Wenn Cyberkriminalität Schlagzeilen macht

Mediencoach-Kolumne

Ob absichtlich oder durch unbedachte Handlungen – digitale Medien bergen für Jugendliche durchaus Möglichkeiten, die Grenzen des Legalen zu überschreiten. Doch auch bei der Mediennutzung müssen Eltern ihre Kinder Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit entlassen. Wie das ohne Sorgen geht, erzählt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

SCHAU HIN!

Liebe Leserin, lieber Leser,

der kompetente Umgang mit digitalen Medien, sowie die Technik des Programmierens zu beherrschen kann Kindern und Jugendlichen viele Türen öffnen. Doch je mehr sich die Jugendlichen in das Thema vertiefen, desto undurchsichtiger kann es für die Eltern werden. Häufiger werdende Schlagzeilen, die von Datendiebstählen durch HackerInnen erzählen, darunter oft Jugendliche, können verunsichern und Zweifel an der eigenen Erziehung mit sich bringen.

Werden Teenager eigenständiger, sind Eltern an vielen Aktivitäten ihres Kindes nicht mehr unmittelbar beteiligt. Wie merken sie dann, wenn ihr Kind im Internet auf unsicheren Pfaden unterwegs ist oder sich selbst durch unbedachte Äußerungen, Weitergabe von Dateien aber auch durch illegale Downloads oder Streams strafbar macht?

Wichtig ist, dass Eltern mit ihrem Kind in jedem Alter über seine Mediennutzung im Gespräch bleiben und dass sie sich ehrlich für seine Aktivitäten im Netz interessieren. Gibt es dieses vertrauensvolle Verhältnis zwischen Eltern und Kind, merke ich an Äußerungen oder Einstellungen zum Netzverhalten, wo ich aufmerksam sein muss. Reagiert mein Kind impulsiv und unbedacht, wirkt auf mich wütend, unzufrieden, fühlt sich von jemandem bedrängt oder will „andere fertig machen“, ist das für Eltern ein Warnsignal. Dann verlagern sich Befindlichkeiten aus der realen Welt in den digitalen Raum und möglicherweise wird dort nach Anerkennung gesucht, die im Alltag fehlt oder vermisst wird. Herausfinden, welche Ursachen es für die Gefühlslage gibt und ausgleichend handeln, Freuden machen, Anerkennung aussprechen, zu bedächtigem Handeln animieren – dies alles sind gute Wege, mein Kind direkt und wirksam zu unterstützen.

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Fair zu anderen sein und persönliche Daten schützen

In Bezug auf das persönliche Onlineverhalten gilt vor allem, fair zu anderen zu sein, niemanden zu beschimpfen, zu bedrohen, durch Aktivitäten auszuschließen oder sich durch andere dazu verleiten zu lassen. Im Grunde ein Wertekatalog, der auch im täglichen Miteinander gilt. Um Datendiebstahl zu vermeiden, sprechen Eltern klar über mögliche Risiken, die bei der Angabe persönlicher Daten bestehen. Wie gehe ich mit meinen Daten im Netz um? Wer darf was sehen, was veröffentliche ich wo und wie bin ich mit wem vernetzt? Wenn Eltern Jugendschutzeinstellungen an Geräten vornehmen und zu sparsamer Datenübermittlung aufrufen, schützen sie ihr Kind. Für den Umgang in Chats sprechen Eltern am besten auch darüber, bei Nachrichten auf die Sprache zu achten. Hasskommentare, Beleidigungen, Demütigungen und Drohungen sind Tabu. Außerdem wichtig: Vertraut mir jemand etwas an, zeige ich mich vertrauenswürdig und gebe weder eine Nachricht noch ein Bild ohne zu fragen einfach weiter.

In diesem Sinne können wir gleich in der Familie damit beginnen, das Motto des Safer Internet Days 2020 in die Tat umzusetzen: „Together for a better internet“ – jeder Beitrag zählt.

Ihr Mediencoach

Kristin Langer

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