Wie Kleinkinder und Medien zusammenpassen – Elternwissen kompakt

Gerade bei den allerersten Schritten in der Medienwelt ist die aufmerksame und sorgsame Begleitung der Eltern gefragt. Wenn sie auf geeignete Inhalte und ein überschaubares Maß achten, wird der Nachwuchs nicht überfordert und kann auch die reale Welt mit allen Sinne erfahren.

Kinder begleiten

Wichtig ist, dass Eltern mit ihrem Kind über das Erlebte sprechen, denn Kinder im Kindergartenalter müssen erst noch lernen, Symbolsysteme zu entschlüsseln und zu verstehen. So können Eltern auch erfahren, welche Inhalte das Kind überfordern. Kleinkindern fällt es noch sehr schwer, zwischen Realität und Vorstellung zu trennen.

 

Geräte gut sichern

Sicherheitseinstellungen an Mediengeräten aktivieren (z.B. Android und iOS) und Jugendschutzprogramme installieren. Die Internetverbindung und weitere Datenverbindungen sollten Eltern immer deaktivieren, wenn diese nicht gebraucht werden.

 

Altersangaben beachten

Eine erste Orientierung bieten die Altersfreigaben für Filme, Games und Apps, etwa auf den Verpackungen von DVDs und Videospielen oder in den App-Stores. Für Kleinkinder kommen dabei höchstens Medien „ab 0 Jahren“ in Betracht. Da die Altersfreigabe jedoch nichts darüber aussagt, ob das Angebot tatsächlich für das eigene Kind geeignet ist, sondern nur Entwicklungsbeeinträchtigungen ausschließt, sollten Eltern sich auch bei Empfehlungsportalen, wie Flimmo, klick-tipps, Spieleratgeber NRW oder Kinderfilmwelt, informieren, die Angebote auch selbst testen und erst danach gemeinsam mit dem Kind nutzen. Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass viele qualitativ hochwertige Kinder-Apps nicht kostenlos zu haben sind.

 

Berechtigungen prüfen

Vor der Installation einer App sollten Eltern immer genau die Berechtigungen prüfen, die diese App verlangt. Sind es zu viele oder erscheinen nicht plausibel wie zum Beispiel der geforderte Zugriff auf Kalender bei einer Spiele-App, wäre besser, die App nicht zu installieren.

 

Inhalte genau prüfen

Gute Angebote sind optisch ansprechend gestaltet, knüpfen direkt an die Lebenswelt der Kinder an und ermöglichen den Bezug auf eigene Erlebnisse – etwa eine Tier-App mit dem Besuch des Streichelzoos. Gute Apps und Webseiten für Kleinkinder enthalten wenig Text, machen Spaß, vermitteln spielerisch Wissen, sind werbefrei, enthalten keine ungeeigneten Verlinkungen zu Sozialen Netzwerken, anderen Erwachsenenseiten oder Shops. Sie sind aktuell, intuitiv zu bedienen und selbsterklärend. Kleinkinder brauche ein langsames Tempo und gradliniger Handlung, um einer Geschichte folgen zu können. Weil ihre Aufmerksamkeitsspanne noch kurz ist, muss der zeitliche Umfang von Hörstücken, Spielen oder Filmen auf das Alter abgestimmt sein – je jünger, desto kürzer. Geschichten sollten nicht ängstigen und ein gutes Ende haben. Empfehlungsportale helfen bei der Auswahl.

Ein kleines Kind mit großen kopfhörern sieht glücklich aus
Eine Frau mit Kopfhoerern schaut etwas auf ihrem Smartphone
Junge hat einen Fuß auf Radio
Ein Junge sitzt mit Kopfhoerern vor einer Pflanze und lacht
Spotify ist auf Smartphone geöffnet
Zwei Teens mit Smartphone hoeren gemeinsam Musik mit Kopfhoerern
Junge schaut auf Tablet

Alireza Attari/Unsplash

In drei Schritten findet man auf Auditorix das perfekte Hörbuch. Als erstes geht es um's Interesse: Magst du lieber Geschichten zum Mitfühlen oder Kaputtlachen? Soll es um Abenteuer gehen oder doch lieber um Märchen? Im zweiten Schritt wird dann das Alter des Kindes angegeben. Auditorix schlägt auf dieser Grundlage verschiedene Hörbücher vor. Sucht man nach abenteuerlichen Geschichten ab 8 Jahren findet man zum Beispiel Klassiker wie „Ronja Räubertochter“ oder „Die Schatzinsel“.

Hier geht's zur Webseite.

Kaboompics/Pexels

In erster Linie geht’s hier ums lesen – Aber Psst! Ganz vieles kann man auf der Webseite auch vorlesen lassen. Der Lesekorb bietet eine große Auswahl an Märchen, Sagen, Fabeln und Gedichten und lädt so zum Stöbern und Lauschen ein. Ein großer Plus-Punkt: Das Angebot des Lesekorbs ist kostenlos und auch die Webseite ist kindgerecht.

