Radio  und  15  Prozent  halten  das  Internet  im  Falle  widersprüchlicher Berichterstattung für am vertrauenswürdigsten. Drei Prozent können sich  bei  dieser  Fragenicht entscheiden. Mit  steigendem  Alter  der  Befragten  gewinnt  das  Internet  Vertrauenspunkte,  während  Radio  und Fernsehen  an  Glaubwürdigkeit  verlieren. Diejenigen  Jugendlichen,  die  bei  widersprüchlicher  Berichterstattung  auf  das  Internet setzen würden (n=176), wurden auch gefragt, welcher Internetseite sie genau Vertrauen schenken würden. Spiegel Online steht mit 20 Prozent an erster Stelle, auf dem zweiten Platz folgt Google mit 13 Prozent der Nennungen, Platz drei belegt Facebook mit elf Prozent.

Bücher und Lesen

In  der  Zeitreihe  belegen  die Ergebnisse  seit  1998, dass der Einzug  digitaler  Medien  in  die  Jugendzimmer  andere  Mediengattungen nicht  zwingend verdrängen  muss.  Betrachtet  man  den  Anteil  derjenigen  Mädchen  und  Jungen,  die  in  ihrer Freizeit  mindestens  mehrmals  pro  Woche  gedruckte  Bücher zum  Vergnügen lesen (also keine Bücher, die für die Schule durchgearbeitet werden müssen),so pendelt dieser Wert innerhalb der letzten zehn Jahre immer um die 40-Prozent-Marke. Im Jahr 2016 zählen mit 38  Prozent  abermals  zwei  von  fünf  Jugendlichen  zu  den  regelmäßigen  Lesern  gedruckter Bücher, was die These nahelegt, dass Bücher in der Phase des Erwachsenwerdens einen so besonderen Stellenwert  innehaben,  dass  sie  auch  in  Zukunft nicht  aus  dem  Nutzungs-repertoire der Jugendlichen verschwinden werden. Die Präferenz für Bücher ist bei Mädchen deutlich stärker ausgeprägt als bei Jungen: Während bei den Mädchen fast die Hälfte (46%) regelmäßig zum Buch greift, liest nur knapp jeder dritte  Junge  (30%)  regelmäßig.

Radio, Musik, Spotify und Co.

78  Prozent  der Zwölf- bis  19-Jährigen hören täglich oder mehrmals pro Woche Radio. Nur ein verschwindend geringer Teil der Jugendlichen hört nie Radio (5%).  Mehr  Mädchen  (82%)  als  Jungen  (73%)  zählen  zu  den  regelmäßigen  Hörern,  über  die  verschiedenen  Altersgruppenhinweg ist die Radionutzung äußerst stabil. Betrachtet man die Wege, über die Zwölf- bis 19-Jährige regelmäßig  Musik  hören,  dann  steht  interessanterweise  auch  im  Jahr  2016 noch das Radio an erster Stelle,  65  Prozent  hören  mindestens  mehrmals  pro  Woche  live  bei  Radiosendern Musik. Gut  jeder  Zweite  (55%)  nutzt  regelmäßig  Musik  bei  YouTube,  44  Prozent  hören über  Streaming-Dienste  wie  bspw.  Spotify oder  über  Webchannels  Musik.  Zwei  von  fünf Jugendlichen (39%) nutzen mindestens mehrmals pro Woche Musik auf Trägermedien wie MP3-Dateien,  CDs    oder  Kassetten.

Technische Aspekte der Internetnutzung

Während  2014 noch  82  Prozent  der  zwölf-  bis  19-jährigen  Internetnutzer  über  einen  Zeitraum  von  14 Tagen  mit  einem  PC  oder  Laptop  online  gegangen  sind,  sind  es  mittlerweile nur noch  73 Prozent. Das Smartphone gewinnt parallel dazu konstant an Bedeutung für die Internetnut-zung, mittlerweile gehen neun von zehn Jugendlichen mit diesem Endgerät ins Netz. AuchTablet-PCs (27%) haben in diesem Jahr erstmals die 25-Prozent-Marke überschritten und werden  von  jedem  Vierten  zur  Internetnutzung  eingesetzt. Die  ständige  räumlich  und  zeitlich  uneingeschränkte  Verfügbarkeit  des  Internets  erfordert aus finanzieller  Sicht  eine  Flatrate.  Vier  Fünftel  der  Handybesitzer  haben  einen entsprechenden Vertrag mit ihrem Provider abgeschlossen.  Mit  steigendem Alter nimmt auch der Anteil der Flatrate-Nutzer zu. Er steigt von sechs von zehn bei den Zwölf- bis 13-Jährigen auf neun von zehn bei den volljährigen Jugendlichen. Der Anteil der Flatrate-Nutzer ist imVergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.

Inhaltliche Aspekte der Internetnutzung

Wie  in  den  Jahren  zuvor  haben  aktuell  mit  99  Prozent fast  alle  Jugendlichen  unabhängig  vom  Verbreitungsweg  zumindest  selten  Zugang  zum Internet–  und  dies  unabhängig  von  Geschlecht,  Altersgruppe  oder  schulischer  Bildung. Einen  Höchststand  hat  hingegen  die  tägliche  Reichweite  des  Internets erreicht: Aktuell nutzen 87 Prozent  das Internet (mindestens  einmal) täglich, im Vorjahr waren es noch 80 Prozent. Hinsichtlich  der  Nutzungsdauer des Internets (Mo-Fr) schätzen die Jugendlichen  ihre zeitliche  Zuwendung  aktuell  auf  200  Minuten, wobei die Nutzung im Altersverlauf wächst: während die Zwölf- bis 13-Jährigen etwa 140 Minuten im Internet sind, nutzen die 18- bis 19-Jährigen es 233 Minuten. Mit 41 Prozent entfällt der größte Anteil der Online-Nutzung auf kommunikative Aspekte, 29 Prozent wird für Unterhaltung aufgewendet, 19 Prozent entfallen auf Spiele und nur zehn Prozent auf die Suche  nach  Informationen.

Spezifische Internetnutzung und wichtigste Apps

Auf die Frage "Was nutzt Du am liebsten?" nannten fast zwei Drittel (64%) der Internet-Nutzer die  Videoplattform  YouTube.  Mit  deutlichem  Abstand  folgt  auf  Platz  zwei  der Kommunikationsdienstleister  WhatsApp  (41%),  ebenfalls  mit  Abstand  folgen  Facebook (26%)  und  Instagram, der  Online-Dienst  für  Fotos  und  Videos  (23%). Im  Vergleich  zum Vorjahr  haben  sich  vor  allem  WhatsApp  (+12  Prozentpunkte (PP))  sowie  Instagram  und  Snapchat  (je  +10 PP)  sehr  viel  stärker  bei  den  Jugendlichen  etabliert,  Facebook  ist  in  der  spontanen  Nennung als liebstes Webangebot deutlich zurückgefallen (-8 PP). Die  aus  Sicht  der  Jugendlichen  mit Abstand  wichtigsten  APPs für das Smartphone sind  Instant  Messenger,  dies  ist  weitgehend  gleichzusetzen mit WhatsApp (was von 95 Prozent als eine der drei wichtigsten Apps genannt wird) und  Snapchat  (27%).  Beliebt  sind  bei 38  Prozent  auch  Bilderdienste  und  Kamera-Apps, dies  ist  vor  allem  Instagram  (37%).  Auf  dem  dritten  Platz  folgen  mit  29  Prozent  Soziale Netzwerke  im  Allgemeinen,  26  Prozent  nennen  hier  konkret  Facebook.  Knapp  dahinter folgen  Videoportale  (27%),  auch  hier  wird  fast  nur YouTube  genannt  (26%).  Etwa  jeder Sechste zählt Spiele-Apps zu seinen Favoriten und jeder Zehnte nennt Musik-Apps.

WhatsApp, Instagram, Snapchat und Co.

Betrachtet  man detailliert  die  Angebote,  die  zur  Kommunikation  genutzt  werden,  hat WhatsApp  eine  uneinholbare  Spitzenposition  inne.  95  Prozent  aller  Jugendlichen  nutzen diesen Dienst regelmäßig (täglich: 89%). 51 Prozent zählen zu den regelmäßigen Nutzern von  Instagram (täglich:  39%),  Snapchat  liegt  mit  45  Prozent  (tägliche  Nutzung:  35%) knapp dahinter, dicht gefolgt von Facebook (43%, täglich: 32%). Während WhatsApp und Snapchat von den Jugendlichen überwiegend aktiv genutzt werden (z.B. durch Schreibenvon Textenund Einstellen von Bildern) liegt der Anteil aktiver Nutzer bei Instagram mit gut der  Hälfte  deutlich  niedriger,  der  Anteil  der  passiven  Nutzer  steigt  auf  über  ein  Drittel  an. Die Nutzer von Facebook beschreiben sich zum Großteil als passive Nutzer.

TV, Youtube, Netflix

Auch das  Fernsehen  hat  weiterhin  einen  festen  Platz  im  Alltag  Heranwachsender.  46 Prozent der Jugendlichen sehen nach eigenen Angaben täglich, weitere 33 Prozent mehrmals  die  Woche  fern.  Die  eigene  Fernsehnutzung  wird  von  den  Jugendlichen  auf  105 Minuten geschätzt (2015: 113 Min.). Auch wenn die Nutzung mittlerweile über unterschiedlichste Kanäle erfolgen kann, nutzen Jugendliche nach wie vor Fernseh inhalte hauptsächlich über das klassische stationäre Fernsehgerät, Internet bzw. Handy/Smartphone und der Tablet-PC  etablieren  sich  aber  zunehmend  als  weiterer Distributionsweg.  Was  die  Inhalte betrifft,   zählen   zu   den   beliebtesten   Sendungsgenres   Sitcoms/Comedy   (34%),   Kri-mis/Mystery  (22%),  Comic/Zeichentrick  (18%),  Scripted  Reality-Formate  (17%)  und Wissensmagazine (14%). Für 45 Prozent ist der Unterhaltungs- und Entertainmentsender Pro7  das  liebste  Fernsehprogramm.  Knapp  zwei  Drittel  derjenigen,  die  zumindest  selten fernsehen, geben an, Serien und Filme auch schon einmal im Internet gesehen zu haben. Ein  Drittel  der  Mädchen  und  Jungen  weiß,  dass  man  Serien  und  Filme  auch  im  Internet nutzen  kann,  hat  diese  Option  aber  noch  nie  genutzt.  Drei  Prozent  hören  im  Zuge  der Befragung erstmals von dieser Möglichkeit. Auf die Nachfrage, wo genau Serien und Filme angesehen  werden,  steht  YouTube  (47%)  an  erster  Stelle,  Netflix  auf  Platz  zwei  (29%) und  unterschiedliche  Nennungen  zu  Video-on-Demand-Plattformen  wie  amazon  prime bzw. lovefilm.de auf dem dritten Rang (18%).

Internetsuche und Informationensuche

Wenn  Jugendliche  sich  im  Internet  informieren,  führt  sie  der  erste  Weg  zu  einer  Suchmaschine, meist ist das Google – 87 Prozent nutzen diese Rechercheplattformen mindestens mehrmals pro Woche, 58 Prozent sogar täglich. Die Möglichkeit, sich bei YouTube Videos anzusehen,  um  sich  über  ein  bestimmtes  Thema  zu  informieren,  wird  von  57  Prozent  der Jugendlichen  regelmäßig  wahrgenommen  (täglich:  26%),  mit  36  Prozent  erhält  ein  Drittel regelmäßig  über  Soziale  Netzwerke  wie  Facebook  oder  Twitter  Nachrichten  und  aktuelle Informationen  (täglich:  23%).  Online-Lexika  wie  Wikipedia  stellen  für  35  Prozent  eine bedeutende  Informationsquelle  dar,  Nachrichtenportale  von  Zeitungen  (20%)  oder  Zeitschriften (15%) sind für etwa ein Fünftel der Jugendlichen eine Option.

Videos und YouTube

YouTube  spielt  generell  eine  sehr  große  Rolle  im  Medienalltag  der  Jugendlichen.  86  Prozent  nutzen  YouTube  mindestens  mehrmals  pro  Woche,  56  Prozent  sogar  täglich  (Mäd-chen:  48%,  Jungen:  64%).  Der  Anteil  regelmäßiger  YouTube-Nutzer  fällt  bei  Jungen  mit 89  Prozent  höher  aus  als  bei  Mädchen  (81%).  55  Prozent  der  YouTube-Nutzer  sehen mindestens  mehrmals  pro  Woche  Musikvideos  an,  kurze  lustige  Clips  werden  von  40 Prozent  regelmäßig  genutzt,  Let’s-play-Videos  und  Comedy-Formate  von  YouTubern werden von jedem Dritten regelmäßig gesehen. Videos zu Nachrichten und dem aktuellen Geschehen, Lernvideos bzw. Tutorials und Videos, bei denen es um Sport geht, haben für jeden  Fünften  Relevanz.  Für  16  Prozent  sind  Mode- oder  Beauty-Videos  von  großer  Bedeutung,  ähnlich  groß  ist  der  Anteil  derer,  die  sich  regelmäßig  Fernsehsendungen  oder Ausschnitte davon ansehen.

Digitale Spiele

Digitale Spiele über Computer (offline), Konsole, Tablet, Smartphone oder online sind fest im  Alltag  der  Jugendlichen  verankert.  Gut  drei  von  fünf  Jugendlichen  spielen  regelmäßig über  eine  dieser  Spieloptionen,  nur  acht  Prozent  der  Zwölf-  bis  19-Jährigen  spielen  überhaupt  nicht.  Digitale  Spiele  sind  eindeutig  ein  männlich  besetztes  Thema:  Während  vier von fünf Jungen regelmäßig digitale Spiele nutzen, ist es bei den Mädchen nicht einmal die Hälfte. Außerdem ist die Faszination bei den Jüngsten am größten: Zwischen zwölf und 13 Jahren  spielen  drei  Viertel  regelmäßig,  bei  den  18- bis  19-Jährigen  sind  es  nur  noch  61 Prozent.  Zudem sind  Jugendliche  mit  einem  formal  höheren  Bildungsniveau  (regelmäßige Nutzung  57%)  etwas  weniger  spielaffin  als  Jugendliche  mit  niedrigerem  Bildungshintergrund  (regelmäßige  Nutzung  64%). Während  gut  jedes  dritte Mädchen  regelmäßig  am  Handy  oder  Smartphone  spielt  (36%),  ist  es  bei  den  Jungen jeder  Zweite  (53%).  Die  durchschnittliche  Spieldauer  der Zwölf- bis 19-Jährigen beträgt  nach  eigener  Einschätzung  an  einem Wochentag  77  Minuten  (2015:  87  Min.).  Mädchen  (46  Min.)  spielen  halb  so  lange  wie Jungen (106 Min.).

