TikTok: Mehr Sicherheit für Kinder

TikTok (ehem. Musical.ly) ist bei Kindern beliebt. Eigentlich ist die App erst ab 13 Jahren – für mehr Sicherheit können Eltern einiges beachten. Am besten richten sie TikTok gemeinsam mit ihrem Kind ein. Sicherheitsregeln und Absprachen darüber, was gepostet wird, sorgen für mehr Sicherheit.

Maedchen fasst sich in lange Haare vor rosa Wand
element5 digital/ unsplash

App gemeinsam entdecken und Profil einrichten

Möchte ihr Kind die App in jedem Fall nutzen? Eltern können gemeinsam mit ihrem Kind herausfinden, wie die App funktioniert. Dabei können sie über Risiken und Gefahren aufklären. Werden Kinder bei der Nutzung begleitet, stehen Eltern als Ansprechpartner zur Verfügung. So kann gemeinsam überlegt werden, welche Videos in welcher Form veröffentlicht werden könnten und welche Profileinstellungen sinnvoll sind.

Sicherheitsregeln vereinbaren

Wichtig ist, dass Eltern mit ihrem Kind Regeln vereinbaren, damit es Tik Tok verantwortungsbewusst nutzt. Gleichzeitig sollten sie signalisieren, dass es sich bei Problemen jederzeit an sie wenden kann.

Auf Datenschutz und Privatsphäre achten

Für Jugendliche gilt es genau zu überlegen, welche Inhalte veröffentlicht werden sollten und auf welche generell verzichtet werden kann, da diese ihnen hinterher unangenehm sein könnten. Zudem sind die Privatsphäre-Einstellungen genau zu beachten. Hier können NutzerInnen einstellen, dass sie ihre Musikvideos nur mit Freunden und Freundinnen teilen und auch nur von diesen Clips erhalten möchten.

Werden Videos öffentlich gepostet, können sie nicht nur von jedem gesehen, sondern auch gespeichert werden. Zwar gibt es in der App noch keine direkte Funktion um Videos von anderen NutzerInnen zu speichern, jedoch erlaubt die Link-Funktion die Videos über andere Websites oder Cloud-Dienste herunterzuladen und zu speichern. Der Link zum Video muss lediglich kopiert werden und kann auf Video-Download-Websites eingesetzt werden. Die Website sorgt nun dafür, dass das Video auf dem Gerät gespeichert wird.

Werden Videos öffentlich gepostet, können sie nicht nur von jedem gesehen, sondern auch gespeichert werden.

Risiko Cybergrooming

Unter Hashtags wie #bellydance und #bikini finden sich in der App immer wieder Videos von Minderjährigen, die vermeintliche aufreizend zu populären Songs tanzen und singen. KritikerInnen sehen darin eine Gefahr für Missbrauch. Cybergrooming kann die Folge sein, die Videos aber auch zu anderen Zwecken missbraucht werden. Viele Videos zeigen Kinder, die offenbar jünger als 13 sind.

Die Anbieter verweisen auf ein Sicherheitsnetzwerk, die Inhalte würden geprüft: "Die App verfügt über eine Vielzahl an Schutzmaßnahmen und gewährleistet eine Moderation rund um die Uhr, um die Möglichkeiten einer missbräuchlichen Nutzung der App zu reduzieren." Allerdings vermerkt der Anbieter weiterhin, kein System sei unfehlbar.

Unangemessene Beiträge und NutzerInnen können auch selbst über eine Funktion innerhalb der App gemeldet werden. Wenn junge NutzerInnen Nachrichten oder Kommentare erhalten, die sie verunsichern, ihnen Angst machen oder die nicht von Gleichaltrigen stammen, sollten sie die Meldefunktion nutzen. Gelöschte NutzerInnen können sich allerdings problemlos ein neues Profil mit ähnlichen Namen zulegen.

Cybergrooming ist eine Straftat. Eltern können daher Beweise, zum Beispiel durch Screenshots, sichern und ihren Verdacht der Polizei melden.

Über Werbung und In-App-Käufe aufklären

Um bewunderte NutzerInnen zu unterstützen, können die überwiegend minderjährigen NutzerInnen zudem In-App Käufe tätigen, zum Beispiel um ihren Stars virtuelle Geschenke zu machen. Der oder die Beschenkte erhält hierdurch – nach Abzug von Gebühren für den App-Anbieter – Geld, welches ihm oder ihr gutgeschrieben wird. Darüber hinaus gibt es für Spezialeffekte in Musical.ly Apps und Programme, die sich über In-App Käufe finanzieren.

Wichtig ist auch, dass Kinder die vielfältigen Formen von Werbung kennen und auch über Bezahlvorgänge Bescheid wissen. Am besten vereinbaren Eltern gerade bei Kindern bis zwölf Jahren, dass sie Anmeldungen, Downloads und Käufe nur in Absprache mit ihnen tätigen.

TikTok spricht Jugendliche an

Die App ist optimal an die Bedürfnisse Jugendlicher zwischen zehn und 13 Jahren angepasst, denn es spricht den sich entfaltenden Charakter der Jugendlichen und ihren Wunsch zur Selbstdarstellung an. Wichtig ist, dass Eltern sich mit der App und der Nutzung durch ihre Kinder vertraut machen und auf Privatsphäre, Datenschutz, Urheberrecht und ungeeignete Inhalte hinweisen.

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