Hier geht's zu Webseite.

Eric Nopan/unsplash

Ohren gespitzt? Dann kommt jetzt die nächste Empfehlung: Das kostenlose Angebot von Ohrenspitzer gibt es bereits seit 2003. Die Webseite bietet neben einer Hörspieldatenbank mit über 6000 Hörspielen auch immer einen Hörtipp des Monats – denn wer kann bei so vielen Hörspielen noch den Überblick behalten? Eine Such-Funktion gibt es zum Glück auch. Dort kann nach Themen und Alter gefiltert und schließlich gehört werden.

Hier geht's zur Webseite.

irfancanon/Pixabay

Der Hörbuchanbieter von Amazon „Audible“ bietet für 9,95 EUR pro Monat jeweils ein Hörbuch an. Während der erste Monat noch ein kostenloser Probemonat ist, ist das spätere Angebot kostenpflichtig. Für Kinder gibt es eine große Auswahl an über 8500 Hörbüchern.

Hier geht's zur Webseite.

PhotoMIX

Auch der Streaming-Dienst Spotify hat eine gute Auswahl an Hörbüchern und Hörspielen zu bieten. Wird Spotify kostenlos genutzt, werden die einzelnen Kapitel durch Werbung unterbrochen. Diese kann nicht kindgerecht sein – Im Zweifelsfall sollte also für ein werbeloses Paket bezahlt werden. 

Hier geht's zu Webseite.

Breakingpic/Pexels

Apple Music ist ebenfalls ein Streaming-Dienst. Anders als Spotify muss allerdings nach einer Probe-Phase für den Dienst gezahlt werden. Auch hier finden sich in der Datenbank viele Hörbücher und Hörspiele. Die Audiodateien können heruntergeladen werden, sodass auch ohne Internet gemütlich drauf los gelauscht werden kann.

Hier geht's zur Webseite.

Annie Spratt/unsplash

Ein Blick in unsere Empfehlungen für Kinderradiosender und Kinderpodcasts kann sich auch lohnen. Viele Seiten bieten kostenlose Hörbücher und –spiele an.

Kleinkinder lieben Wiederholungen

Auch einfache altersgemäße Geschichten verstehen Kleinkinder oft nicht auf Anhieb komplett. Deshalb gefällt es ihnen sehr, sich mehrfach mit demselben Spiel oder derselben Geschichte zu beschäftigen.

 

Zeiten begrenzen

Gerade Kleinkinder brauchen enge Zeitfenster, da Medien sie auf Dauer überreizen. Bei Kindern unter fünf Jahren sind maximal eine halbe Stunde Mediennutzung genug und das auch nicht täglich. Weil Kinder in diesem Alter noch keine ausgeprägte Zeitvorstellung haben, ist es sinnvoll, die Zeit an konkreten Ereignissen festzumachen („Wir können jetzt diese eine Sendung anschauen.“ Oder „Wir können damit spielen, bis es Abendessen gibt.“) Achten Sie auf Anzeichen nachlassender Konzentration: Wirkt das Kind sehr angestrengt, nervös, fahrig oder abgelenkt, ist dies ein Signal, den Ausknopf zu drücken.

Eine Junge Frau hält ein Smartphone mit Hinweisen für neue Nachrichten

Wieviel ist gut für dich? Feste Bildschirmzeiten vereinbaren

Medien sind kein Erziehungsmittel

Mediennutzung sollten Eltern nicht als Belohnung und Medienverbote nicht als Bestrafung einsetzen, wenn der Anlass nicht im Zusammenhang mit Medien steht. Das wertet die Mediennutzung nur zusätzlich auf. So wichtig sind sie nicht.

 

Vorsicht bei In-App-Käufen

Vor der Installation auf diesen Hinweis achten und gegebenenfalls nicht installieren. In den App-Stores von Google und Apple muss mittlerweile angegeben werden, ob In-App-Käufe möglich sind. Diese können vollständig deaktiviert (iOS) oder zumindest mit einem Passwort geschützt (Android) werden.

 

Vorbild sein

Kinder orientieren sich stark an ihren Eltern, auch bei der Mediennutzung. Deshalb ist ein bewusster Umgang auch für sie zu empfehlen, um ihrem Kind als Vorbild zu dienen. Oft ist einem nicht bewusst, wie oft man beispielsweise auf das Smartphone schaut oder den Fernseher einfach laufen lässt.

 

Abwechslung bieten

Die digitale Welt kann das Spielen im Garten oder auf dem Spielplatz, Treffen mit Freunden oder das gemeinsame (Vor-)Lesen nicht ersetzen.

Ähnliche Artikel

Eine Junge Frau hält ein Smartphone mit Hinweisen für neue Nachrichten

Wieviel ist gut für dich? Feste Bildschirmzeiten vereinbaren

Grafik zu Goldenen Regeln für 3- bis 6-Jährige

Goldene Regeln für Kinder von 3-6: TV & Film

Kind schaut TV

Tipps für FernsehanfängerInnen – Elternwissen kompakt