Smartphone in der Schule

Mit 94 Prozent darf die große Mehrheit der Schüler ein Handy mit in die Schule  nehmen,  der  Gebrauch  unterliegt  jedoch  meist  Restriktionen.  Zwei  Fünftel  dürfen das Handy dann aber nicht in der Schule benutzen, jeder dritte Schüler darf das Gerät nur in den Pausen verwenden und gut jedem Fünften ist es erlaubt, das Handy aktiv für Unterrichtsbelange zu nutzen. Was die Zugangsmöglichkeiten zum Internet in der Schule betrifft, geben  41  Prozent  an,  dass  an  ihrer  Schule  zwar  ein  WLAN-Netz  vorhanden  ist,  diesesaber  meist  nicht  für  die  Nutzung  durch  Schüler  freigegeben  ist.  Fünf  Prozent  der  Schüler dürfen  das  Schulnetz  nur  in  den  Pausen  nutzen,  sieben  Prozent  können  damit  während des  Unterrichts  ins  Internet  gehen.  Eine  Ausnahme  bilden  hierbei  nur  die  volljährigen Schüler, die zu 18 Prozent das Schulnetz im Unterricht nutzen dürfen.

Mobbing und Ausgrenzung im Netz

In der Altersgruppe der Zwölf- bis 19-Jährigen gibt jeder Dritte an, dass in seinem Bekanntenkreis schon einmal jemand im Internet oder per Handy fertig gemacht wurde. Mädchen haben  dies  mit  37  Prozent  schon  häufiger  mitbekommen  als  Jungen  (31%).  Die  direkte Nachfrage,  ob  sie  denn  selbst  schon  einmal  Opfer  solcher  Ausgrenzung  waren,  bejahen acht  Prozent  der  Jugendlichen.  Potentielle  Anlaufstelle  in  solch  einem  Fall  sind  für  59 Prozent  die  Eltern,  zwei  Fünftel  würden  sich  eher  Freunden  anvertrauen  und  elf  Prozent würden ihre Geschwister um Hilfe bitten.

Digital: Stress und Selbstbestimmung

Sieben von zehn Jugendlichen bestätigen die Aussage, dass sie  selbst  mit  dem  Angebot  an  Apps  und  Communities  manchmal  zu  viel  Zeit  verschwenden.  68  Prozent  sind  allerdings  auch  der  Ansicht,  dass  eine  Organisation  des  Freundeskreises heute ohne Handy gar nicht mehr möglich wäre. Mehr als jeder Zweite (55%) ist ab und  an  genervt  von  zu  vielen  Nachrichten  auf  dem  Handy.  Jeder  Zweite  stuft  das  Handy als  sehr  wichtig  ein,  um  den  Schulalltag  zu  koordinieren.  72  Prozent  der  Jugendlichen geben  an,  dass  sie  selbst  generell  handyfreie  Zeiten  haben,  in  denen  sie  das  Gerät  bewusst  ausschalten  (müssen).  Auf  Nachfrage, welche  Situationen  dies  sind,  werden  von mehr  als  jedem  Dritten  die  Hausaufgaben  genannt.  Gut  jeder  Vierte  verzichtet  (freiwillig oder unfreiwillig) nachts oder am Abend auf das Handy. 14 Prozent verbringen die Zeit mit Freunden und der Familie bewusst ohne Handy.

JIM-Studie 2015

Fast alle Jugendliche haben ein Smartphone und sind im Schnitt über drei Stunden damit online, am liebsten nutzen sie YouTube. Alle wichtigen Ergebnisse der JIM-Studie 2015 finden Sie hier.

DAK-Studie 2015 zu Internetsucht unter Kindern von 12 bis 17 Jahren

Für die repräsentative Untersuchung hat das Forsa-Institut 1.000 Mütter und Väter umfassend zum Internet- und Computergebrauch ihrer 12- bis 17-jährigen Kinder befragt. Laut der Hälfte der befragten Eltern bleibt das Kind länger online als vorgenommen. 22 Prozent der 12- bis 17-Jährigen fühlen sich ruhelos, launisch oder gereizt, wenn sie ihre Internetnutzung reduzieren sollen. Etwa jedes zehnte Kind nutzt das Internet, um vor Problemen zu fliehen. Bei elf Prozent der Befragten hat das Kind mehrfach erfolglose Versuche unternommen, seine Internetnutzung in den Griff zu bekommen. Bei sieben Prozent der Kinder gefährdet die Onlinewelt eine wichtige Beziehung oder eine Bildungschance, wobei die Jungen doppelt so häufig betroffen sind.

12-Jährige nutzen Computer eigenständig

Laut Studie der DAK-Gesundheit haben die Kinder im Durchschnitt im Alter ab zwölf Jahren begonnen, das Internet selbstständig zu nutzen. Bei etwa einem Zehntel der befragten Eltern waren die Jungen und Mädchen aber jünger als zehn Jahre. Häufig vereinbaren Eltern mit ihren Kindern keine Regeln für den Umgang mit dem Computer:

  • 71 Prozent der Eltern haben keine Regeln, an welchen Orten ihr Kind das Internet nutzen darf;
  • 51 Prozent der Eltern haben keine Regeln, wie lange ihr Kind das Internet nutzen darf;
  • 32 Prozent der Eltern haben keine Regeln, welche Inhalte ihr Kind im Internet nutzen darf.

Auch wenn es Regeln zur Internetnutzung gab, so wurden diese nur von 42 Prozent der befragten Eltern auch „voll und ganz“ umgesetzt.

Online-Streit in jeder dritten Familie

Nach der Befragung schätzen die Eltern die private Internetnutzung der Kinder an einem normalen Werktag auf rund zweieinhalb Stunden. Am Wochenende steigt die verbrachte Zeit im Durchschnitt auf vier Stunden an. 20 Prozent der Jungen und Mädchen sind am Samstag oder Sonntag sechs Stunden und mehr am Computer. Während Jungen die meiste Zeit mit Online-Spielen verbringen, nutzen die Mädchen das Internet für das sogenannte Chatten. In jeder dritten Familie sorgt die Internetnutzung manchmal bis sehr häufig für Streit. Dies ist vor allem bei Kindern im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren der Fall.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie finden sich hier zum Download.

ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Frequenz und Vielfalt nehmen in allen Altersgruppen zu

Die Internetverbreitung bleibt 2015 mit 79,5 Prozent der ab 14-jährigen, deutschsprachigen Personen nahezu stabil. Da die 14- bis 49-Jährigen fast vollständig online sind, geht das Wachstum in diesem Jahr vor allem von den Älteren aus.

Zugenommen hat die Nutzungsintensität. 63 Prozent der Bevölkerung gehen inzwischen täglich ins Netz, dies sind 3,5 Millionen Personen (+8,5 %) mehr als 2014. In der Altersgruppe der ab 70-Jährigen gab es einen Zuwachs von 0,8 Millionen täglichen Internetnutzern (+44,0 %).

Vor allem Anwender mit mobilem Zugang nutzen das Internet besonders intensiv. Während der Durchschnittsonliner rund 108 Minuten täglich im Netz unterwegs ist, sind es bei den Onlinern mit mobilem Zugang 158 Minuten.

Die meiste Nutzungszeit entfällt auf Kommunikation (soziale Netzwerke, Messagingdienste, E-Mail). Es folgen die Informationssuche im Netz sowie die Nutzung von Medieninhalten wie Videos und Fernsehsendungen schauen, Radio, Audios oder Musik hören bzw. Nachrichten im Internetlesen.


Unterwegsnutzung des Internets wächst bei geringerer Intensität

Im Jahr 2015 nutzen 55 Prozent der Onliner in Deutschland unterwegs das Internet „zumindest selten“ – 5 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt nun bei 43 Prozent. Für gut jeden vierten Internetnutzer ist das mobile Internet (so gut wie) unverzichtbar: 2015 stimmen 15 Prozent der Onliner dieser Aussage voll und ganz zu, weitere 12 Prozent weitgehend, zusammengenommen 27 Prozent. Im Jahr 2010 waren es noch 7 Prozent.

Die mobile Internetnutzung durchläuft ähnliche Phasen wie die Internetnutzung im Allgemeinen: Nachdem in einer ersten Phase die Early Adopter sehr schnell und intensiv neue Möglichkeiten erkunden und in ihren Alltag integrieren, verläuft die Habitualisierung beim Durchdringen breiter Bevölkerungsschichten deutlich langsamer und zurückhaltender.

Unterwegs werden hauptsächlich Informationen gesucht, E-Mails bearbeitet, Communitys, Suchmaschinen und Wetterdienste genutzt. 2015 liegt die Gesamtverweildauer bei denjenigen, die auch mobil das Internet nutzen, bei 176 Minuten, dies sind fast 20 Minuten weniger als im Vorjahr. Die 2015 neu hinzugekommenen mobilen Zielgruppen nutzen das Internet unterwegs eher dosiert und zielgerichtet.


Bewegtbildnutzung nimmt weiter zu – Habitualisierung bei 14- bis 29-Jährigen

Nach den Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015 nutzen 20 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren täglich Videos im Internet, knapp zwei Drittel tun es zumindest selten. Betrachtet man nur die Onliner, also diejenigen, die zumindest selten ins Internet gehen, zeigt sich gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg der Bewegtbildnutzung. Dabei stagniert die Nutzung von Videoportalen wie YouTube, mehr als ein Drittel der Onliner hat nach wie vor nie Kontakt mit Videoportalen.

Hingegen können die Angebote der Fernsehsender ihren Nutzerkreis erweitern. 37 Prozent der Onliner geben an, zumindest gelegentlich Fernsehsendungen zeitversetzt anzusehen, 36 Prozent nutzen Mediatheken der Fernsehsender, 30 Prozent der Onliner sehen zuweilen auch live im Internet fern. Der zumindest gelegentliche Nutzerkreis von Video-Streamingdiensten wie Netflix, Watchever oder Maxdome vergrößerte sich auf 15 Prozent, den gleichen Wert erzielen Videopodcasts.

Allerdings ist die Nutzung von Videos im Internet noch nicht so stark habitualisiert wie die Fernsehnutzung. 26 Prozent der Onliner nutzen eine der vielen Formen von Bewegtbild im Internet täglich (Nettowert), darunter 14 Prozent auf Videoportalen wie YouTube. Eine Tendenz zur habitualisierten Nutzung zeichnet sich allein bei den jungen Onlinern von 14 bis 29 Jahren ab: Mehr als die Hälfte von ihnen sieht täglich Bewegtbild im Netz.

Insgesamt 55 Prozent der Onliner nutzen zumindest selten Fernsehen und Internet parallel (+4 %- Punkte im Vergleich zu 2014). Dabei zeigt sich, dass auch bei den häufigeren Parallelnutzern die Hauptaufmerksamkeit tendenziell häufiger dem Fernsehen gilt. So sehen 17 Prozent der Onliner täglich hauptsächlich fern und sind nebenbei im Internet, während die umgekehrte Situation bei 10 Prozent der Onliner täglich vorkommt.  


Audio, Musik und Radio bei Onlinern im Aufwind

Der Audio-Nettowert lag ab 2009 zwischen 51 und 54 Prozent, das heißt, gut die Hälfte aller Onlinenutzer hatte zumindest gelegentlich mit einer Audioanwendung im Netz Kontakt.

Zu diesem Wert tragen unterschiedliche Anwendungen und Funktionen bei: das Hören von Musikdateien über das Internet (2015: 31 % gelegentliche Nutzung), das Live-Hören von Radioprogrammen (28 %), das Musikstreaming (15 %), die zeitversetzte Variante der Audionutzung von Radiosendungen (15 %), Audiopodcasts (13 %) sowie Musikportale (10 %).

Weitere Informationen zur Studie sind hier verfügbar.

DIVSI U9-Studie 2015

Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) hat für die Studie "Kinder in der digitalen Welt" Eltern und Erziehende von Kindern zwischen 3 und 8 Jahren sowie diese selbst zu Nutzung von, Verhalten im und Einstellungen zum Internet befragt.

Eltern leben in unterschiedlichen digitalen Welten

Die Studie identifiziert sieben Typen, was den Umgang mit dem Internet betrifft:

  • Digital Souveräne
    Ein frühes Erlernen des Umgangs mit digitalen Medien ist aus ihrer Sicht unumgänglich und Grundvoraussetzung für die Zukunft und die Teilhabechancen ihrer Kinder. Viele Eltern sehen die Zukunft ihrer Kinder gänzlich digitalisiert und gehen davon aus, dass der Umgang mit digitalen Medien schon bald so selbstverständlich dazugehören wird „wie das Zähneputzen“.

  • Effizienzorientierte Performer
    Leistungs- und Effizienzsteigerung sind aus Sicht der Eltern die dominanten Chancen und Vorteile digitaler Medien und des Internets für Kinder. Eine kompetente Nutzung des umfassenden Informationsangebots im Netz verspricht sowohl ein „schnelleres Lernen“ als auch Zeitersparnis.

  • Unbekümmerte Hedonisten
    Das Internet dient vor allem Unterhaltungszwecken; Insbesondere actionorientierte Unterhaltungs- und Spielangebote stehen hoch im Kurs. Die Medienausstattung der Kinder ist umfassend. Eltern vertrauen relativ sorglos darauf, dass ihren Kindern im Netz nichts passiert und sie nur kindgerechte Seiten besuchen. Konkrete Sicherheitsvorkehrungen treffen sie vergleichsweise selten.

  • Postmaterielle Skeptiker
    Sie nutzen das Internet sehr selektiv und beurteilen dementsprechend auch die Chancen. Das Internet sei praktisch, um schnell auf spezifisches Wissen zugreifen zu können. Dennoch weisen sie darauf hin, dass die vorgefundenen Informationen „nicht nur konsumiert“, sondern auch kritisch hinterfragt und abgewogen werden müssten.

  • Verantwortungsbedachte Etablierte
    Aus ihrer Sicht überwiegen die Risiken digitaler Medien für Kinder im Vergleich zu den Chancen und Vorteilen. Ihrer Meinung nach sind Kinder nicht in der Lage, das umfassende Informationsangebot des Internets sinnvoll und nutzbringend einzusetzen. Sie würden stattdessen Gefahr laufen, über unpassende Inhalte zu stolpern oder im Netz zu viel von sich preiszugeben.

  • Ordnungsfordernde Internet-Laien
    Das Netz bedeutet für die Eltern ein unüberschaubares Feld mit vielen Unwägbarkeiten, mit dem sie sich oftmals „nicht mehr als nötig“ auseinandersetzen wollen. Sie informieren sich deutlich seltener als der Durchschnitt der Eltern über geeignete Medieninhalte für ihre Kinder und führen wesentlich seltener Gespräche mit ihren Kindern über die Vor- und Nachteile des Internet.

  • Internetferne Verunsicherte
    Sie fühlen sich im Gefüge der modernen Gesellschaft an den Rand gedrängt und neigen hinsichtlich digitaler Medien dazu, die Vergangenheit romantisch zu verklären. Sie sehen sowohl für sich persönlich als auch für ihre Kinder so gut wie keine Vorteile in digitalen Medien, sind sehr distanziert und immens verunsichert, was diese betrifft.

