Kinder bei Facebook – Elternwissen kompakt

Eigentlich ist Facebook erst ab 13 Jahren erlaubt, doch auch Jüngere sind schon bei dem Sozialen Netzwerk aktiv. Die Nutzung kann viele Vorteile haben: Kontakt zu Freunden und Bekannten, Information zu vielen interessanten Themen, keine Neuigkeiten verpassen und sehen, was andere so treiben. Doch auch die Risiken liegen auf der Hand. Wie können Eltern damit umgehen, wenn ihr Kind sich bei Facebook anmelden will? SCHAU HIN! hat einige Tipps zusammengefasst.

Handy mit Facebook liegt auf einem Tisch
Tim Benett/Unsplash / Montage: SCHAU HIN!

Die Privatsphäre schützen

Werden Wohnort, Nachname oder der Name der Schule ausversehen öffentlich geteilt, sind sie für jeden einsehbar, der auf das Facebook-Profil des Kindes kommt. Solche persönlichen Daten können von Fremden missbraucht werden. Jungen Nutzern Sozialer Netzwerke ist oft noch nicht bewusst, wie groß die Reichweite ihrer Online-Posts sein kann. Zudem sind Informationen, die einmal im Netz geteilt wurden, nur schwer wieder zu löschen. Auch dafür haben sie noch kein Gefühl. Deshalb ist es ratsam, dass Eltern mit ihrem Kind über Privatsphäre sprechen – spätestens bei der Anmeldung bei Sozialen Netzwerken.

Am besten wird fest vereinbart, was geteilt werden darf und was nicht. Eltern und Kind müssen sich mit den Privatsphäreeinstellungen bei Facebook gut auskennen, um für jeden Post auszuwählen, wer ihn sehen kann. Generell ist wichtig, dass Kinder öffentlich keine privaten Details preisgegeben und solche sensiblen Informationen auf Facebook auch nur „Freunden“ aus ihren Kontakten zugänglich machen, die sie persönlich kennen. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern ihr Kind dafür sensibilisieren, wen es in seine Kontaktliste aufnimmt, denn diese „Freunde“ haben Zugang zu vielen Informationen, die online gestellt werden.

Da sich die Einstellungen bei Facebook immer wieder ändern, ist es ratsam, dass diese regelmäßig kontrolliert werden. Zu Beginn ist es sicher hilfreich, wenn Eltern und Kind in festen Abständen gemeinsam nachsehen, was sich geändert hat.

Werbung durchschauen

Soziale Netzwerke werden für Werbung genutzt – Facebook ist hier keine Ausnahme. Firmen können Anzeigen schalten, die im Feed des Nutzers angezeigt werden, obwohl er dem jeweiligen Anbieter nicht folgt. Auch Influencer werden dafür bezahlt, Produkte oder Dienstleistungen zu präsentieren. Für Kinder sind diese Werbeformen nicht immer leicht zu durchschauen, da sie nicht immer klar von unbezahlten Beiträgen von Freunden oder anderen Seiten abgegrenzt sind.

Am besten besprechen Eltern die verschiedenen Werbeformen mit ihrem Kind und erklären, was das Ziel der Werbetreibenden ist: Der Verkauf ihrer Angebote. Firmenanzeigen im Feed werden mit „Vorgeschlagener Beitrag“ markiert. Oder es erscheint der Hinweis, dass bestimmten Personen aus der Freundesliste eine Seite gefällt. So erkennt der Nutzer, dass er den Post angezeigt bekommt, obwohl die dazugehörige Seite nicht geliked wurde. Unter dem Namen der Seite steht bei Werbeanzeigen zusätzlich der Hinweis „Gesponsert“, wenn der Beitrag beworben wurde, also Geld für eine größere Reichweite gezahlt wird.

Auch Influencer müssen Beiträge, für die sie Geld, Produkte oder Dienstleistungen erhalten haben, kennzeichnen. Das kann ebenfalls über den Hinweis „Gesponsert“ geschehen. Andere Influencer nutzen Hashtags wie #werbung oder #ad, um Werbung zu kennzeichnen. Mit bekannten Gesichtern zu werden, ist für Firmen immer attraktiv.

Für Datenschutz sensibilisieren

Die eigenen Daten vor fremden Augen zu schützen ist wichtig. Genauso wichtig ist es, dass Firmen wie Facebook sorgsam mit den Angaben umgehen, die in einem Profil hinterlegt werden. Dass Facebook diese Daten genau wie das Surfverhalten für Werbezwecke verwendet, ist bekannt. Das Unternehmen wertet auch Likes, Kommentare und Klicks aus, um mehr über Interessen und Hobbies einer Person zu erfahren.

Es ist immer ratsam, vor der Anmeldung bei einem Onlinedienst zu prüfen, wie das Unternehmen solche Daten behandelt. Entscheiden sich Eltern und Kind für eine Anmeldung, sollten die Einstellungen so gewählt werden, dass möglichst wenige Daten an den Betreiber übermittelt werden. Auch bei Facebook gibt es solche Möglichkeiten.

Kindgerechte und sichere Netzwerke wählen

SCHAU HIN! empfiehlt, dass Eltern zusammen mit ihrem Kind nach Alternativen zu Facebook suchen, die seinem Alter, Interessen und erhöhtem Schutzbedürfnis entsprechen. Kindgerechte Soziale Netzwerke sind leicht zu bedienen, altersgerecht gestaltet und von Moderatoren begleitet, die notfalls in die Diskussion eingreifen können. Die Anmeldung erfordert die Erlaubnis der Eltern und verzichtet weitgehend auf die Abfrage sensibler Daten.

Alle Tipps zu Facebook im Überblick

  • Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein Soziales Netzwerk aus, das dem Alter und den Interessen Ihres Kindes entspricht und richten Sie das Profil zusammen ein.
  • Sensibilisieren Sie Ihr Kind für die Gefahren Sozialer Netzwerke und sprechen Sie über die Bedeutung und den Schutz von persönlichen Daten wie Adresse, Telefonnummer oder Geburtstag.
  • Raten Sie Ihrem Kind, keine Fremden in die Freundesliste aufzunehmen und sich mit niemandem in der realen Welt zu verabreden, den es nur online kennt.
  • Überprüfen Sie die Sicherheitseinstellungen des Profils gemeinsam und informieren Sie sich regelmäßig über Neuerungen.
  • Interessieren Sie sich für die Internetnutzung Ihres Kindes und haben Sie ein offenes Ohr für seine Probleme.

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