Gruppendruck WhatsApp und bekannte Risiken: Das sagen die Studien

Viele Jugendliche wollen ein Smartphone und über WhatsApp mit Freunden und MitschülerInnen chatten – weil alle anderen das schon dürfen! Aber wie viele Heranwachsende sind wirklich bei dem Messenger angemeldet? Und welches Risiko der mobilen Kommunikation nehmen die jungen NutzerInnen am meisten wahr?

Eine junge Frau mit langen Haaren und Smartphone von hinten
Andrik Langfield/Unsplash

Nutzungsgewohnheiten

41 Prozent der Zeit, die Jugendliche online sind, verwenden sie für Kommunikation. Das zeigen die Ergebnisse der JIM-Studie 2016. Zu den wichtigsten Apps zählen mit 95 Prozent die Angebote von Messengern wie WhatsApp. 51 Prozent der Jugendlichen zählen zu den regelmäßigen NutzerInnen von Instagram (täglich: 39%), Snapchat liegt mit 45 Prozent (tägliche Nutzung: 35%) knapp dahinter, dicht gefolgt von Facebook (43%, täglich: 32%). Bei der Betrachtung nach Altersgruppen zeigt sich, dass Facebook bei den Jüngeren kaum noch Bedeutung hat, bei den 18-bis 19-Jährigen aber nach wie vor sehr stark genutzt wird. WhatsApp liegt in allen Altersgruppen an der Spitze, während Instagram stärker von den unter 16-Jährigen und Snapchat stärker von den ab 16-Jährigen genutzt wird.

Die zunehmende Informationsflut und ständige Erreichbarkeit nehmen Jugendliche als problematisch wahr. 70 Prozent der BesitzerInnen eines Smartphones stimmen der Aussage voll und ganz bzw. teilweise zu, dass sie mit den vielen Apps und Communities ganz schön viel Zeit verschwenden. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen ist manchmal genervt von der Fülle eingehender Nachrichten. Trotzdem meinen 68 Prozent der Jugendlichen, den Freundeskreis ohne mobile Kommunikation nicht mehr organisieren und planen zu können. Jeder Fünfte befürchtet, etwas zu verpassen, wenn das Smartphone ausgeschaltet ist.

Kommunikation spielt bei Jugendlichen eine große Rolle – das zeigen die Studien. Der Kontakt zu Freunden und MitschülerInnen sowie immer auf dem neusten zu Stand sein, nimmt in ihrer Welt viel Raum ein. Ein neues Phänomen ist das jedoch nicht: Früher wurde stundenlang telefoniert und Zettelchen in der Schule ausgetauscht. Die Digitalisierung verlegt diesen wichtigen Teil des Erwachsenwerdens nun in die Onlinewelt der Messenger und Sozialen Netzwerke.

Cybermobbing über mobile Messenger

Die Ergebnisse der JIM-Studie 2016 zeigen: In der Altersgruppe der Zwölf- bis 19-Jährigen gibt jede/r Dritte (34 %; Mädchen: 37 % und Jungen: 31 %) an, dass in ihrem oder seinem Bekanntenkreis schon einmal jemand im Internet oder per Smartphone fertig gemacht wurde. Je älter die Jugendlichen sind, desto höher ist der Anteil derer, die schon von so einem Fall erfahren haben (12-13 Jahre: 26 %, 14-15 Jahre: 30 %, 16-17 Jahre: 39 %, 18-19 Jahre: 39 %). Bei der Betrachtung des Bildungshintergrunds zeigt sich, dass an Gymnasien mit 32 Prozent etwas weniger Jugendliche von dieser Problematik betroffen sind als bei den übrigen Schultypen (37 %). Mit der Verbreitung von peinlichem und beleidigendem Bild- oder Videomaterial haben 13 Prozent der Jugendlichen Erfahrungen gemacht. Wie bei diesen Inhalten generell, zeigt sich auch bei den Fotos und Videos eine deutliche Zunahme mit steigendem Alter der Befragten (12-13 Jahre: 6 %, 14-15 Jahre: 10 %, 16-17 Jahre: 16 %, 18-19 Jahre: 20 %).

Laut JIM-Studie 2015 ist zwei Dritteln der SmartphonenutzerInnen bekannt, dass solche Filme verbreitet werden, 23 Prozent haben so etwas schon im Freundeskreis mitbekommen, 13 Prozent wurden selbst schon ungefragt solche Inhalte zugestellt. Hierbei sind Jungen (18 %) deutlich stärker betroffen als Mädchen (7 %), gleiches gilt für Jugendliche mit niedrigerem Bildungshintergrund (16 %, Gymnasium 10 %). Jede/r vierte Jugendliche bestätigt, dass Nacktbilder von Bekannten im Freundeskreis verschickt wurden.

So sehen es die Eltern

Laut einer Studie des JFF zu mobilen Medien in der Familie sehen Eltern bei diesem Thema folgenden Handlungsbedarf auf Grundlage ihrer persönlichen Erfahrungen:

  • Umfang und Intensität der Nutzung mobiler Medien durch ihre Kinder
  • Sozialer Druck zur Nutzung von Smartphone/Apps beim Übergang in die weiterführende Schule
  • Konflikte und Mobbing in sozialen Netzwerken
  • Daten- und Persönlichkeitsschutz

Zudem sehen Eltern folgende Hürden bei der Medienerziehung in diesem Bereich:

  • Mangel an Wissen bzw. ist dieses schnell veraltet
  • Geringe Kontrollmöglichkeiten
  • Unzulänglicher technischer Jugendschutz
  • Notwendigkeit, zwischen Geschwisterkindern unterschiedlichen Alters zu differenzieren

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