Achtjährige meist online

Das Internet erlangt schon bei kleinen Kindern eine relevante Alltagsbedeutung. Bereits die Kleinsten sind gelegentlich online; die Internetnutzung intensiviert sich fortan rasch.

  • Mehr als die Hälfte der 8-Jährigen (55 Prozent) ist bereits online. Von den 6-Jährigen geht fast ein Drittel ins Internet, und bei den 3-Jährigen ist es schon jedes zehnte Kind.
  • Auch Kinder ohne Lese- und Schreibfähigkeit können zum Teil – über das Erkennen von Symbolen – eigenständig eine Internetseite aufrufen.
  • Mit dem Schuleintritt wird der Computer bzw. Laptop im Medienalltag von Kindern wichtiger und löst die Spielekonsole als meistgenutztes Endgerät ab.
  • 6- bis 8-jährige Mädchen und Jungen sind gleichermaßen interessiert an digitalen Medien und dem Internet – abgesehen von der Spielekonsole, die bei Jungen deutlich beliebter ist. Zudem gibt es keine Geschlechterunterschiede bei der Selbsteinschätzung, wie gut man sich mit dem Internet auskennt. Interessenunterschiede zeigen sich mit Blick auf die genutzten Inhalte im Netz: Jungen spielen eher Games, Mädchen recherchieren häufiger Informationen.

Einstellung entscheidender als Ausstattung

Die digitale Ausstattung von Kindern und ihre technischen Zugangsmöglichkeiten zu digitalen Medien und dem Internet sind – trotz enormer Einkommensunterschiede der Eltern – keine Frage des Geldbeutels.

  • Kinder haben nahezu vergleichbare Möglichkeiten, auf Spielekonsolen, Smartphones und Computer bzw. Laptops zuzugreifen. Ob sie die Geräte besitzen und nutzen, hängt weniger vom Einkommen ihrer Eltern als deren Einstellung zu digitalen Medien ab.
  • Während 53 Prozent der 6- bis 8-Jährigen aus dem sehr internetaffinen Milieu der Digital Souveränen ins Internet gehen, sind es bei den Kindern der vorsichtigen und selektiven Internetnutzer der Verantwortungsbedachten Etablierten 36 Prozent und bei denen aus dem Milieu der Internetfernen Verunsicherten nur 20 Prozent.
  • Je selbstverständlicher Eltern online sind und digitale Medien nutzen, desto mehr Selbstsicherheit zeigen ihre Kinder im Umgang damit und geben an, sich gut im Internet auszukennen.

Bildung der Eltern beeinflusst Mediennutzung der Kinder

Wie Kinder mit digitalen Medien konkret umgehen und was sie im Internet machen,
unterscheidet sich vor allem entlang der formalen Bildungsgrade der Eltern.

  • Kinder von Eltern mit geringer formaler Bildung haben im Kontext Spiele einen stärkeren Unterhaltungsfokus und nutzen das Internet deutlich seltener für Informationssuche und Lernzwecke als Kinder von Eltern mit formal höherer Bildung.
  • Je geringer die formale Bildung der Eltern, desto weniger engagiert sind sie, ihre Kinder in die digitale Welt aktiv zu begleiten; sie sind vielmehr der Meinung, man bräuchte Kinder beim Erlernen des Umgangs mit digitalen Medien nicht anzuleiten, da sie dies von allein lernen würden.

Mehrheit sieht Chancen, doch Risiken überwiegen

Die deutliche Mehrheit der Eltern (65 Prozent) sieht Chancen digitaler Medien und des Internets für ihre Kinder, insbesondere wenn es um die Sicherstellung ihrer sozialen Teilhabe geht. Doch überwiegen die Risiken des Internets aus Sicht der Eltern die wahrgenommenen Chancen. Zwei Drittel der Eltern 3- bis 8-Jähriger verbieten ihren Kindern, ins Internet zu gehen.

  • Als Chancen digitaler Medien für Kinder werden vor allem das umfangreiche Informationsangebot des Internets und die Motivationsleistung von Lernspielen und Lernprogrammen gesehen.
  • 58 Prozent der Eltern sind zudem der Meinung, dass Computerspiele die Konzentrationsfähigkeit und motorischen Fähigkeiten von Kindern verbessern können.
  • Nicht kindgerechte Inhalte und der mögliche Kontakt zu unbekannten Personen sowie Mobbing sind aus Elternsicht die größten Risiken des Internets für Kinder.
  • Der Schutz der Privatsphäre ist aus Elternsicht ein relevantes Risikofeld. Eltern befürchten, dass ihre Kinder im Internet zu viel von sich preisgeben.

Sicherheit immer wichtiger, Lücken bleiben

Die Sicherheit im Internet spielt aus Elternsicht mit steigendem Alter der Kinder eine immer wichtigere Rolle. Die Anwendung konkreter Sicherheitsmaßnahmen steigt jedoch nicht proportional dazu an.

  • Mit 57 Prozent sind Gespräche mit Kindern über Informationen, die persönlich sind und daher nicht ins Netz gehören, die am häufigsten ergriffene Maßnahme. Etwas mehr als die Hälfte der Eltern hat Kinder- und Jugendschutzprogramme auf ihren Computern/Laptops installiert.
  • Je ausgeprägter ihre subjektive Netzkompetenz, desto mehr Sicherheitsmaßnahmen ergreifen Eltern.
  • Trotz intensiverer Nutzung des Internets und einer zunehmenden Bedeutung von Sicherheitsfragen nimmt der Informationsbedarf der Eltern mit steigendem Alter ihrer Kinder nicht zu.

Eltern sehen sich als Hauptverantwortliche

Zwar sehen sich Eltern in der Hauptverantwortung, wenn es darum geht, ihren Kindern einen kompetenten Umgang mit dem Internet zu vermitteln. Dennoch zeigen sie Unsicherheiten bei konkreten Herausforderungen und Erziehungsentscheidungen im digitalisierten Familienalltag.

  • Ausgerechnet für die Fähigkeiten, die Eltern als besonders wichtig für den sicheren Umgang ihrer Kinder mit dem Internet einstufen, schreiben sie sich selbst geringe Kompetenzen zu. So ist die Fähigkeit, gewalthaltigen und/oder pornografischen Seiten ausweichen zu können, für sie von enormer Bedeutung. Gleichzeitig sagt ein Drittel der Eltern, dass es vorkommt, dass ihre Kinder auf solche Inhalte im Internet treffen und durch diese eingeschüchtert werden.
  • Je ausgeprägter die Risikowahrnehmung der Eltern, desto häufiger findet ein Online-Verbot statt. Die Unsicherheiten der Eltern führen vielfach nicht zu verstärkter Informationssuche nach geeigneten Sicherheitsmaßnahmen, sondern zu einer restriktiven Haltung.

Die Studie ist hier verfügbar. 

JIM-Studie 2015

Fast alle Jugendliche haben ein Smartphone und sind im Schnitt über drei Stunden damit online, am liebsten nutzen sie YouTube. Alle wichtigen Ergebnisse der JIM-Studie 2015 finden Sie hier auf einen Blick.

DAK-Studie 2015

Für die repräsentative Untersuchung hat das Forsa-Institut 1.000 Mütter und Väter umfassend zum Internet- und Computergebrauch ihrer 12- bis 17-jährigen Kinder befragt. Es ist die erste Eltern-Studie, die neben der Dauer und der Art der Internetnutzung auch mögliche krankhafte Folgen für die Jungen und Mädchen untersucht. Hauptergebnisse der DAK-Studie: Laut der Hälfte der befragten Eltern bleibt das Kind länger online als vorgenommen. 22 Prozent der 12- bis 17-Jährigen fühlen sich ruhelos, launisch oder gereizt, wenn sie ihre Internetnutzung reduzieren sollen. Etwa jedes zehnte Kind nutzt das Internet, um vor Problemen zu fliehen. Bei elf Prozent der Befragten hat das Kind mehrfach erfolglose Versuche unternommen, seine Internetnutzung in den Griff zu bekommen. Bei sieben Prozent der Kinder gefährdet die Onlinewelt eine wichtige Beziehung oder eine Bildungschance, wobei die Jungen doppelt so häufig betroffen sind.

12-Jährige nutzen Computer eigenständig

Laut Studie der DAK-Gesundheit haben die Kinder im Durchschnitt im Alter ab zwölf Jahren begonnen, das Internet selbstständig zu nutzen. Bei etwa einem Zehntel der befragten Eltern waren die Jungen und Mädchen aber jünger als zehn Jahre. Häufig vereinbaren Eltern mit ihren Kindern keine Regeln für den Umgang mit dem Computer:

  • 71 Prozent der Eltern haben keine Regeln, an welchen Orten ihr Kind das Internet nutzen darf;
  • 51 Prozent der Eltern haben keine Regeln, wie lange ihr Kind das Internet nutzen darf;
  • 32 Prozent der Eltern haben keine Regeln, welche Inhalte ihr Kind im Internet nutzen darf.

Auch wenn es Regeln zur Internetnutzung gab, so wurden diese nur von 42 Prozent der befragten Eltern auch „voll und ganz“ umgesetzt.

Online-Streit in jeder dritten Familie

Nach der Befragung schätzen die Eltern die private Internetnutzung der Kinder an einem normalen Werktag auf rund zweieinhalb Stunden. Am Wochenende steigt die verbrachte Zeit im Durchschnitt auf vier Stunden an. 20 Prozent der Jungen und Mädchen sind am Samstag oder Sonntag sechs Stunden und mehr am Computer. Während Jungen die meiste Zeit mit Online-Spielen verbringen, nutzen die Mädchen das Internet für das sogenannte Chatten. In jeder dritten Familie sorgt die Internetnutzung manchmal bis sehr häufig für Streit. Dies ist vor allem bei Kindern im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren der Fall.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie finden Sie hier zum Download.

Digitale Medien: Beratungs-, Handlungs- und Regulierungsbedarf aus Elternperspektive

Das DJI-Projekt „Digitale Medien: Beratungs-, Handlungs- und Regulierungsbedarf aus Elternperspektive“ (2013 bis 2015) untersucht die Perspektiven von Müttern und Vätern auf die Internetnutzung ihres Kindes, ihre Einstellung zur Interneterziehung und zum Kinder- und Jugendmedienschutz. Des Weiteren wird der Informationsbedarf der Eltern zur Medien- bzw. Interneterziehung erfasst. In die Studie einbezogen sind Eltern von 1- bis 15-jährigen Kindern und Jugendlichen.

Kernergebnisse im Überblick

Internetnutzung der 1- bis 15-Jährigen

  • Informationsbedarf von Eltern zur Internetnutzung ihrer Kinder besteht ab dem frühen Kindesalter: Im Klein- und Vorschulalter wird das Internet von jedem achten und im Grundschulalter von jedem zweiten Kind genutzt. In der Sekundarstufe ist dann fast jeder Schüler und jede Schülerin online.
  • Zur Internetnutzung wird vornehmlich der heimische PC oder Laptop verwendet. Mit dem Handy geht von den Klein-, Vor- und Grundschulkindern etwa ein Viertel ins Internet, bei den Sekundarschülern fast drei Viertel. Dabei nutzen fast alle Sekundarschüler ein eigenes Handy. Unabhängig vom Alter gebrauchen mehr als ein Drittel auch ein Tablet.

Probleme bei der Internetnutzung der Kinder

  • Mehr als ein Viertel der Mütter von Klein-, Vor- und Grundschulkindern gibt an, auf jugendschutzrelevante Probleme während des Internetbesuchs ihres Kindes gestoßen zu sein. Der Anteil der Mütter der Sekundarschüler, der davon berichtet, ist doppelt so hoch.
  • Am häufigsten geben Eltern Probleme mit Online-Spielen und Werbung an, wobei mit zunehmendem Alter der Kinder die Bandbreite der wahrgenommenen Probleme – insbesondere im Nutzungskontext der sozialen Medien – steigt.

Informationsbedarf der Eltern

  • In Fragen der Interneterziehung ihres Kindes schätzen sich ein gutes Drittel der Mütter und mehr als die Hälfte der Väter als „sehr kompetent“ oder „kompetent“ ein.
  • Die wichtigsten Informationsthemen für Eltern sind Aufklärung über mögliche Risiken und Informationen zum Schutz der Kinder im Netz. Erst danach folgen Hinweise zur alters-gerechten Nutzung und zum Verstehen und Erleben des Internets durch Kinder.
  • Nach wie vor sind die Eltern am ehesten mit Printmaterialien zur Medienerziehung ihrer Kinder erreichbar. Dies gilt vor allem für Eltern, die ihre eigene Interneterziehungskompetenz als hoch einschätzen, während die anderen eher über das persönliche Gespräch erreichbar sind.

Verantwortlichkeiten für den Kinder- und Jugendmedienschutz

  • Die Eltern sehen die Verantwortung für den Schutz ihres Kindes vor negativen Einflüssen aus dem Internet vor allem bei sich selbst. Zugleich sehen aber die meisten von ihnen auch die Unternehmen sowie die Politik in der Verantwortung. Auch von Schulen und außerschulischen Betreuungs-einrichtungen erwarten viele Eltern einen Beitrag zum Schutz vor negativen Einflüssen.
  • Im Hinblick darauf, wie Politik, Unternehmen und andere Einrichtungen ihrer Verantwortung gerecht werden, sind offenbar viele Eltern skeptisch: 89 % der Mütter und 78 % der Väter wünschen sich eine verschärfte Durchsetzung des Kinder- und Jugendschutzes im Internet.

Nutzung von Jugendschutzmaßnahmen seitens der Eltern

  • Nur rund 40 % der Eltern verwenden Programme oder Geräteinstellungen,  um  ihr  Kind  vor  Internetgefahren zu schützen. Technische Schutzvorkehrungen  werden von  den  Eltern  mit  zunehmendem  Alter  des  Kindes häufiger ergriffen:  Bei  etwa  einem  Drittel  der  Klein- und  Vorschulkinder  und  knapp  der  Hälfte  der  Schulkinder kommen sie zum Einsatz.
  • Zudem werden technische  Schutzmaßnahmen  gerätespezifisch  getroffen. Sie werden auf fast allen PCs bzw. Laptops, drei Viertel  der  Tablets  und  etwa  der  Hälfte  der  Handys  bzw. Smartphones  eingesetzt,  mit  denen die  Kinder  ins  Internet gehen.
  • Die  Mehrheit  der  Eltern,  etwas  mehr  als  60 %,  trifft keine technischen Schutzmaßnahmen.

