„Fortnite“: Ist Verbieten keine Option? – Mediencoach-Kolumne

Mediencoach-Kolumne

Bei Kindern beliebt, unter Eltern umstritten: Das Onlinespiel „Fortnite: Battle Royale“ ist in vielen Familien Thema. Sollen wir als Eltern das Spiel verbieten? Wie brutal ist das Shooter-Game wirklich? In ihrer Kolumne beschreibt Mediencoach Iren Schulz, wie Eltern und Kinder mit Spieletrends umgehen können, um eine gemeinsame Lösung für mögliche Konflikte zu finden.

Grafik mit Foto von Dr. Iren Schulz und dem Titel "Fortnite: Erlauben oder Verbieten?"
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Liebe Leserin, lieber Leser,

 

„Die Schlacht bahnt sich an. Wer als letztes übrig ist, gewinnt.“: So eindeutig sich dieser Slogan anhört, so ambivalent sind die Wahrnehmungen und Emotionen, die damit verbunden sind. „Fortnite: Battle Royale“ ist ein zunächst kostenfreies Onlinespiel, das in den Downloadlisten der App Stores seit einiger Zeit ganz oben steht, weltweit die Kinderzimmer erobert und bei Eltern viele Unsicherheiten und Fragen aufkommen lässt.

Aber um was geht’s da eigentlich? In „Fortnite: Battle Royale“ wird man mit anderen Spielenden auf einer einsamen Insel abgeworfen. Ziel ist es, sich mit Hilfe von Waffen und Ressourcen so lange wie möglich gegen Andere zu behaupten und als letzte Überlebende allein oder im Team zu gewinnen. Auch wenn Töten als einzige Handlungsoption in Frage kommt, ist kein Blut zu sehen und es gibt keine Leichen oder detailreichen Gewaltszenen. Das gesamte Spiel ist in einem comichaften Stil animiert und erinnert an japanische Manga-Szenarien. Über In-App Käufe kann man virtuelle Gegenstände und Ausstattungen und den Zugang zu wöchentlichen Herausforderungen erwerben. Inzwischen wurde das Onlinespiel von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) mit dem Alterskennzeichen „ab 12 Jahre“ eingestuft.

Kinder lieben, was Eltern fürchten? In Sachen Erziehung und Medien steht das Spiel „Fortnite: Battle Royale“ also stellvertretend für ähnlich erfolgreiche First-Person-Shooter: Kinder lieben die damit verbundenen, sportlichen Herausforderungen und den Wettkampf. Sie trainieren außerdem ihre Hand-Auge-Koordination und nutzen gern den Austausch über die integrierte Chatfunktion. Das Spiel schafft soziale Anlässe und ist DAS Gesprächsthema in der Schulpause. Eltern sehen in erster Linie die Gewalt im Spiel und sind verunsichert, wer da eventuell mit ihren Kindern chattet und welche persönlichen Datenspuren sie im Spiel hinterlassen. Gleichzeitig sollen sich ihre Kinder aber auch nicht ausgegrenzt fühlen – Verbieten ist also auch keine Option?

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Nachricht an Iren Schulz

Begrenzen und Begleiten als Kompromiss. Für Sie als Eltern ist das eine ziemlich schwierige Frage und keine leichte Entscheidung: Wann ist mein Kind wohl alt genug, den Spaß am Spielen zu genießen? Deshalb empfehlen wir immer die doppelte Absicherung: Erstens sind die Altersfreigaben und Altersempfehlungen eine gute Orientierung. Im Fall von „Fortnite: Battle Royale“ sagt die USK „ab 12 Jahre“, der pädagogische „Spieleratgeber NRW“ empfiehlt ein Mindestalter von 14 Jahren. Zweitens – und das ist vielleicht noch wichtiger – kennen Sie Ihr Kind genau und wissen, was beängstigend oder überfordernd sein könnte, was in Sachen Datenschutz und In-App Käufe noch schwer zu verstehen und in punkto sichere Kommunikation kaum zu durchschauen ist. Wenn Sie sich gemeinsam für das Spiel entscheiden, dann installieren Sie alles zusammen und spielen Sie unbedingt mit: So bekommen Sie ein Gefühl für das Spiel und können Ihr Kind auf den ersten Schritten begleiten. Vereinbaren Sie Zeitbudgets, legen Sie Regeln fest und entwickeln Sie eine Handhabe, wenn Ihrem Kind im Spiel etwas merkwürdig vorkommt oder Angst machen. So sind Sie bestens gerüstet und immer im Bilde. Und vielleicht auch bald ein richtiger Game-Profi!

 

Ihr Mediencoach Iren Schulz

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