Goldene Regeln für Kinder von 7 bis 10 Jahren: Games & Online-Spiele

Zwischen sieben und zehn Jahren gefallen Kindern auch schon anspruchsvollere Spiele auf der Konsole, dem PC oder als Apps. SCHAU HIN! bietet Ihnen mit den Goldenen Regeln einfache Tipps für den Alltag, um Ihr Kind bei der Mediennutzung zu begleiten.

  1. Beobachten Sie die Reaktionen Ihres Kindes

    Beobachten Sie, wie oft und welche Spiele Ihr Kind nutzt. Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf die Darstellungen oder die Anforderungen, die das Spiel stellt. Sprechen Sie Ihr Kind darauf an, wenn Sie Veränderungen in seinem Verhalten feststellen. Behalten Sie bei Onlinegames im Auge, mit wem Ihr Kind im Internet spielt.

  2. Begrenzen Sie die Zeit vor dem Bildschirm

    Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind klare Regeln und Zeiten zur Nutzung von elektronischen Spielen. Achten Sie auf die Einhaltung dieser Abmachung und berücksichtigen Sie auch die Zeit, die Ihr Kind zusätzlich mit anderen Medien (z.B. vor dem TV) verbringt.
    Zur Orientierung: 
    6 bis 9 Jahre: nicht mehr als eine Stunde pro Tag.
    Für Kinder ab 10 Jahren bietet sich ein Wochenkontingent an. Dieses sollte etwa neun Stunden die Woche nicht überschreiten.
    Ihr Kind geht inzwischen verantwortungsvoll mit den verabredeten Zeiteinheiten um? Dann spricht nichts dagegen, dass Ihr Kind mit Ihnen vereinbart, wie es sich seine Medienzeit über eine gesamte Woche einteilt.

  3. Achten Sie auf Kosten(fallen)

    Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über Kosten von Spielesoftware und eventuellen Kostenfallen bei Onlinespielen, die z.B. beim Kauf von Erweiterungen oder beim Abschluss von Abos anfallen können. Dass jüngere Kinder z.B. zusätzliche Ausrüstung für Ihre Spielfigur nicht alleine kaufen, liegt auf der Hand. Sobald Ihr Kind in einem Alter ist, in dem es sein Taschengeld selbst verwaltet, eignet sich ein Prepaid-Betrag, den viele Onlinegames bereits anbieten. So bleiben die Kosten überschaubar.

  4. Vorsicht bei Spielen mit exzessiver Gewalt

    Bei Kindern ab etwa dem Grundschulalter werden actionreiche Spiele beliebt. Doch Vorsicht: Vieles, was vor allem Jungs attraktiv erscheint, kann drastische Gewalt enthalten. Militärische Strategiespiele, Action-Adventures oder Shooter-Spiele sind meist erst ab 12, 16 oder 18 Jahren freigegeben. Action und Tempo werden aber auch unter anderem bei Sport- oder Rennspielen geboten. Vergleichen sie unterschiedliche Spieltitel und wählen sie den Inhalt altersgerecht aus.

  5. Sorgen Sie für Abwechslung

    Achten Sie von Anfang an darauf, dass Computerspiele nicht das einzige Hobby Ihres Kindes sind. Seien Sie besonders beim Gebrauch von Tablets und Smartphones Vorbild, indem Sie auch Ihre eigenen Nutzungszeiten im Blick haben. Bedenken Sie, dass digitale Spiele in jedem Falle eine Ergänzung, keinesfalls aber als Ersatz oder „moderner“ Nachfolger von konventionellen Spiel-, Beschäftigungs- und Lernmöglichkeiten gelten. Nur eine Vielfalt von Lernerfahrungen fördert Ihr Kind in seiner Entwicklung.

  6. Spielen Sie gemeinsam

    Gerade zum Einstieg aber auch später, sollten Sie regelmäßig gemeinsam elektronische Spiele nutzen. Lassen Sie sich von Ihrem Kind die Spiele erklären, die es gerne nutzt - was es erlebt und was ihm daran Spaß macht. So finden Sie am besten heraus, welche Games für Ihr Kind geeignet sind und welche weniger. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über einzelne Spielelemente (Figuren, Grafik, Töne, Zeit u.a.). Vor allem bei den Jüngsten sollten Eltern und andere Bezugspersonen außerdem mit Rat und Tat helfen, wenn es der Spielverlauf erfordert.

  7. Überprüfen Sie die Sicherheitseinstellungen

    Computer, Konsolen und Tablets müssen kindersicher gemacht werden. Achten Sie darauf, dass auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone eine Filtersoftware installiert ist und auch bei Spielkonsolen die richtigen Einstellungen vorgenommen werden.
    Anleitungen finden Sie hier:
    Sicherheitseinstellungen für Konsolen
    Sicherheitseinstellungen für IPhone und Android-Smartphones
     

  8. Schützen Sie persönliche Daten

    Achten Sie vor der Anmeldung bei Onlinegames darauf, ob und wie die Daten Ihres Kindes weiterverarbeitet werden. Entscheiden Sie, ob Sie damit einverstanden sind oder nicht. Bieten die Spiele keine Informationen dazu oder werden auch Daten wie Adresse oder Telefonnummer abgefragt, ist das Spiel nicht zu empfehlen. Sensibilisieren Sie Ihr Kind, dass es später auch selbst keine persönlichen Daten achtlos weitergibt.

  9. Games sind kein Erziehungsinstrument

    Benutzen Sie elektronische Spiele – genau wie andere Medien auch - nicht als Belohnungs- oder Bestrafungsmittel und missbrauchen Sie sie nicht als Babysitter. Die Spiele bekommen sonst eine viel zu große Bedeutung für Ihr Kind. Und: Sorgen Sie für körperlichen Ausgleich und regen Sie ihr Kind zu attraktiven Alternativen oder gemeinsamen Aktivitäten an.

  10. Informieren Sie sich über Spiele

    Suchen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern nach passenden Spielen und machen Sie sich selbst ein Bild von den Inhalten. Nutzen Sie auch das Wissen von ExpertInnen, die Spiele testen und eine Altersempfehlung vergeben. Spielempfehlungen für jedes Alter finden Sie z.B. auf spielbar.deseitenstark.defragfinn.deinternet-abc.de. Auszeichnungen von www.gigamaus.de und Tommi "www.kindersoftwarepreis.de" geben zusätzlich Orientierung.