    • 90 %  der  Mütter  und  92 %  der  Väter  geben  an, das Kind lieber selbst ins Internet zu begleiten.
    • 65 %  der  Mütter  und  der  Väter  sehen  einfach  keinen Anlass für technische Schutzvorkehrungen.
    • 28 % der Mütter und 25 % der Väter verzichten aufgrund unzureichender  Informationen  darüber, welche   Programme   verwendet   werden   können, auf   technische Schutzmaßnahmen
    • 25 % der Mütter und 19 % der Väter aufgrund zu geringer Kenntnisse über deren Funktionsweise

Die Ergebnisse sind hier verfügbar. Weitere Informationen auf der Projektseite des Deutschen Jugendinstituts.

Forsa-Umfrage "Sicherheit im Internet"

56 Prozent der 6- bis 14-jährigen Kinder nutzen das Internet ohne Aufsicht, so eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Cosmos Direkt Versicherung. Fast alle Eltern (83 Prozent) erklären, sie hätten auch nicht jedes internetfähige Gerät mit einem Kinderschutz-Programm gesichert. Gut ein Viertel der Schüler zwischen 6 und 8 Jahren (26 Prozent) sucht im Netz nach unterrichtsrelevanten Informationen. Insgesamt ist die Online-Recherche die zweithäufigste Aktivität (60 Prozent) der jungen Nutzer - zumindest laut ihren Eltern. Auf Platz eins liegt das virtuelle Spielen. Mit 70 Prozent ist dies die häufigste Aktivität im Netz.

Über die Hälfte der Kleinen surft ohne Aufsicht

Viele Eltern lassen ihren Kleinen freie Hand an internetfähigen Geräten - und wissen so nicht, auf welchen Seiten ihre Kinder wirklich surfen: 56 Prozent der 6- bis 14-jährigen Kinder nutzen das Internet ohne Aufsicht, 83 Prozent derer Eltern geben an, nicht jedes internetfähige Gerät mit einem Kinderschutz-Programm gesichert zu haben. Der Grund: Fast ein Drittel der Eltern (30 Prozent) ist von den technischen Funktionen überfordert oder kennt sich nicht gut genug mit dem Schutz vor Viren und anderen Schadprogrammen aus.

Überraschend: Die über 50-Jährigen schätzen ihre diesbezüglichen Kenntnisse besser ein als jüngere Befragte: 81 Prozent der Älteren kennen sich nach eigenen Angaben gut bzw. sehr gut mit dem Schutz vor Schadprogrammen aus. Im Gegensatz dazu beurteilen nur 65 Prozent der unter 40-Jährigen ihre Kenntnisse auf diesem Feld insgesamt mit gut bis sehr gut.

Immerhin ein Viertel der Eltern (25 Prozent) traut den eigenen Kindern offenbar zu, selbst Verantwortung zu übernehmen: Sie geben an, der Nachwuchs kenne sich trotz des jungen Alters von 6 bis 14 Jahren schon gut bis sehr gut mit der Sicherung internetfähiger Geräte aus. Selbst in der jüngsten Altersgruppe der 6- bis 8-Jährigen schreiben 8 Prozent der Eltern ihren Sprösslingen solche Kenntnisse zu.

Mehrheit der Eltern sieht für ihre Kinder keine große Gefahr beim Surfen

Die Mehrheit der Eltern (60 Prozent) macht sich keine Sorgen, dass ihre Kinder Opfer eines Cyberbetrugs werden - selbst wenn sie selbst sich nicht gut auskennen. 17 Prozent der Befragten gaben an, sich überhaupt keine Sorgen zu machen.

Bei jüngeren Kindern scheint die Sorge größer: So gaben 23 Prozent der Eltern von Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren an, sich große Sorgen zu machen. Dass ihr Kind gefährliche Dateien herunterladen könnte, ist für 19 Prozent Anlass zu großer Sorge. 79 Prozent betrachten diese Gefahr als gering. Die Unbedarftheit birgt auch Risiken: Es kommt zum Beispiel vor, dass nicht geschäftsfähige Kinder im Internet unbemerkt auf Shoppingtour gehen: 8 Prozent der Mütter und Väter gaben an, ihr Kind habe schon einmal oder mehrmals ohne ihre Zustimmung kostenpflichtige Apps oder Dateien erworben.

Bei der repräsentativen Forsa-Umfrage "Sicherheit im Internet" wurden im März und April 2015 1.007 Eltern mit Kindern zwischen 6 und 14 Jahren befragt, die das das Internet nutzen.

Studie zu Internetsucht

3,4 Prozent der Jugendlichen nutzen das Internet suchtartig. Das bedeutet: Sie sind mehr als sechs Stunden täglich online, haben keine Kontrolle mehr über Onlinezeiten, geben ihre Interessen auf und erleiden schädliche persönliche, familiäre oder schulische Konsequenzen aufgrund der vielen Zeit vor dem Computer oder am Handy. 13,8 Prozent zeigen zwar keinen suchtartigen, aber dennoch einen exzessiven und „ausufernden“ Gebrauch. Mädchen und Jungen sind davon gleichermaßen betroffen.

Jugendliche, die häufig Angebote von Onlinespielen und –Sexportalen nutzen, haben eine schlechtere Bindung zu ihren Freunden. Das heißt, sie kommunizieren weniger, vertrauen ihren Freunden nicht so sehr und fühlen sich von anderen stärker entfremdet. All diese Faktoren begünstigen letztlich die soziale Ausgrenzung. Digitale soziale Netzwerke seien hingegen förderlich für die Beziehung und Bindung zu Gleichaltrigen. Allerdings könnten sie zu einem suchtartigen Gebrauch führen, welcher wiederrum die Bindung zu Gleichaltrigen negativ beeinflusst. Dies ergab die Studie des Forscherteams um Professor Dr. med. Manfred Beutel, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin der Universitätsmedizin Mainz nach einer Befragung von rund 2400 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in Rheinland-Pfalz.

Im Hinblick darauf, mit welchen Inhalten sie sich online beschäftigen, unterschieden sich Mädchen und Jungen allerdings: Mädchen nutzen das Internet häufiger für den sozialen Austausch, zur Recherche und zum Online-Shopping, Jungen verbringen mehr Zeit mit Onlinespielen. Professor Beutel, der in seiner Klinik in der Ambulanz für Spielsucht auch betroffene Jugendliche und Eltern behandelt, stellt zudem fest: „Sozial unsichere oder gehemmte Jugendliche wenden sich eher Online-Aktivitäten zu, die weniger Kontakt und Austausch erfordern.“

Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Online- versus Offline-Freundschaften

Auch in Zeiten boomender sozialer Netzwerke wie Facebook hat der "echte" Freund noch lange nicht ausgedient. Einer Studie der Universität Bielefeld zufolge bewerten Kinder und Jugendliche den Wert von Freunden, die sie auch außerhalb des Internets treffen, höher als den von überwiegend online gepflegten Freundschaften. 72,1 Prozent der Befragten gaben an, Mitglied in einem Netzwerk zu sein, mehr als ein Drittel pflegt dort auch enge Freundschaften. Dabei stuften die jungen Netzwerk-User Freunde, die sie vorwiegend offline treffen, auf einer neunstufigen Skala mit durchschnittlich 7,7 Punkten bedeutsamer ein als Freundschaften, die sie vorwiegend über das Internet pflegen (6,9 Skalenpunkte).

In einem sozialen Netzwerk lasse sich nicht dieselbe Nähe herstellen. Mimik und Gestik würden helfen, die Situation zu verstehen. So hätten die Kinder auch angegeben, dass sie Offline-Freunden eher ihre Geheimnisse anvertrauen als den Online-Freunden. Die Befragung von rund 1900 zufällig ausgewählten Schulkindern der fünften bis zehnten Klassen soll Aufschlüsse geben, wie sich dieser Wandel auf die Lebenswelt der Kinder auswirkt.

Weitere Informationen sind im Abstractband abrufbar und auf S.104f zu finden.

KIM-Studie 2014

Die Verbreitung von Tablet-PCs ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen, aufgrund der intuitiv bedienbaren Oberfläche wird oft auch die Nutzung der Geräte durch Kinder diskutiert. Laut Ergebnissen der KIM-Studie 2014 ist die Nutzung eines Tablets jedoch nur für eine Minderheit der deutschen Kinder eine Option: Ein Tablet-PC ist in 19 Prozent der Haushalte mit Kindern zwischen sechs und 13 Jahren vorhanden (2012: 12 %), zwei Prozent der Kinder dieser Altersgruppe besitzen selbst ein Tablet (2012: 1 %). Betrachtet man nur diejenigen Kinder, die zuhause ein Tablet zur Verfügung haben, so nutzt die Hälfte das Gerät regelmäßig zum Spielen, gut ein Drittel sieht darauf Fotos oder Videos an oder surft im Internet.

Insgesamt 63 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen nutzen zumindest selten das Internet, dieser Anteil hat sich seit der letzten Erhebung der KIM-Studie 2012 nur marginal um einen Prozentpunkt erhöht. Gestiegen ist jedoch die Häufigkeit der Nutzung: Von den Internetnutzern surfen 40 Prozent jeden oder fast jeden Tag (2012: 36 %, 2010: 26 %), 44 Prozent sind ein- oder mehrmals pro Woche online und 16 Prozent zählen eher zu den sporadischen Nutzern (weniger als einmal pro Woche). Während Mädchen und Jungen bei der täglichen Nutzung so gut wie keine Unterschiede aufweisen, sind die Jüngeren zu einem deutlich geringeren Anteil vertreten (6-7 Jahre: 15 %, 8-9 Jahre: 18 %, 10-11 Jahre: 38 %, 12-13 Jahre: 60 %).

Hinsichtlich der Zugangsgeräte liegen Computer und Laptop bei Kindern weiterhin mit Abstand an erster Stelle, neun von zehn Internetnutzern zwischen sechs und 13 Jahren nutzen das Internet regelmäßig über PC oder Laptop. Ein Drittel der Kinder gehen regelmäßig mit ihrem Handy/Smartphone online. Auf Platz drei liegen Spielkonsolen (11 %), der Zugang über Tablet-PCs ist nur für eine Minderheit (5 %) relevant.

Trotz der wachsenden Bedeutung des Internets ist das Fernsehen für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren das wichtigste Medium. 61 Prozent wählen das Fernsehen als das Medium, auf das sie am wenigsten verzichten können. Nur ein Viertel der Kinder entscheidet sich für Computer und Internet. Und auch bei der täglichen Nutzung ist das Fernsehen Spitzenreiter: 79 Prozent der Kinder schauen täglich fern, das Internet nutzt nur jeder Vierte jeden oder fast jeden Tag.

Kaum Regeln für das Handy

In Familien mit Kindern zwischen sechs und 13 Jahren gibt es unterschiedliche Regeln zum Medienumgang: So haben 80 Prozent der Eltern, deren Kinder das Internet nutzen, mit ihnen Absprachen dazu getroffen, welche Angebote und Seiten sie im Internet besuchen dürfen. Auch dazu, welche Computer- oder Konsolenspiele gespielt und welche Fernsehsendungen gesehen werden dürfen, gibt es in vergleichbar vielen Familien, in denen die Kinder die entsprechenden Medien nutzen, Regeln.

Zum Thema Handy und Smartphone wurden anteilig am wenigsten Regeln aufgestellt: So haben zwar drei von fünf Haupterziehern, deren Kinder ein Handy oder Smartphone nutzen, reglementiert, welche Dinge das Kind mit dem Mobiltelefon machen darf – wie lange sich der Sprössling jedoch täglich mit dem Gerät beschäftigen darf, dazu hat nicht einmal die Hälfte Absprachen getroffen. Eltern sind hier offenbar in der Zwickmühle: Obwohl sie beklagen, dass ihre Kinder zu viel Zeit mit dem Handy verbringen, bewerten sie es doch positiv, dass sie den Nachwuchs ständig erreichen können.

Nur jeder Dritte nutzt Computer in der Schule

Der Einsatz von Computern findet im Schulunterricht in Deutschland nur sporadisch statt: Lediglich 30 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen nutzen nach eigener Angabe zumindest selten einen Computer oder Laptop in der Schule. Wenn digitale Medien im Unterricht eingesetzt werden, dann vor allem bei Schülern ab zehn Jahren. Der Einsatz von Computern erfolgt in erster Linie in einem speziellen Fach für Computerbildung/Informatik, mit Abstand folgen die Fächer Deutsch, Mathematik und Sprachen. Bei den konkreten Anwendungsfällen des Computers im Unterricht steht das Schreiben von Texten an erster Stelle: 86 Prozent derjenigen Kinder, die in der Schule einen Computer nutzen, schreiben regelmäßig Texte am
PC, 68 Prozent nutzen Lernprogramme und 65 Prozent lernen den Umgang mit einem speziellen Programm. Knapp die Hälfte führt Berechnungen am Computer durch, 35 Prozent erstellen regelmäßig Präsentationen.

Die Studie ist hier abrufbar.

BDVZ-Studie zu Kindern und Nachrichten

Nachrichten haben auch bei Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren bereits hohe Relevanz. Dabei machen sich Mädchen im Schnitt mehr Sorgen über das Weltgeschehen als Jungen. Auf der Liste beunruhigender Themen ganz oben stehen Islamistischer Terror und Klimawandel. Das sind einige Ergebnisse einer ad-hoc Studie des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).

Danach sind Kinder über die Themen "Terror durch den IS" und "Klimawandel" am besten informiert. Nur 12 % (IS-Terror) beziehungsweise 9,3 % (Klimawandel) erklären, noch nichts darüber gehört zu haben. Gleichzeitig bereiten ihnen diese Themen "große" oder "sehr große" Sorgen (41,4 % IS-Terror/ 39,1 % Klimawandel), und sie wünschen sich dazu noch "etwas mehr" oder "viel mehr" Informationen (65,2 % IS-Terror/ 64 % Klimawandel).

Die wenigsten Sorgen lösen laut Umfrage hingegen "Gefahren durch das Internet" bei den Sechs- bis Zwölfjährigen aus. 56,5 % erklären, sich darum "keine" oder "wenig" Sorgen zu machen. Kindern aus Ostdeutschland ist dieses Thema zudem weniger bekannt als Kindern aus Westdeutschland. Mädchen wissen über "Gefahren durch das Internet" nach eigener Einschätzung seltener Bescheid als Jungen.

Die Umfrage zeigt, dass die genannten Krankheiten, Kriege und Krisen Jungen insgesamt weniger beunruhigen als Mädchen. Kinder, in deren Familie der Haushaltsvorstand eine Mittel-/ Realschule besucht hat, fühlen sich im Schnitt besser über aktuelle Nachrichteninhalte informiert als Kinder aus Familien, in denen der Haushaltsvorstand einen Volks-/Hauptschulabschluss oder Abitur/Universitätsabschluss hat. Die Antworten von Kindern mit und ohne Migrationsgeschichte unterscheiden sich nur geringfügig.

Für die Studie wurden 582 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren im Zeitraum 29. Dezember 2014 bis 16. Januar 2015 in persönlichen Interviews zu ihrem Informationsnutzungsverhalten sowie zu ihrem Interesse an aktuellen Nachrichten befragt.

Die Studie ist hier in Auszügen abrufbar.

