Medien und Schule – Unterricht zu Hause

Mediencoach-Kolumne

Deutschaufsätze am Küchentisch, Matheformeln mit den Eltern: Unterricht zu Hause ist für viele Familien grade eine Herausforderung. SCHAU HIN!-Mediencoach Iren Schulz gibt in einer Sonderausgabe der regelmäßigen Mediencoach-Kolumne Tipps zum Lernen zu Hause und rät Eltern vor allem, Ruhe zu bewahren und realistische Ansprüche an sich selbst und die Kinder zu stellen.

SCHAU HIN!

Liebe Leserin, lieber Leser,

das ist schon ein ziemliches Durcheinander! Familienalltag beginnt eigentlich immer gemeinsam – aber dann trennen sich die Wege: die Kinder gehen in die Schule und lernen mit ihren Mitschüler*innen und Lehrer*innen, die Eltern sind an ihrem Arbeitsplatz. Aktuell bündeln sich diese Lebenswelten an einem Ort: Zuhause. Mit den bundesweiten Schulschließungen haben Kinder oftmals Aufgabenpakete erhalten, die sie in den nächsten Wochen bearbeiten und erledigen sollen. Teilweise sind diese Aufgaben mit digitalen Anwendungen verknüpft, manchmal handelt es sich ausschließlich um analoge Arbeitsblätter. Auch wurden in einigen Schulen bisher noch keine Arbeitsaufträge vergeben. Dementsprechend ratlos und überfordert sind Eltern und ihre Kinder: Wie sollen wir den Unterricht zu Hause organisieren? Wann soll der stattfinden und wie sollen wir neue Lerninhalte vermitteln und festigen? Wie soll ich die Pädagog*innenrolle mit der Rolle als Mama und Papa verbinden und gleichzeitig den Verpflichtungen im Beruf oder zu Hause gerecht werden?

Wie soll das alles funktionieren? Grundsätzlich kann es hilfreich sein, sich an den bekannten Strukturen zu orientieren. Kinder sind es gewohnt, dass der Unterricht morgens beginnt, dass es nach 45 oder 90 Minuten kleinere und größere Pausen gibt und dass sich verschiedene Fächer abwechseln. Behalten Sie diese oder ähnliche Strukturen bei, nutzen Sie den Stundenplan der Kinder und erstellen Sie eventuell eine angepasste Tages- oder Wochenplanung. Das hilft allen, den Überblick zu behalten und abzuhaken, was erledigt und geschafft ist. Je nach Alter kann man die Kinder selbständig arbeiten lassen, neue Inhalte erklären und Aufgaben gemeinsam lösen. Je klarer und transparenter die Vorgehensweise gleich von Beginn an ist, umso besser lassen sich Routinen etablieren.

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Wo gibt’s Unterstützung? Die digitale Medien- und Bildungslandschaft hat sich auf die aktuelle Situation eingestellt. Inzwischen gibt es auf zahlreichen Onlineplattformen, Internetseiten sowie Radio- und Fernsehsendern, aber auch bei den jeweiligen Landesmedienzentren ganz viele Tipps, Links und Materialien, wie Sie den Unterricht zu Hause abwechslungsreicher und vielleicht auch für Sie selbst ein bisschen entspannter gestalten können. Bei SCHAU HIN! finden Sie Links zu Informationsseiten für Kinder, sowie Regeln und Tipps zum Lernen mit Medien. Auf einer Themenseite zur Corona-Krise werden laufend hilfreiche Informationen ergänzt. Außerdem haben die öffentlich-rechtlichen Programme, unter anderem ARD und ZDF extra Angebote für das Lernen Zuhause zusammengestellt.

Was allerdings immer noch wichtig ist: Auch wenn Ihre Kinder Sie nicht als vollwertige Lehrer*innen akzeptieren, wenn alles ein bisschen drunter und drüber geht und nicht alle Aufgaben sofort erledigt sind – versuchen Sie, das Beste aus der Situation zu machen und muten Sie sich und Ihren Kindern nicht zu viel zu. Sicher bleiben einige Verpflichtungen auf der Strecke, aber dafür entstehen vielleicht auch neue Chancen für Zusammensein, Austausch und Lernen.

Ihr Mediencoach Iren Schulz

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