Harmlose Spiele-App oder gefährliche Datenkrake? So werden Apps sicher genutzt

Mit ein paar Handgriffen die Datenschutzeinstellungen überprüfen und aktivieren, was App und Gerät so hergeben – eigentlich ist eine sichere Nutzung von Apps schnell gewährleistet. Im Zweifel lieber in den Kauf einer vertrauenswürdigen App investieren und so gut es geht, das Datensammeln verhindern – so geht´s.

Eine Mutter hält ihren Sohn auf dem Arm, er hat eine Hand auf ihrem Rücken.
Xavier Mouton Photographie/Unsplash

Ein sicherer Umgang mit Apps beginnt schon im App-Store: Schon vor dem Download ist es wichtig, sich über die Anwendungen zu informieren. Viele kostenlose Apps sind Datenfresser. Da lohnt sich vor dem Runterladen der Blick in das Kleingedruckte – auch wenn die Nutzungsbedingungen oft nicht übersichtlich gestaltet und einfach formuliert sind. Hier können Eltern herausfinden, welche persönlichen Daten die Anwendung speichert oder sogar weitergibt. Wichtig ist auch zu wissen, auf welche Funktionen des Smartphones oder Tablets die App zugreift. Das können die Kamera, das Mikrofon oder Ortungsdienste sein. Bei zu vielen oder unnötigen Berechtigungen, die App besser nicht installieren.

Seriöse Angebote erkennen

Um nicht Gefahr zu laufen, mit einer gefälschten App Viren und andere Schadsoftware runterzuladen, sollten Apps nur bei vertrauenswürdigen Anbietern bezogen werden. Im Zweifel den App-Hersteller einmal im Internet suchen. Verdächtig ist auch, wenn Erweiterungen bekannter Spiele-Apps angeboten werden, diese jedoch nur eine sehr geringe Downloadzahl haben. Das legt die Vermutung nahe, dass es sich hier nicht um ein vertrauenswürdiges Angebot handelt. Unbekannte App-Stores besser meiden und nur die offiziellen Plattformen für Android oder iOS nutzen.

Smartphone-Einstellungen nutzen

Einige Risiken für Apps lassen sich schon über die Einstellungen der Geräte beheben, auf denen die Anwendungen genutzt werden. Deshalb sollten die Sicherheitseinstellungen von Android- und iOS-Geräten in jedem Fall vorab aktiviert werden. Dazu zählt, den Download von Apps in den Stores nur mit Passwort zu ermöglichen. So haben Eltern den Überblick darüber, was gespielt wird. Das Deaktivieren von In-App-Käufen schützt Eltern vor Überraschungen auf der Kreditkarten- oder Mobilfunkrechnung. Vor dem Download haben Eltern die Gelegenheit, mit ihrem Kind den sorgfältigen Umgang mit persönlichen Daten einzuüben und sich auf ein paar Regeln zu verständigen.

Wie schütze ich meine Daten?

Ist die App auf das Smartphone oder Tablet geladen, ist es wichtig einzustellen, welche Berechtigungen die Anwendung bekommt. Braucht eine App für ihre Funktionen keinen Zugriff auf Kamera oder Mikrofon, sollte diese Option, wenn möglich, deaktiviert werden. Auch die im Gerät gespeicherten Kontakte sollten nicht unbedacht geteilt werden. Bei jedem Update können sich diese Berechtigungen ändern – eine regelmäßige Überprüfung ist deshalb sinnvoll.

Einige Apps bieten an, sich mit einem bestehenden Konto bei Sozialen Netzwerken zu verbinden. Der Nutzer muss so keine Anmeldedaten extra für die Anwendung eingeben – daher ist das Angebot verlockend. Bei Spiele-Apps können außerdem Online-Freunde automatisch hinzugefügt werden, was nicht selten mit Spielvorteilen belohnt wird. Trotz dieser Anreize ist es nicht ratsam, Apps mit Sozialen Netzwerken zu verknüpfen. Die Hersteller erhalten so Zugriff auf Daten, die auf den Plattformen wie Facebook oder Instagram hinterlegt sind – und umgekehrt. Eltern können solche Angebote als Anlass nehmen, mit ihren Kindern über Datenschutz zu reden. Wichtig ist, die Mechanismen und Absichten hinter den verlockenden Möglichkeiten zu erklären und zu vereinbaren, keine persönlichen Daten einzugeben. Die Anmeldung von Kindern auf Plattformen sollte nur im Beisein und mit Zustimmung der Eltern erfolgen.

All diese Maßnahmen schützen nicht komplett vor ungeeigneten Inhalten, unvorhergesehenen Kosten und unkontrollierten Datenabschöpfungen. Sie unterstützen, ergänzen und erleichtern eine aufmerksame Medienerziehung durch die Eltern, aber sie ersetzen sie nicht.

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