International Computer and Information Literacy Study 2013/14

Zentrale Ergebnisse von ICILS 2013 für Deutschland

• Deutschland befindet sich im mittleren Bereich der Rangreihe der Länder. Die Achtklässlerinnen und Achtklässler in Deutschland erreichen einen Leistungs-mittelwert von 523 Punkten und damit ein Leistungsniveau, das signifi kant über dem internationalen Mittelwert von 500 Punkten sowie im Bereich des Mittelwerts der Vergleichsgruppe EU (525 Punkte) liegt.

• Die Ergebnisse der Studie ICILS 2013 machen deutlich, dass die weit verbreite-te Annahme, Kinder und Jugendliche würden durch das Aufwachsen in einer von neuen Technologien geprägten Welt automatisch zu kompetenten Nutzerinnen und Nutzern digitaler Medien, nicht zutrifft.

• Entwicklungsbedarfe zeigen sich für Deutschland vor allem aufgrund der geringen Anteile an Schülerinnen und Schülern auf der höchsten Kompetenzstufe. Zudem erreichen etwa 30 Prozent der Achtklässlerinnen und Achtklässler in Deutschland nur die untersten beiden Kompetenzstufen I und II. Damit verfügt ein nicht uner-heblicher Teil der Jugendlichen nur über rudimentäre bzw. basale Fertigkeiten und Wissensstände hinsichtlich des kompetenten Umgangs mit neuen Technologien.

• Festgestellt werden kann weiterhin, dass das mittlere Kompetenzniveau von Jungen statistisch signifi kant hinter dem der Mädchen zurückliegt.

• Zudem lassen sich Bildungsbenachteiligungen für Achtklässlerinnen und Acht-klässler aus unteren und mittleren sozialen Lagen sowie für Jugendliche mit Migrationshintergrund feststellen, die im Mittel vergleichsweise geringe Kompetenzen aufweisen und sich überproportional häufi g auf den unteren Kompetenz-stufen befinden.

• Insbesondere Jungen aus Familien mit wenigen kulturellen und ökonomischen Res-sourcen, die Schulen besuchen, die nicht oder nicht ausschließlich einen gymna-sialen Bildungsgang anbieten, zählen derzeit zu der Schülergruppe, die zu einem hohen Anteil besorgniserregend geringe computer- und informationsbezogene Kompetenzen aufweist.

• Des Weiteren geben die Befunde von ICILS 2013 für Deutschland Hinweise auf ein bestehendes Missverhältnis zwischen den Potenzialen, die dem Lehren und Lernen mit digitalen Medien zugesprochen werden, und der Realität dessen, was in Klassenräumen geschieht.

• Es ergeben sich deutliche Hinweise auf Entwicklungspotenziale bezüglich der Ausstattung der Schulen mit modernen und unterrichtsnahen Technologien, Bedarfe an Unterstützungssystemen im Bereich des technischen und pädagogischen Supports von Lehrkräften sowie an Fortbildungsangeboten und -maßnahmen für Lehrpersonen.

• Perspektivisch ist davon auszugehen, dass Deutschland ohne eine konzeptio-nelle Verankerung digitaler Medien in schulische Lehr- und Lernprozesse unter Berücksichtigung des kompetenten Umgangs mit neuen Technologien im internationalen Vergleich auch zukünftig nicht über ein mittleres Leistungsniveau hinaus-kommen wird.

Hier finden Sie weitere Informationen.

Young Children (0-8) and Digital Technology

Im Auftrag der Europäischen Kommission haben Wissenschaftler die Internetnutzung durch Kinder bis acht Jahren untersucht. Außerdem wollten sie wissen, wie Eltern mit diesem Thema umgehen und welche Faktoren die Medienerfahrungen der Kinder beeinflussen. Ihr Bericht „Young Children (0-8) and Digital Technology“ basiert auf Untersuchungen in Belgien, Deutschland, Großbritannien, Finnland, Italien, Tschechien und Russland. Die Autoren der Studie empfehlen, leicht verständliche Kennzeichnungen für kinderfreundliche Online-Inhalte zu entwickeln sowie den Daten- und Persönlichkeitsschutz auf die junge Zielgruppe zuzuschneiden. Eltern sollen über Kinderschutzfunktionen von Anwendungen und Geräten informiert und Schulen sowie Kindergärten ermutigt werden, eine aktivere Rolle bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen bei Kindern zu spielen.

Der Bericht ist hier abrufbar.

Kinderreport 2015

Das Internet (67 Prozent) und Fernsehen (50 Prozent) sind die Medien, mit denen Kinder und Jugendlichen die meiste Zeit verbringen. Dabei nehmen sie gerade bei der Internetnutzung die Chancen und Risiken wahr: 92 Prozent finden dort Sachen, die Spaß machen. Zugleich geben 86 Prozent an im Internet Informationen zu finden, die sie interessieren und 71 Prozent sind der Auffassung, dass sie sich im Internet altersgerecht informieren können. Gleichzeitig fühlen sich nur 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen sicher vor problematischen Inhalten wie Gewalt oder Pornografie. Nur 9 Prozent sind der Ansicht, dass sie im Internet sicher vor Übergriffen von Erwachsenen oder Gleichaltrigen sind.

Erwachsene sehen das ähnlich, wenn auch etwas kritischer: 85 Prozent sind der Ansicht, dass ihre Kinder im Internet Informationen finden, die sie interessieren, 74 Prozent geben an, dass Kinder dort unterhaltsame Angebote für ihre Altersgruppe finden, 66 Prozent sind der Ansicht, dass sich Kinder im Internet altersgerecht informieren können. Gleichzeitig sehen nur 4 Prozent Kinder und Jugendliche sicher vor problematischen Inhalten wie Gewalt oder Pornografie. Und nur 3 Prozent sind der Ansicht, dass Kinder und Jugendliche im Internet sicher vor Übergriffen von Erwachsenen oder Gleichaltrigen sind. Auch beim Fernsehen wird die Gefahr problematischer Inhalte gesehen: Nur 11 Prozent der Kinder und Jugendlichen fühlen sich hier ausreichend vor Gewalt oder Pornografie geschützt, von den Eltern stimmen nur 7 Prozent dieser Aussage zu.

Die Studie ist hier abrufbar.

JIM-Studie 2014

Angebot

Das Medienangebot ist in Haushalten, in denen Jugendliche aufwachsen, mittlerweile extrem vielfältig. Bei Handy, Fernseher, Computer und Laptop sowie Internetzugang ist die Vollausstattung bereits erreicht, auch Smartphones stehen kurz davor und sind in 94 Prozent der Familien vorhanden. Hier zeigt sich eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, ähnlich bei Tablet-PCs, die bereits in fast der Hälfte aller Haushalte vorhanden sind. Die Jugendlichen selbst verfügen ebenfalls über ein breit gefächertes Medienrepertoire. Mit 97 Prozent besitzt praktisch jeder Zwölf- bis 19-Jährige ein eigenes Mobiltelefon (Smartphone: 88 %), das im Schnitt 16 Monate alt ist. Neun von zehn Jugendlichen (92 %) können vom eigenen Zimmer aus auf das Internet zugreifen. Etwa drei Viertel besitzen einen eigenen Computer oder Laptop (76 %), ein eigener MP3-Player ist bei 66 Prozent vorhanden. Gut die Hälfte der Jugendlichen kann einen Fernseher (56 %), ein Radio (55 %) oder eine Digitalkamera (53 %) ihr Eigen nennen und jeder fünfte Zwölf- bis 19-Jährige besitzt inzwischen einen Tablet-PC (20 %).

Nutzung

Hinsichtlich der regelmäßigen Nutzung liegt das Fernsehen neben Internet und Handy/Smartphone wie im Vorjahr auf dem dritten Rang und ist fest verankert im jugendlichen Alltag. 83 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen nutzen mindestens mehrmals pro Woche (lineares) Fernsehen. Dabei sehen die Jugendlichen nach Selbsteinschätzung wochentags 102 Minuten fern. Hinsichtlich der Nutzungswege des Fernsehens etablieren sich mobile Endgeräte zwar immer mehr, sind aber derzeit keine echte Alternative. Bezogen auf die letzten 14 Tage vor dem Zeitpunkt der Befragung nutzten 98 Prozent das klassische stationäre Fernsehgerät, 19 Prozent sahen via Internet fern, elf Prozent nutzten dafür das Handy bzw. Smartphone, fünf Prozent einen Tablet-PC.

Zwei Drittel der Jugendlichen wissen zwar, dass manche Filme und Serien vorab online gesehen werden können, aber nur knapp ein Fünftel hat von diesem „Angebot“ überhaupt schon einmal Gebrauch gemacht. Zu den populärsten Plattformen zählen umstrittene Download-Plattformen wie „kinox.to“ oder „movie4k.to“, aber auch etablierte Angebote wie „maxdome“, „rtl.now“ oder YouTube.

Digitales Spielen ist für Jugendliche über eine Vielzahl verschiedener Mediengeräte möglich. 69 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen spielen regelmäßig an Computer, Konsole, Tablet, Handy oder online. Handyspiele sind dabei am stärksten in den jugendlichen Alltag integriert, sie werden von der Hälfte der Jugendlichen regelmäßig genutzt und sind als einzige Spielform im Gegensatz zu anderen Plattformen für beide Geschlechter gleichermaßen interessant. Das Spielen über Tablet-PCs hat sich – nicht zuletzt wegen der noch beschränkten Verfügbarkeit – mit 13 Prozent regelmäßiger Tablet-Spieler bisher nicht im Alltag durchgesetzt. Die „traditionelleren“ Spielmöglichkeiten über Computer, Konsole oder online werden von 45 Prozent regelmäßig genutzt, wobei hier die männlichen Spieler (70 %, Mädchen: 17 %) deutlich dominieren. Die durchschnittliche Spieldauer  beträgt 77 Minuten an Wochentagen. Jungen spielen mit 105 Minuten mehr als doppelt so lange wie Mädchen (48 Min.).

Das Smartphone übernimmt zunehmend Funktionen, die bislang von verschiedenen Endgeräten erfüllt wurden. Mit dem Smartphone wird in erster Linie Musik gehört und das Internet genutzt, die klassischen Handytätigkeiten wie Telefonieren und insbesondere SMS-Schreiben gehen deutlich zurück. Letztere Funktion wird inzwischen von Messenger-Apps, wie bspw. WhatsApp, übernommen – 94 Prozent der Besitzer von internetfähigen Handys haben WhatsApp installiert. Daneben haben Jugendliche im Schnitt 18 weitere Apps installiert, am wichtigsten sind neben Messenger-Apps Communities, Foto-Apps und Spiele. Die Nutzung von Handys/Smartphones und mobilem Internet hat auch Schattenseiten: 29 Prozent der Jugendlichen haben schon einmal im Freundeskreis mitbekommen, dass pornografische oder brutale Filme über das Handy zugestellt wurden, 14 Prozent haben selbst schon ungefragt solche Inhalte bekommen. 39 Prozent erlebten schon einmal im Bekanntenkreis, dass jemand mittels Handy/Smartphone oder Internet fertig gemacht wurde. Auch Sexting ist ein relevantes Thema: 27 Prozent haben mitbekommen, dass im Bekanntenkreis erotische oder aufreizende Bilder oder Filme verschickt wurden. Zudem bringt die ständige Erreichbarkeit Probleme mit sich: Mehr als die Hälfte der Handy-/Smartphonebesitzer stimmt der Aussage zu, dass sie zu viel Zeit damit verbringen. Zwei Drittel fühlen sich zeitweise genervt von der Flut eingehender Nachrichten. Bei der Nutzung des Internets spielt der mobile Zugang eine immer größere Rolle. 86 Prozent der Jugendlichen nutzten innerhalb von 14 Tagen das Internet mit einem mobilen Telefon. Damit werden Computer bzw. Laptop mit 82 Prozent auf den zweiten Rang verwiesen.

Generell wird das Internet von 81 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen täglich genutzt, nach eigener Einschätzung sind die Jugendlichen an einem durchschnittlichen Tag (Mo-Fr) 192 Minuten online. Der Schwerpunkt der Online-Zeit liegt wie in den letzten Jahren auf Kommunikation; diese erfolgt hauptsächlich über Chatten und Communities, wobei die Relevanz von Communities durch die starke Verbreitung von WhatsApp gesunken ist. Auch die Zahl der Freunde in Sozialen Netzwerken hat sich von 290 im Vorjahr auf 256 reduziert. Zur Unterhaltung werden vor allem Videoportale und Musik genutzt. Der Zugang zu Informationen erfolgt weitgehend über Suchmaschinen und Wikipedia. Als Arbeitsgerät für schulische Tätigkeiten werden Computer und Internet zuhause durchschnittlich 51 Minuten pro Tag genutzt. Allerdings hat die Internetnutzung in der Schule noch keinen allzu großen Stellenwert, ein Drittel der Schüler nutzt das Internet nie zu Recherchezwecken im Rahmen des Unterrichts.

Die Studie ist hier verfügbar.

Bitkom-Studienbericht 2015

Die Bitkom-Studie "Jung und vernetzt – Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft" befragte 962 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren zu ihrem Medienkonsum. Neben den zum Teil bereits 2014 veröffentlichten Daten enthält der Studienbericht weitere Ergebnisse:

  • In der Altersgruppe von 10 bis 11 Jahren sind mit einem Anteil von 94 Prozent nahezu alle Kinder online und verbringen im Schnitt 22 Minuten pro Tag im Internet. Bei Jugendlichen von 16 bis 18 Jahren sind es schon 115 Minuten.
  • Im Alter von 12 bis 13 Jahren gehören Smartphones mit einer Verbreitung von 84 Prozent zur Standardausstattung.
  • Für ältere Jugendliche ist das Smartphone das wichtigste Zugangsgerät zum Internet: 89 Prozent der 16- bis 18-Jährigen gehen damit online. Auf Platz zwei liegen Notebooks mit 69 Prozent, gefolgt von stationären Computern mit 52 Prozent und Tablet Computern mit 26 Prozent.
  • Die Nutzung sozialer Netzwerke beginnt mit 10 bis 11 Jahren. In dieser Gruppe sind 10 Prozent der jungen Internetnutzer in sozialen Netzwerken aktiv. Unter den 12- bis 13-Jährigen sind es 42 Prozent, bei den 14- bis 15-Jährigen 65 Prozent und bei den 16- bis 18-Jährigen 85 Prozent.
  • Im Ranking der beliebtesten sozialen Netzwerke liegt WhatsApp bei den 10- bis 18-Jährigen mit einer Nutzungsrate von 72 Prozent vor Facebook (56 Prozent), Skype (46 Prozent) und Google+ (19 Prozent).
  • 60 Prozent der aktiven Nutzer sozialer Netzwerke im Alter von 10 bis 18 Jahren haben die technischen Einstellungen zur Privatsphäre verändert. Unter den 10- bis 11-Jährigen haben 23 Prozent die Einstellungen verändert, unter den 12- bis 13-Jährigen 48 Prozent und den 16- bis 18-Jährigen 79 Prozent.
  • 94 Prozent der 10- bis 18-jährigen Nutzer von Smartphones oder Handys versenden Kurznachrichten, entweder als SMS oder über Online-Dienste wie WhatsApp, iMessage oder Hangout. Damit sind Kurznachrichten inzwischen sogar wichtiger als Telefonate.
  • Jeder siebte Jugendliche (14 Prozent) im Alter von 10 bis 18 Jahren ist im Internet gemobbt worden.
  • 93 Prozent der 10- bis 18-Jährigen spielen Computer- und Videospiele – im Schnitt 104 Minuten pro Tag. Während Jungen durchschnittlich 122 Minuten pro Tag spielen, sind es bei den Mädchen nur 82 Minuten.

