Sicherheit für Mobile Messenger

Digitale Messenger-Dienste haben Vorzüge, machen Vergnügen und erleichtern das Leben. Doch Vorsicht ist allemal geboten: Im realen Leben würden bei Eltern doch auch alle Alarmglocken schrillen, wenn Fremde sich plötzlich dafür interessieren, wo das Kind gerade ist und was es gerade macht, wer seine Freunde sind und mit wem es vertraut ist. Da müssen Eltern genau hinschauen, welche Messenger-Apps ihre Kinder nutzen, wo private Daten gespeichert, auswertet und weiterverkauft werden. Worauf Eltern achten können hat SCHAU HIN! kompakt zusammengefasst.

Eine Gruppe junger Leute steht im Kreis und tippt auf Smartphones.
iStock.com/PeopleImages

Persönliche Daten schützen

Mobile Messenger greifen meist bei der Anmeldung auf Geräte- und Kontaktdaten zu und erlauben dem Anbieter durch weitere Berechtigungen ggf. den Zugriff auf Speichermedien wie Fotos und Videos oder den Standort. Auch in der weiteren Nutzung bieten sie kaum Schutz für persönliche Daten: Oft wird die Mobilfunknummer als Kennung genutzt, außerdem haben andere NutzerInnen Zugriff auf Profildaten wie Name und Foto. Daher ist es hilfreich, wenn Eltern ihr Kind dafür sensibilisieren, vorsichtig mit der Weitergabe von Daten umzugehen – sowohl gegenüber dem App-Anbieter, als auch gegenüber anderen NutzerInnen. Zusammen mit dem Kind sollten sie nach Möglichkeit die Berechtigungen ansehen und dann gemeinsam überlegen, wozu die App die Berechtigungen braucht und welche Folgen diese haben können.

Zudem sind gerade private Daten wie Bilder und Standortdaten vor dem Einblick anderer NutzerInnen zu schützen. Von den wenigen Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre ist unbedingt Gebrauch zu machen - auch beim beliebten Messenger WhatsApp.

Unangenehme Kontakte blockieren

Sofern möglich, sollte man die Kontaktaufnahme durch Fremde unterbinden und Bilder, Anrufe etc. nicht automatisch annehmen. Heranwachsende sollten auf Nachrichten von Unbekannten nicht reagieren und Absender unangenehmer Nachrichten blockieren, damit die weitere Kommunikation nicht mehr möglich ist. Es ist ratsam darüber zu sprechen, mit wem das Kind Kontakt hält. Aus Gruppen mit unangenehmen Inhalten sollte man austreten. Wenn Eltern zu ihrem Kind eine Vertrauensbasis aufbauen, kann es sich bei Problemen wie Belästigung und Mobbing an sie wenden. Gemeinsam kann dann das weitere Vorgehen besprochen werden, etwa NutzerInnen und Inhalte zu melden und ggf. bei der Polizei Anzeige zu erstatten.

Technischen Schutz und Beratungsangebote nutzen

Eltern sind gut beraten, den Zugriff ihrer Kinder in App Stores zu beschränken und Downloads mit einem Passwort zu sichern. Vor der Installation nach Möglichkeit die Zugriffsberechtigung der App und die Datenschutzerklärung studieren, Sicherheitseinstellungen der Anwendung sowie am Gerät aktivieren und Ortungsdienste ausschalten. Unterstützung beim Schutz vor ungeeigneten Inhalten können Jugendschutz-Apps bieten. Wichtig dabei: Technische Hilfsmittel ersetzen keine aktive Medienerziehung und können keinen ganzheitlichen Schutz bieten.

Nicht immer erreichbar sein

Mit mobilen Messengern ist man mit FreundInnen und MitschülerInnen in ständigem Kontakt - das kann auch Stress bedeuten. Für mehr Ruhe im Alltag sorgen bewusste Auszeiten. Man muss nicht ständig verfügbar und „up to date“ sein! Eltern können mit ihrem Kind dazu Regeln, wie z.B. smartphonefreie Zeiten vereinbaren, sind selbst Vorbild und halten sich auch daran. So hat das Smartphone etwa beim Essen, bei den Hausaufgaben, dem Familienausflug oder vor dem Schlafengehen Sendepause. Geräte öfter mal lautlos stellen, damit der Nachrichtenton einen nicht ständig ablenkt. Während des Schlafens das Smartphone besser ganz ausschalten. Wenn das schwerfällt, kann es auch zumindest anfangs abgegeben werden.

SCHAU HIN!-Tipps

  • Vorher überlegen was man im Chat klärt und was lieber persönlich. Ein kurzer Anruf ist oft effektiver als ewig hin und her zu tippen
  • Nachrichten nicht ständig checken, sondern nur alle paar Stunden. Langeweile auch mal aushalten oder sich anders beschäftigen
  • Push-Nachrichten bewusst auswählen, damit man nicht wegen jeder Kleinigkeit abgelenkt wird. Gruppen, in denen viel kommuniziert wird, sofern möglich, stumm schalten
  • Bei Messengern im Status/in der Info anzeigen, dass man beschäftigt ist, damit andere Bescheid wissen
  • Ausstellen, dass andere sehen, wann man zuletzt online war oder ob man eine Nachricht gelesen hat
  • Auf das Weiterleiten von Kettenbriefen verzichten, insbesondere wenn sie Unheimliches oder Bedrohliches beinhalten

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