Die Studie ist hier verfügbar.

Elternbefragung des DJI 2014

Da ein Viertel der ein- bis achtjährigen Kinder das Internet und ein Drittel Apps nutzen, benötigen Eltern bereits für das frühe Kindesalter Informationen zur altersgerechten Mediennutzung. Die Kinder verwenden vorwiegend den heimischen PC oder Laptop, ein Drittel ein Tablet und ein Fünftel das Handy. Nutzungsorte außerhalb des elterlichen Haushalts spielen, mit Ausnahme der Schule, nur eine untergeordnete Rolle. Jede fünfte Mutter und jeder vierte Vater berichtet davon, auf jugendschutzrelevante Probleme während des Internetbesuchs des Kindes gestoßen zu sein. Diese betreffen primär Werbung, aber auch verstörende Inhalte oder versteckte Kosten.

Ein Kurzbericht ist hier abrufbar.

Vorlesestudie 2014

Vor dem Hintergrund sich ändernder Familienstrukturen und immer größerem Alltagsstress hat das
Vorlesen eine große Bedeutung für die familiäre Kommunikation: Zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Eltern von Kindern zwischen zwei und acht Jahren gaben an, dass das Vorlesen weitere Gespräche anstößt. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Gespräche über alltägliche Themen, die das Kind beschäftigen (32 Prozent).

Aber auch einschneidende Ereignisse werden mit Hilfe von Geschichten thematisiert, etwa Familienzuwachs, Umzug, Einschulung oder auch Trennung und Verlust. Viele Eltern sind sich über den Mehrwert, den das Vorlesen für die familiäre Kommunikation bietet, bewusst. 41 Prozent sagen, dass sie Bücher und Geschichten gezielt einsetzen, um ihren Kindern beim Verarbeiten schwieriger Situationen zu helfen.

Vom Vorlesen profitieren dabei sowohl die Eltern als auch die Kinder: Rund drei Viertel der Eltern
(76 Prozent) genießen nach eigener Aussage die gemeinsame Zeit beim Vorlesen genauso wie ihre
Kinder. Die Studie ist hier abrufbar.

Jugend 3.0: TK-Studie Kids im Netz

Die Techniker Krankenkasse hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa mit einer Studie zur Gesundheit und Mediennutzung von Jugendlichen beauftragt. Forsa befragte dafür 1.000 Eltern von 12- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen im Juli 2014. Das sind die wichtigsten Ergebnisse:

  • 50 Prozent der Jugendlichen surft nach Ansicht ihrer Eltern zu viel.
  • Nur sechs von zehn Eltern haben mit ihrem Kind ein Limit für den Onlinekonsum abgesprochen.
  • In 30 Prozent der Familien gibt es zudem keine Absprachen, auf welchen Seiten das Kind im Netz unterwegs sein darf.
  • Je älter die Eltern, desto weniger setzen sie sich damit auseinander, was ihr Nachwuchs im Netz macht.
  • Kinder, deren Eltern den Onlinezugang auch technisch limitieren, bewegen sich in der Freizeit mehr.
  • Durchschnittlich jeder siebte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren in Deutschland leidet unter Kopfschmerzen. Die Extremsurfer sind mit 26 Prozent mehr als doppelt so häufig betroffen.

Weitere Informationen, einen Ratgeber und einen Film zum Thema finden Interessierte hier.

KidsVerbraucherAnalyse 2014

Medien spielen im Alltag von Kindern nach wie vor eine große Rolle, ob analog oder digital. So schmökern 77% der 6- bis 13-Jährigen in ihrer Freizeit mindestens einmal wöchentlich in einem Buch, 74% in Zeitschriften. 14% haben zumindest gelegentlich schon einen E-Reader, ein Tablet oder den Computer hierfür genutzt. Der Grundstein wird bereits im Vorschulalter gelegt. Laut Aussage der Eltern schauen 80% der 4- und 5-Jährigen mindestens einmal wöchentlich in ein Buch oder bekommen es vorgelesen. Kindermagazine finden 64% junge Interessenten.

Digitale Angebote bei den Kindern sind ebenfalls stark verbreitet, unterliegen aber besonders bei den Jüngeren der Kontrolle durch die Eltern. 82% der 6- bis 13-Jährigen verfügen über Computererfahrung. Dabei nutzen zwei Drittel das Gerät der Familie mit, während ein Drittel eigene Geräte wie PC, Tablet oder einen Lerncomputer besitzt. 75% surft im Netz, wobei die Internetnutzung von einem Fünfteö der 4- und 5-Jährigen über die Hälfte der 6- bis 9-Jährigen auf nahezu alle zwischen 10 und 13 Jahren stark zunimmt.

Der Zugang zum Netz erfolgt dabei zunehmend auch mobil. Besonders die Verbreitung von Smartphones nimmt rasant zu. Jedes vierte Kind hat inzwischen ein solches Gerät und damit fast doppelt so viele Kinder wie noch im Jahr zuvor. Aber auch das klassische Handy bleibt noch im Gebrauch, so dass insgesamt 57% der Kids mobil erreichbar sind. Bei den 4- und 5-Jährigen verfügen hingegen lediglich 6% über ein eigenes Handy oder Smartphone. Auch Games faszinieren viele Kinder. Neben Konsolen und Handhelds, mit denen 72% der Kinder spielen, kommen noch PC-Spiele, Internet-Games oder Spiele-Apps hinzu.

Die KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) erforscht seit mehr als 20 Jahren das Medien- und Konsumverhalten von Jungen und Mädchen im Alter von 6 bis 13 Jahren. In Form von Doppelinterviews wurden dieses Jahr in 1.660 Haushalten in Deutschland jeweils ein Kind und ein Erziehungsberechtigter befragt. Diese zufällig ausgewählte Stichprobe steht repräsentativ für 5,83 Millionen deutschsprachige Kinder und Jugendliche. Um zusätzlich Daten von Kindern im Vorschulalter zu gewinnen, wurden weitere 397 Elterninterviews geführt.

Die Studie ist hier verfügbar.

The Guilty Couch Potato

Wer nach Feierabend vor dem Fernseher oder bei einem Computerspiel entspannen will, erzielt dabei oft den gegenteiligen Effekt. Statt erholt fühlten sich insbesondere gestresste Menschen schuldig angesichts ihrer Mediennutzung in der Freizeit.

Das haben Kommunikationswissenschaftler der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Freien Universität Amsterdam herausgefunden. Die Wissenschaftler hatten 471 Probanden ihrer Studie gebeten, zu berichten, wie sie sich am vergangenen Tag nach der Arbeit gefühlt und welche Medien sie genutzt hatten. Dabei stellte sich heraus, dass besonders erschöpfte Teilnehmer ein schlechtes Gewissen hatten, weil sie ihrem Bedürfnis nach Mediennutzung auf Kosten anderer Aufgaben nachgegeben zu haben. Diese Schuldgefühle verringerten die positiven Effekte der Mediennutzung und reduzierten deren Erholungswirkung.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass Unterhaltungsmedien den Menschen helfen, sich zu entspannen und sich von Belastungen zu distanzieren. Die Probanden dieser Studien konnten sich nach der Erholungszeit mit Medien besser konzentrieren und hatten das Gefühl, mehr Energie zu haben. Die neue Studie zeichnet nun ein differenzierteres Bild. Sie betont das komplexe Verhältnis von Mediennutzung und psychologischem Wohlbefinden. Unterhaltung durch Medien kann so im Alltag in Konflikt mit weniger angenehmen Verpflichtungen geraten.

Die Studie ist hier abrufbar.

Sicherheitsreport 2014

Viele Eltern geben zu, dass sie nicht genau wissen, was ihre Kinder im Internet tun. Knapp die Hälfte - 49 Prozent - der befragten Eltern räumte ein, dass sie die Internetaktivitäten ihrer Kinder nur schwer überblicken. Genau 50 Prozent erklärten dagegen, dass sie gut Bescheid wüssten. 43 Prozent der Eltern ohne Überblick haben zudem das Gefühl, ihre Kinder wissen nicht ausreichend über die Gefahren im Internet Bescheid.

Die größte Sorge der Eltern (zwei von drei Befragten) ist, dass ihre Kinder im Internet zu viel von sich preis geben und zu lange online sein könnten. 62 Prozent beunruhigt, dass Kriminelle über Chats oder Foren Kontakt mit ihren Kinder aufnehmen könnten, 58 Prozent, dass Fotos der Kinder ohne Wissen der Eltern ins Internet gestellt werden könnten.

Tatsächlich schlechte Erfahrungen gemacht haben nach Angaben der Eltern hingegen nur wenige Kinder. Noch am häufigsten haben Eltern den Eindruck, dass ihre Kinder zu viel Zeit im Internet verbringen (36 Prozent), sich auf falsche Informationen aus dem Netz verlassen (28 Prozent) und zu viel von sich preis geben (23 Prozent). Jeweils rund ein Fünftel der Eltern berichtet zudem davon, dass ihre Kinder pornographische Filme oder Gewaltvideos gesehen sowie illegal Musik oder Filme heruntergeladen haben.

Soweit es um die Aufklärung der Kinder und Jugendlichen über die Risiken und Gefahren im Internet geht, sieht die Bevölkerung in erster Linie die Eltern in der Pflicht, an zweiter Stelle Schulen und Lehrer (95 bzw. 63 Prozent). Kindern und Jugendlichen oder Anbietern von Internet-Dienstleistungen (etwa soziale Netzwerke oder E-Mail-Dienste) schreibt nur eine Minderheit (18 bzw. 24 Prozent) eine besondere Verantwortung zu.

Dies ergab der alljährliche Sicherheitsreport, den das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt. Der Sicherheitsreport 2014 stützt sich auf insgesamt 1.503 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahren. Befragt wurden außerdem gezielt Eltern von 6- bis 17-jährigen Kindern.

Die Studie ist hier abrufbar.

"Trend Tracking Kids"

Kinder und Jugendliche surfen wohl seltener und kürzer. Zwar hat sich die Zahl der Nutzer kaum verändert: 2014 surfen 83 Prozent der befragten Kinder, 2013 84 Prozent. Aktuell sind 74 Prozent der Befragten mehrmals die Woche oder täglich online, im Vergleich zu 2013 ein Minus von drei Prozent. Ein deutlicher Rückgang der Nutzungshäufigkeit zeigt sich bei den Sechs- bis Zwölfjährigen: Waren 2013 noch 57 Prozent regelmäßige Nutzer, sind es 2014 nur noch 47 Prozent. Die Nutzungshäufigkeit der 13- bis 19-Jährigen blieb dagegen konstant.

Auch die Nutzungsdauer nimmt ab. 2014 dauert eine durchschnittliche Online-Sitzung bei Sechs- bis 19-jährigen Internetnutzern im Schnitt noch 50 Minuten, 16 Minuten weniger als im vergangenen Jahr. Es sind vor allem die Jugendlichen, die immer kürzer surfen: 2013 verbrachten sie im Schnitt 79 Minuten je Sitzung im Internet, 2014 aber nur noch 58 Minuten, also 21 Minuten weniger. Bei den Kindern reduzierte sich die Zahl von 44 auf 36 Minuten.

Das veränderte Nutzungsverhalten lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass das Surfen mobiler wird. Das Internet wird gezielter verwendet. Zudem ersetzen Apps auf dem Handy viele Funktionen des 'klassischen' Internets. Die Kommunikation mit den Freunden geschieht beispielsweise zunehmend mit Chat-Apps wie WhatsApp. Dies bestätigen auch die Zahlen zur Art der Internetnutzung: Zwar gehen 97 Prozent der 13- bis 19-Jährigen auch über stationäre Geräte wie Computer und Laptop ins Netz, das Smartphone folgt mit 86 Prozent aber dichtauf. Im Vergleich zu 2013 eine Steigerung von 13 Prozent.

Dies sind die Ergebnisse der jährlich durchgeführten Studie "Trend Tracking Kids" des Meinungsforschungsinstituts iconkids & youth. Die Studie ist hier abrufbar.

Facebook-Studie

Für die umstrittene US-Studie unter dem Titel "Experimental Evidence of Massive-Scale Emotional Contagion through Social Networks" (Experimenteller Beweis massiver emotionaler Ansteckung durch Soziale Medien) manipulierten Forscher im Januar 2012 die Timeline von etwa 310.000 englischsprachigen Facebook-Mitgliedern.

Bei etwa der Hälfte reduzierte Facebook die Zahl der Postings mit positiven Emotionsäußerungen. Bei der anderen Hälfte blendete Facebook einen Teil der Postings mit negativen Gefühlen aus. Über 300.000 andere Probanden dienten als Kontrollgruppe. In ihre Timeline wurde nicht eingegriffen, sieht man von der automatischen Filterung ab, die Facebook bei allen Mitgliedern vornimmt, damit die Zahl der angezeigten Posts nicht ausufert.

Die Zahl der Postings der Mitglieder mit manipulierter Timeline sank um 3,3 Prozent. Wer weniger negative Meldungen zu sehen bekam, schrieb mehr positive Inhalte (+0,06 Prozent) und weniger negative (-0,07 Prozent). Auch weniger positive Postings beeinflussten die User, wenn auch weniger stark: Die Betroffenen produzierten mehr Inhalte mit negativer (+0,04 Prozent) und weniger mit positiver Stimmung (-0,01 Prozent). Der Effekt sei zwar klein, räumen die Autoren ein. Angesichts von Hunderten Millionen Facebook-Mitgliedern seien aber potenziell viele Menschen betroffen. Das Experiment beweise, dass sich Emotionen auch in sozialen Netzwerken ausbreiteten - auch ganz ohne direkten persönlichen Kontakt.

Erst im März war eine andere Facebook-Studie, an der ebenfalls Adam Kramer vom Core Data Science Team des Konzerns beteiligt war, zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Die Forscher hatten dabei nicht die Timeline manipuliert, sondern über eine Milliarde Postings von mehr als hundert Millionen Mitgliedern ausgewertet. Sie suchten gezielt nach Postings, die an Tagen mit schlechtem Wetter geschrieben worden waren. Dabei zeigte sich, dass an solchen Tagen die Anzahl negativer Stimmungsäußerungen stieg - und dies auch Auswirkungen auf die Stimmung von Freunden hatte, die an Orten mit gutem Wetter lebten.

Die Studie ist hier (auf Englisch) abrufbar.

Studie KiGGS zur Kindergesundheit

Die "Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" KiGGS ist eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts. Die Studie liefert wiederholt bundesweit repräsentative Daten zur Gesundheit der unter 18-Jährigen. Weiterhin werden die Kinder und Jugendlichen wiederholt eingeladen und bis ins Erwachsenenalter begleitet.

Die Ergebnisse zum Medienkonsum zeigen: Jeder siebte Jugendliche verbringt mehr als drei Stunden täglich mit Fernsehen und Videoschauen - ebenso viele sitzen länger als drei Stunden am Computer. Etwas weniger Zeit entfällt auf Spielkonsolen: Knapp ein Fünftel der 11- bis 17-jährigen Jungen und Mädchen spielt mehr als eine Stunde am Tag, etwas mehr als die Hälfte gebraucht die Geräte dagegen gar nicht. Besonders klar wird die Bedeutung von Medien indes, wenn man die Nutzungszeiten für Fernseher, Spielkonsolen und Computer addiert. So verwenden 65 Prozent der Jugendlichen täglich mehr als zwei, 34 Prozent mehr als vier und 15 Prozent sogar über sechs Stunden auf die Beschäftigung mit diesen drei Bildschirmmedien. In der Gruppe der Intensivnutzer finden sich weitaus öfter Jungen als Mädchen - von den männlichen Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren nutzen mit 26 Prozent fast jeder Vierte über sechst Stunden am Tag Bildschirmmedien.

Die Studie ist hier abrufbar.

Toleranz Online 2014

58% der 14-17-Jährigen Studienteilnehmer_innen haben schon negative Erfahrungen im Internet gemacht. 49% der Befragten wurden schon beleidigt, 14% gestalkt und 12% bedroht. Wie sich z.B. beleidigende Kommentare für die Betroffenen anfühlen ist vielen Jugendlichen gar nicht bewusst. Aufklärungsarbeit hat viele Gesichter - das von Amin Saleh zum Beispiel. In der Studie berichtet er, wie er mit seiner Initiative Rap4Respect Jugendliche zu rappenden Botschaftern für Respekt macht. Die Studie schließt mit Empfehlungen für ein besseres Internet an die Internetwirtschaft, die Politik und an alle, die selbst online gehen.

Toleranz Online 2014 ist eine Jugendstudie über Respekt, Freiheit und Sicherheit im Internet und basiert auf einer im deutschsprachigen Raum durchgeführten Befragung von insgesamt 872 jungen Menschen im Alter von 14 bis 34 Jahren. Die Studie wurde von DATAJOCKEY: Social Research & Dialogue in Kooperation mit dem Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom) als Open Science-Projekt im deutschsprachigen Raum durchgeführt. Das Ziel der Studie und Initiative ist es, durch Studien, Workshops und Vorträge, das Internet für junge Menschen sicherer und respektvoller zu machen. Mit der Methode partizipativer Aktionsforschung wurden Jugendliche selbst in die Studienentwicklung eingebunden. Durch den Fokus auf die Geschichten hinter den Zahlen und die Verschiedenheit von Einzelmeinungen, verspricht die Studie einen Erkenntnisgewinn, der weit über Zahlenwerte hinausgeht. Die Ergebnisse werden durch gute Infografiken, spannende Zitate und authentische Geschichten greifbar und lebendig. Die Themen der Studie sind:

  • 1) Internet-Nutzungsverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener
  • 2) Meinungsbildung und Meinungsäußerung online vs. offline
  • 3) Einstellungen und Verhalten bzgl. Respekt und Toleranz
  • 4) Freiheit und Grenzen der Freiheit im Internet und
  • 5) Empfehlungen für ein sicheres und respektvolles Internet.

Die Studienergebnisse sind hier abrufbar.

Die Studie kann hier bestellt werden.

Forschungsmethodik: partizipative Aktionsforschung

Wissenschaftliche Verankerung: quantitative und qualitative Sozialforschung

Zielgruppe: digital Natives / Generation Y /14-34-Jährige im deutschsprachigen Raum

Stichproben-Rekrutierung: Social Media, Email-Verteiler, Annoncen, Deutschlandtour

Grundgesamtheit: 872 Teilnehmer_innen

Erhebungszeitraum: Dezember 2012 - Juni 2013

Umfrage Gaming

In Deutschland spielen 93 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren Computer- und Videospiele. Das hat eine repräsentative Umfrage unter 962 Kindern und Jugendlichen im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergeben. Danach spielen die 10- bis 18-Jährigen im Schnitt 104 Minuten pro Tag am Computer, mit einer Spielkonsole oder mit dem Handy bzw. Smartphone. Die Spieldauer steigt, je älter die Teenager werden. Die 10- bis 12-Jährigen spielen im Schnitt 76 Minuten pro Tag, die 13- bis 15-Jährigen 111 Minuten und die 16- bis 18-Jährigen 124 Minuten. Laut Umfrage spielen Jungen deutlich mehr als Mädchen. Während die 10- bis 18-jährigen Jungen im Schnitt zwei Stunden (122 Minuten) pro Tag spielen, sind es bei den Mädchen nur 82 Minuten.

Nach den Ergebnissen der Studie gibt es auch eine bedeutende Anzahl von Vielspielern. Fast ein Fünftel (19 Prozent) der 16- bis 18-jährigen Teenager gibt an, pro Tag durchschnittlich drei Stunden oder länger mit Computer, Konsole oder Smartphone zu spielen. Bei den 13- bis 15-Jährigen sind es 12 Prozent und bei den 10- bis 12-Jährigen 6 Prozent. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Kinder und Jugendlichen von 10 bis 18 Jahren sagt, dass sie nur eine bestimmte Zeit digital spielen dürfen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Reglementierung durch die Eltern ab: von 83 Prozent bei den 10- bis 12-Jährigen über 48 Prozent bei den 13- bis 15-Jährigen bis zu 19 Prozent bei den 16- bis 18-Jährigen.

50 Prozent der 10- bis 18-Jährigen in Deutschland besitzen eine eigene stationäre Konsole wie Playstation, Xbox oder Wii U und 37 Prozent eine mobile Spielkonsole wie Nintendo DS. Ein Smartphone für die Nutzung von Spiele-Apps besitzen in dieser Altersgruppe sogar 79 Prozent. 

Die Studie ist hier abrufbar.

"Fourscreen Touchpoints Kids"

Kinder zwischen 8 und 13 Jahren verbringen laut einer Studie von IP Deutschland, iconkids & youth und Krämer Marktforschung 135 Minuten pro Tag vor den Bildschirmen. Wichtigstes Medium ist dabei noch immer das TV mit 81 Minuten am Tag. Am Nachmittag entscheiden die Kinder selbst, was sie sehen möchten. Abends kommen die Familien zum Abendessen und anschließenden Fernsehabend zusammen und entscheiden gemeinschaftlich über das Fernsehprogramm.

Trotz Ganztagsschule und Vereinsaktivitäten bleiben Kindern wochentags fast sechs, am Wochenende sogar mehr als neun Stunden Freizeit zum Spielen und für Medien. Im heimischen WLAN  kommt das Smartphone zum Einsatz, vorzugsweise um zu kommunizieren (42%) oder zum Spielen (16%). Zu den Topaktivitäten an Tablet und Laptop gehört für Kinder das Ansehen von Video.

Die Studie ist hier abrufbar.

"Screen Life 2014"

Fernsehen bleibt als zentraler Punkt im Alltag der Menschen sehr wichtig, Endgeräte wie Smartphone, Tablet oder Laptop haben beim Multiscreening eine Ergänzungsfunktion – so lautet das Fazit der Studie „Screen Life 2014“. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • TV bleibt zentrales Element: 98 Prozent aller deutschen Haushalte haben ein TV-Gerät im Wohnzimmer, 96 Prozent der Deutschen schauen täglich fern, für 72 Prozent ist der Fernsehen der zentrale Punkt in der Wohnung, 66 Prozent (weitester Nutzkreis) nutzen zumindest selten einen Second Screen (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) parallel zum TV.
  • Lineares TV dominiert Bewegtbild: 94 Prozent schauen TV-Sendungen vor allem linear, die zeitversetzte Nutzung von TV ist auf allen Geräten noch sehr gering. Aber: 56 Prozent nutzen Bewegtbild auch auf anderen Endgeräten, vor allem auf Laptop und Smartphone.
  • TV ist Basismedium, auch für Jüngere: Die Nutzung von Serien, Filmen und Videos über das Internet ist insgesamt noch gering. Die 14 bis 65-Jährigen schauen 6 Minuten pro Tag über das Internet (TV: 174 Min.), bei den 14 bis 29-Jährigen sind es 12 Minuten (TV: 156 Min.).
  • TV als entspannter Abend-Event: Je später der Tag, umso größer wird die Rolle von TV als sozialer Event und als Lean-Back-Medium. Die exklusive TV-Nutzung ist hier am höchsten – das Multiscreening auf anderen Geräten nimmt im Tagesverlauf entsprechend ab.

Die Studie ist hier abrufbar.

Studie "Was Kinder sehen"

Das Fernsehen steht nach wie vor im Zentrum der Medienwelt von Kindern. Nachdem sich 2012 die Fernsehnutzung der Drei- bis 13-Jährigen spürbar verringert hatte, hat sich dieser Prozess 2013 verlangsamt. Den stärksten Reichweitenrückgang gab es bei den Sechs- bis Neunjährigen, während für die jüngste und älteste Altersgruppe leichte Zugewinne zu verzeichnen waren. Entsprechend blieb die durchschnittliche Sehdauer mit 89 Minuten nahezu stabil. Unverändert geblieben ist die Verweildauer: Wenn Kinder 2013 vom Fernsehen erreicht wurden, dann sahen sie durchschnittlich 162 Minuten fern, also mehr als zweieinhalb Stunden.

Wie im Vorjahr wurden die Kinder auch 2013 sonntags am stärksten vom Fernsehen erreicht, aber am längsten ferngesehen wurde samstags. Unverändert lag 2013 die Kernzeit, in der jeweils mindestens 15 Prozent der Kinder fernsahen, im Tagesverlauf zwischen 18.30 und 20.45 Uhr. Fernsehen wird am Wochenende, das zeigen die Daten, zu einer Familienaktivität. Der Fernsehkonsum der Kinder variiert außerdem nach Jahreszeiten, im Sommer sehen sie weniger fern als im Winter.

Insgesamt fragmentiert sich die Fernsehnutzung der Kinder immer stärker. Super RTL hat seine Marktführung bei Kindern insgesamt trotz leichter Rückgänge 2013 behauptet, KiKA (sendet nur bis 21.00 Uhr) folgt, musste aber ebenfalls Verluste hinnehmen. Als neues Angebot für Kinder im Free TV sendet seit Januar 2014 Disney Channel, seine Auswirkungen auf die Marktverhältnisse des Kinderfernsehens werden sich erst im Folgejahr zeigen.

Die Studie ist hier abrufbar.

Studie "Mediennutzung und Medienkompetenz in jungen Lebenswelten"

Die Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest basiert auf einer Online-Umfrage unter 2000 Menschen zwischen 14 und 29 Jahren. Diese surfen zu 93 Prozent mindestens mehrmals in der Woche. Damit ist das Internet noch vor dem Fernsehen mit 86 Prozent Alltagsmedium. 73 Prozent hören Musik über MP3-Dateien, 67 Prozent das klasssiche Radio. Sie nutzen die verschiedenen Medienangebote sehr selektiv und schätzen sie hinsichtlich ihrer Kompetenz und Glaubwürdigkeit sehr unterschiedlich ein: Während öffentlich-rechtliche Fernseh- und Radioprogramme, Tageszeitungen und Nachrichtenseiten im Internet als glaubwürdige Nachrichtenquelle bewerten, treffen alle weiteren Medienangebote auf viele Vorbehalte. Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist davon überzeugt, im Umgang mit dem Internet Bescheid zu wissen. Auch die Handy- bzw. Smartphone-Kenntnisse werden mit insgesamt 77 Prozent überwiegend mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet.

Die Studie beleuchtete auch den soziodemografischen Einfluss auf die Mediennutzung und basiert dabei auf den sieben jugendlichen Lebenswelten des Sinus-Institut Modells. Dabei ergibt sich folgendes Bild:

  • Die klassischen Medien spielen eine vergleichsweise große Rolle bei den Konservativ-Bürgerlichen
  • Die Adaptiv-Pragmatischen verfügen über eine hohe Medien- und IT-Kompetenz
  • Die mediale Teilhabe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Prekären Milieu ist stark eingeschränkt
  • Materialistische Hedonisten nutzen ein breites Spektrum an unterschiedlichen Medien
  • Experimentalistische Hedonisten haben generell Vorbehalte gegenüber der etablierten Medienlandschaft
  • Sozialökologische schauen vergleichsweise wenig fern und DVDs, (gedruckte) Bücher hingegen lesen sie von allen Milieus am häufigsten
  • Neben den Materialistischen Hedonisten nutzen die bildungsaffinen Expeditiven ein besonders breites Spektrum unterschiedlicher Medien

Die Studie ist hier abrufbar.

Studie "Jugend 3.0"

Mit 10 Jahren sind fast alle Kinder online, mit 12 Jahren haben sie ein eigenes Smartphone in der Tasche und mit 14 Jahren sind die meisten Jugendlichen in sozialen Netzwerken unterwegs. Ihre Privatsphäre haben sie dabei im Blick: Die große Mehrheit achtet darauf, welche Informationen sie selbst oder andere über sie ins Internet stellen. Das hat die Studie "Kinder und Jugend 3.0" des Hightech-Verbands BITKOM ergeben, der eine repräsentative Umfrage unter 962 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren zugrundeliegt.

Laut der Umfrage nutzen 39 Prozent der 6- bis 7-Jährigen das Internet und 76 Prozent der 8- bis 9-Jährigen. In der Altersgruppe von 10 bis 11 Jahren sind mit einem Anteil von 94 Prozent nahezu alle Kinder online und verbringen im Schnitt 22 Minuten pro Tag im Internet. Bei Jugendlichen von 16 bis 18 Jahren sind es mit 115 Minuten schon fast zwei Stunden. Nach den Ergebnissen der Umfrage nutzen ein Fünftel der 6- bis 7-Jährigen Smartphones. Im Alter von 12 bis 13 Jahren gehören Smartphones mit einer Verbreitung von 85 Prozent zur Standardausstattung. Für ältere Jugendliche ist das Smartphone zudem das wichtigste Zugangsgerät zum Internet: 89 Prozent der 16- bis 18-Jährigen gehen damit ins Web. Zum Vergleich: Bei Onlinern ab 19 Jahren sind es nur 47 Prozent. Auf Platz zwei der wichtigsten Zugangsgeräte zum Internet liegen Notebooks mit 69 Prozent, gefolgt von stationären Computern mit 52 Prozent. Immerhin 26 Prozent der Jugendlichen ab 16 Jahre gehen mit Tablet Computern ins Web.

Die Studie zeigt, dass sich kleinere Kinder dem Internet über die Mediennutzung nähern. Gut die Hälfte (56 Prozent) der 6- bis 7-jährigen Internetnutzer spielt online. Fast genauso viele (55 Prozent) schauen Videos im Internet. Andere Nutzungsformen spielen in dieser Altersgruppe noch keine größere Rolle. Bei älteren Jugendlichen von 16 bis 18 Jahren liegt die Mediennutzung gleichauf mit Kommunikation und Information. 85 Prozent schauen Videos online und 80 Prozent hören Musik, 85 Prozent kommunizieren über soziale Netzwerke und 76 Prozent chatten mit Freunden oder Verwandten. Gleichzeitig nutzen 83 Prozent das Internet für die Suche nach Informationen für Schule oder Ausbildung.

Die Nutzung sozialer Netzwerke beginnt mit 10 bis 11 Jahren. In dieser Gruppe sind erst 10 Prozent der jungen Internetnutzer in sozialen Netzwerken aktiv. Unter den 12- bis 13-Jährigen 42 Prozent, bei den 14- bis 15-Jährigen 65 Prozent und bei den 16- bis 18-Jährigen 85 Prozent. Im Ranking der beliebtesten sozialen Netzwerke liegt WhatsApp inzwischen vor Facebook. 72 Prozent der 10- bis 18-jährigen Onliner nutzen WhatsApp und 56 Prozent Facebook. Auf Platz drei der beliebtesten Netzwerke liegt Skype mit 46 Prozent vor Google+ mit 19 Prozent und Instagram mit 18 Prozent. Twitter kommt auf 8 Prozent. Andere soziale Netzwerke spielen in dieser Altersgruppe derzeit kaum eine Rolle. Besondere Bedeutung für die Privatsphäre hat das Teilen persönlicher Inhalte im Internet und speziell in sozialen Netzwerken. 30 Prozent der 10- bis 11-jährigen Internetnutzer teilen Inhalte im Web. Unter den 16- bis 18-Jährigen sind es 72 Prozent. In dieser Altersgruppe erklären 88 Prozent der Jugendlichen, dass sie darauf achten, welche Informationen sie über sich selbst ins Internet stellen. Zudem beobachten 80 Prozent, was andere über sie veröffentlichen. Dazu trägt auch eine aktive Einflussnahme der Eltern bei: vier von fünf Jugendlichen sagen, dass ihre Eltern sie bitten, nicht zu viel Privates im Internet zu posten.

Jeder siebte Jugendliche (14 Prozent) im Alter von 10 bis 18 Jahren ist im Internet gemobbt worden. In absoluten Zahlen entspricht das rund einer Million Fälle. In den unterschiedlichen Altersgruppen variieren die Werte laut Umfrage leicht: Unter den 10- bis 12-Jährigen sind bereits 9 Prozent Opfer von Cybermobbing oder Beleidigungen geworden. Unter den 13- bis 15-Jährigen sind es 16 Prozent und unter den 16- bis 18-Jährigen 15 Prozent. Mädchen sind mit einem Anteil von 15 Prozent etwas häufiger betroffen als Jungen mit 13 Prozent. Im Zusammenhang mit Mobbing im Internet machen die Jugendlichen weitere unangenehme Erfahrungen. So geben 10 Prozent der Jugendlichen von 10 bis 18 Jahren an, dass über sie im Internet Lügen verbreitet worden sind. Bei den 16- bis 18-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 16 Prozent. 4 Prozent der 10- bis 18-Jährigen sagen, dass jemand peinliche Fotos von ihnen im Internet veröffentlicht hat (16 bis 18 Jahre: 9 Prozent). Das Spektrum der Gehässigkeiten im Web reicht von subtilen Formen wie dem Ausschluss aus bestimmten Chat-Gruppen bis zur Gründung so genannter Hass-Webseiten, die nur dem Ziel dienen, eine bestimmte Person zu beleidigen oder schlecht zu machen.

Die Studie ist hier abrufbar.

Studie "Medienkompetenz und Jugendschutz IV"

Die mit 517 beteiligten Schülerinnen und Schülern Untersuchung zur Wirkung von Kinofilmen wurde von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Kooperation mit dem Jugendministerium Rheinland-Pfalz durchgeführt. Untersucht wurde die Wirkung von vier Kinofilmen mit einer FSK Freigabe ab 12 Jahren: der Science-Fiction-Blockbuster DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES, das Neonazi-Drama KRIEGERIN, die Tragikomödie DIRTY GIRL und der Superheldenfilm CHRONICLE – WOZU BIST DU FÄHIG?. Die Studie belegt, dass Filme identitätsstiftend wirken. Herausragende Resultate sind der Abbau von Vorurteilen, die Flexibilisierung der Geschlechtsrolleninterpretation sowie die alle Gruppen umgreifende kosmopolitische Überformung jeglicher Gruppenidentität.

Die Studie ist hier abrufbar.

AOK-Familienstudie 2014

Für die dritte große AOK-Familienstudie interviewte das SINUS-Institut in einer bundesweiten, repräsentativen Befragung mehr als 1.500 Eltern. Die Studie beleuchtet auch den Bereich Medienkompetenz und kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten Eltern die Mediennutzung reglementieren, aber nur knapp ein Drittel der Eltern regelmäßig mit ihrem Kind über Medieninhalte spricht.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Eltern schätzen ihre eigenen inhaltlichen Kompetenzen bei allen abgefragten Geräten grundsätzlich höher ein als die ihrer Kinder.
  • Die elterliche Einschätzung der technischen wie der inhaltlichen Medienkompetenz ihres Kindes ist erwartungsgemäß vom Alter des Kindes abhängig: Sie fällt umso höher aus, je älter das Kind ist.
  • Bei allen zur Frage gestellten Medien bescheinigen die Eltern den Jungen eine leicht höhere technische Kompetenz als den Mädchen.
  • Bei der Videospielkonsole sind sich Eltern allerdings sicher, dass Jungen eher in der Lage sind, diese versierter bedienen zu können als Mädchen (Jungen: 54 %, Mädchen: 36 %).
  • Was die vermutete inhaltliche Medienkompetenz der Kinder betrifft, gehen die Eltern grundsätzlich bei allen Geräten davon aus, dass Mädchen Inhalte besser kritisch bewerten können. Somit reproduzieren sie das gängige Geschlechtsstereotyp, demzufolge Jungen technikaffiner sind und Mädchen eher auf den Inhalt achten.

Die Studie ist hier abrufbar.

DIVSI U25-Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt

Die U25-Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet liefert Antworten auf Fragen, die das Verhalten der nachwachsenden Generation im Hinblick auf das Netz betreffen. Über die Nutzungsformen hinaus werden auch die Denk- und Handlungslogiken sowie der lebensweltliche Hintergrund untersucht. Getreu unserer selbst formulierten Arbeitsgrundlage ist es damit erneut gelungen, einen bedeutenden Komplex umfassend abzubilden. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger SINUS-Institut. Das Institut betont folgende Ergebnisse:

98 Prozent der 14- bis 24-Jährigen nutzen das Internet. In der Gesamtbevölkerung finden sich zum Vergleich 19 Prozent Offliner. Es wird kaum noch zwischen On- und Offline-Zeiten getrennt. Das Smartphone ist der Begleiter für alle Lebenslagen. Damit oder auch zusätzlich mit dem Tablet ist man ständig verfügbar, kann permanent auf diverse Nutzungs-/Kommunikationsmöglichkeiten zugreifen. Ein Leben „ohne“ ist für die meisten nicht mehr vorstellbar.

Internet-Nutzung wird mit zunehmendem Alter zum integralen Bestandteil des Alltags. Für Kinder heißt das vor allem Spielen. Der Fokus verschiebt sich allmählich hin zur Dauerkommunikation über Online-Communitys und Messaging-Dienste. Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Kommunikation mit Freunden die wichtigste Facette der Internet-Nutzung geworden. Die Bedeutung von Facebook-Freunden wird offensichtlich meist falsch dargestellt. Laut der Studie unterscheiden die Befragten deutlich zwischen Online-Freunden, persönlichen Bekannten und engen Freunden.

Online zu sein bedeutet nicht für jeden das Gleiche. Die Studie hat sieben verschiedene Internet-Milieus identifiziert. Sie unterscheiden sich entlang ihrer jeweiligen Lebenswelten, ihrer Zugangsweisen zum Netz und ihrer Einstellungen zu Vertrauen und Sicherheit im Internet. Bildungsunterschiede sind auch mit Blick auf die Mediennutzung ein wichtiger Aspekt sozialer Ungleichheit. Die Art und Weise, wie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Medien nutzen, unterscheidet sich deutlich entlang ihres formalen Bildungsniveaus. In Zeiten, in denen digitale Teilhabe auch gesellschaftliche und soziale Teilhabe bedeutet, kann dies umso fataler sein.

Die Studie ist hier abrufbar.

"Jugendliche und Online-Werbung im Social Web"

Die Studie vom JFF – Jugend Film Fernsehen e.V. im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz verfolgt das Ziel, eine Grundlage für die zielgruppenorientierte Verbraucherbildung zu schaffen und konkrete Handlungsempfehlungen für Einrichtungen des Verbraucherschutzes und der Verbraucherberatung in Bezug auf die Altersgruppe der 12- bis 16-Jährigen zu formulieren.

Kernergebnisse der Studie lauten: Kommerzielle Angebote stehen im Mittelpunkt des Medienalltags der Jugendlichen. Der Vielfalt an Werbeformen steht ein unzureichendes Informationsangebot entgegen. Überwiegend kritisieren die Jugendlichen Online-Werbung. Umgangsweisen der Jugendlichen: hinnehmend, nutzenorientiert und nur selten unterbindend. Die Jugendlichen erkennen Gestaltungsmittel von Werbung, von den Auswertungsverfahren für personalisierte Werbung haben sie keine Vorstellung. Die Jugendlichen haben kaum eine Vorstellungen von den Geschäftsmodellen der Angebote. Aus zusätzlichen Informationen können die Jugendlichen nur bedingt sinnvolle Konsequenzen für ihr Handeln ableiten. Die Jugendlichen haben kaum eine Vorstellung von Ansätzen und Institutionen des Verbraucherschutzes und stützen sich bei der Informationssuche auf Kriterien, die sie häufig aber nicht überprüfen. Die befragten Jugendlichen sind mit Blick auf ihre Verbraucherrechte als besonders schutzwürdig anzusehen.

Die Studie ist hier abrufbar.

JIM-Studie 2013

Seit 1998 wird mit der JIM-Studie im jährlichen Turnus eine Basisstudie zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien und Information durchgeführt. Neben einer aktuellen Standortbestimmung sollen die Daten zur Erarbeitung von Strategien und Ansatzpunkte für neue Konzepte in den Bereichen Bildung, Kultur und Arbeit dienen. Für die JIM-Studie werden jährlich gut 1.000 Jugendliche telefonisch befragt.

Die Studie 2013 belegt, die große Rolle des Internets im Alltag von Jugendlichen. Im Durchschnitt sind Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland 179 Minuten täglich (Mo-Fr) online. Der Großteil dieser Zeit wird nach Angaben der Jugendlichen für den Bereich Kommunikation verwendet, vor allem die Nutzung von Online-Communities spielt dabei für viele eine zentrale Rolle (75 % mindestens mehrmals pro Woche). Weitere Internet-Angebote, die besonders häufig von Jugendlichen genutzt werden, sind Suchmaschinen, wie z.B. Google (80 %) und Videoportale, wie z.B. YouTube (74 %).

Der Zugang zum Internet findet bei Jugendlichen insgesamt immer öfter auch über Smartphone oder Handy statt. 73 Prozent der Internetnutzer haben in den 14 Tagen vor der Befragung das Internet über ihr Smartphone genutzt. Im Vergleich zur Erhebung im Vorjahr zeigt sich dabei eine deutliche Steigerung (2012: 49 %). Somit ist die Internetnutzung über Handy ähnlich relevant wie der Zugang über Computer oder Laptop (87 %).

Die Studie ist hier abrufbar.

ARD/ZDF-Onlinestudie 2013

Seit 1997 beschäftigt sich die ARD/ZDF-Onlinestudie mit der Entwicklung der Internetnutzung und dem Umgang mit den Onlineangeboten. Die Ergebnisse werden in der Fachzeitschrift Media Perspektiven veröffentlicht. Onliner in Deutschland verbringen im Schnitt 169 Minuten täglich im Internet. Smartphone, Tablet und Co. treiben die Online-Nutzung unterwegs weiter an: Sie hat sich 2013 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Die wöchentliche Bewegtbildnutzung steigt binnen eines Jahres um 6 Prozentpunkte auf 43 Prozent - 23 Mio. Nutzer greifen regelmäßig auf Bewegtbildinhalte im Netz zu. Dies sind einige Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2013.

Die Studie ist hier abrufbar.

KIM-Studie 2012

Die Studienreihe KIM wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) seit 1999 regelmäßig durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland ab. Für die KIM-Studie werden rund 1.200 Kinder und deren Haupterzieher zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt.

Die aktuelle Studie zeigt, dass Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren ein Fünftel bereits Erfahrungen mit dem Internet gesammelt haben. Der Anteil an Internetnutzern steigt mit Älterwerden der Kinder deutlich an, sodass mit 93 Prozent bei den Zwölf- bis 13-Jährigen schon fast alle zu den Internetnutzern zählen. Nach Angaben der Eltern haben die Kinder mit durchschnittlich acht Jahren zum ersten Mal das Internet genutzt. Zudem enthält die KIM-Studie 2012 erstmals den Sonderteil "miniKIM", in dem das Medienverhalten von Kindern im Vorschul- und Kindergartenalter (2-5 Jahre) beschrieben wird.

Die Studie ist hier abrufbar.

Exzessive Internetnutzung in Familien 2012

Ein gutes Klima in der Familie und möglichst frühe Medienerziehung sind zentrale Faktoren, um exzessiver Mediennutzung von Jugendlichen erfolgreich vorzubeugen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hamburg.

Die Studie ist hier abrufbar.

Pinta-Studie 2011 zur Internetsucht

Etwa 1 Prozent der 14- bis 64-jährigen in Deutschland werden nach der vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Studie „Prävalenz der Internetabhängigkeit (PINTA I)“ der Universität Lübeck und der Universität Greifswald als internetabhängig eingestuft. Das entspricht rund 560.000 Menschen. 4,6 % der 14- bis 64-Jährigen (rund 2,5 Mio. Menschen) werden als problematische Internetnutzer angesehen. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen ist die Verbreitung am größten: 2,4 Prozent abhängige und 13,6 Prozent problematische Internetnutzer.

PINTA Kurzbericht

PINTA Bericht