Surfen

Kinder fangen schon früh an, sich für das Internet zu interessieren. Eltern sollten sie dabei begleiten und sich über Inhalte informieren.

Grundlagen

Sicher im Netz: Surfen für AnfängerInnen

Auch das Surfen im Internet will gelernt sein – vor allem, wenn es darum geht, die eigenen Daten zu schützen und mit ungeeigneten Inhalten umzugehen. Vor allem ist das Surfen für Kinder interessant, wenn sie etwas für ihre Hausaufgaben recherchieren oder für ein bestimmtes Thema brennen und mehr darüber herausfinden wollen. Hier ist es wichtig, Kindern dabei zu helfen, in der Flut an Informationen auch wirklich das zu finden, wonach sie suchen.

Kinder bis etwa zehn Jahren brauchen verständliche Informationen und geeignete Inhalte. Die Vielzahl an Treffern, die Google, Bing und Co. anbieten, kann ein Kind überfordern und auch mit ungeeigneten Inhalten konfrontieren, wie etwa Fotos von Kriegen oder Katastrophen. Daher ist es sinnvoll, Kindersuchmaschinen zu nutzen, die Kinder zu pädagogisch geprüften Angeboten weiterleiten. Auch auf altersgerechten Wissensseiten können Kinder schnell fündig werden. Zusätzlich eignen sich kindgerechte, werbefreie Seiten, die intuitiv aufgebaut sind und mit denen Kinder spielerisch lernen können, zum Beispiel Angebote von Seitenstark oder fragFINN sowie Formate wie die Elefantenseite, Kikaninchen oder das Sandmännchen.

Wenn Kinder die nötige Surferfahrung gesammelt haben, können sie auch auf Suchmaschinen für Erwachsene wechseln. Hier lassen sich Filter wie „Google SafeSearch“ in den Sucheinstellungen aktivieren. Aber: Kein Filter garantiert einen völligen Schutz vor unerwünschten Seiten. Am besten sprechen Eltern mit ihrem Kind darüber, dass es sich immer an sie wenden kann, wenn es etwas nicht versteht, Unterstützung braucht oder auf Seiten stößt, die es verunsichern. Eine offene und vertrauensvolle Begleitung durch die Eltern schafft die Basis dafür, dass Kinder über ihre Erlebnisse sprechen und allmählich eigene Medienkompetenz erwerben.

Quelle: KIM-Studie 2024
Sicherheit & Risiken

Technische Sicherheitseinstellungen und ein offener Umgang

Während Kinder im Internet viele spannende und lehrreiche Informationen finden können, birgt das Surfen auch Risiken, was Inhalte, Datenschutz, Werbung und Online-Käufe betrifft. Kinder und Jugendliche könnten zum Beispiel auf pornografische Inhalte stoßen, die sie verunsichern, unter Druck setzen und fragwürdige Vorstellungen von Sexualität vermitteln.

Eltern können Kindern den Zugang zu Pornografie durch technische Maßnahmen erschweren, aber auch dazu beitragen, dass ihr Kind über entsprechendes Wissen zu Sexualität verfügt und einen selbstbestimmten Umgang damit entwickelt. Dazu gehört auch das Sprechen über Inszenierungen von Sexualität und Gewalt. Auch das Thematisieren von Fake News, Extremismus und Hate Speech ist wichtig. Begleiten Eltern das Online-Verhalten ihres Kindes von Anfang an aufmerksam, ist das eine gute Basis für gegenseitiges Verständnis und Vertrauen.

Schnell kann es beim Surfen im Netz zu ungewollten Kosten kommen. Hier ist es wichtig, Bescheid über die gesetzliche Lage zu wissen sowie über Werbung und Bezahlvorgänge. Eltern sollten nie in ihrem Konto eingeloggt bleiben, wenn das Kind die Geräte auch benutzt. Auch bei Online-Werbung gilt: Kinder im Vor- und Grundschulalter können noch nicht sicher zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten unterscheiden. Kinder brauchen hier den Schutz und die Sensibilisierung der Eltern – besonders auch im Hinblick auf Influencer-Werbung und Social-Media-Inhalte, die häufig nicht klar als Werbung erkennbar sind.

Technische Hilfsmittel wie Jugendschutzprogramme, Filterfunktionen von Betriebssystemen, eigene Nutzerkonten oder App-Beschränkungen können zusätzlich unterstützen. Von der KJM anerkannte Jugendschutzprogramme – darunter aktuell JusProg – können ungeeignete Inhalte filtern, ersetzen aber die elterliche Begleitung nicht. Ebenso gehört ein bewusster Umgang mit Datenschutz dazu: persönliche Daten sollten sparsam angegeben werden, sichere Passwörter verwendet und Einstellungen in Browsern und Apps gezielt gewählt werden. Moderne Passwortmanager können zusätzlich unterstützen, sichere Passwörter zu erstellen und geschützt zu speichern.

Es hilft, mit dem Kind gemeinsam zu surfen, klare Regeln aufzustellen, über Datenschutz aufzuklären und Apps vorher zu testen. Verstöße oder ungeeignete Inhalte können über Meldefunktionen dem Betreiber gemeldet oder an Beschwerdestellen wie jugendschutz.net oder die Internet-Beschwerdestelle weitergegeben werden.

Tipps & Regeln

Begleiten und Aufklären: Die Online-Welt gemeinsam entdecken

Auch Vorschulkinder können schon Spaß am Surfen im Netz haben – wenn Eltern gemeinsam mit ihnen die ersten Schritte gehen. Kindgerechte Seiten, die übersichtlich, werbefrei und intuitiv aufgebaut sind, bieten einen sicheren Einstieg und fördern spielerisch die Medienkompetenz. Fragen wie „Wie lange schläft eine Katze?“ oder „Warum gibt es Tag und Nacht?“ bieten eine gute Gelegenheit, gemeinsam zu recherchieren und Orientierung im Netz zu entwickeln.

Da die Einordnung digitaler Angebote auch Grundschulkindern noch schwerfällt, begleiten Eltern ihr Kind aufmerksam und sprechen über Risiken wie Fake News, Hate Speech und Cybergrooming. Kinder lernen dabei, dass Anmeldungen Aufgabe der Eltern sind, persönliche Daten geschützt werden müssen und die Webcam ausgeschaltet bleiben sollte. Bei unbekannten Seiten oder fremden Inhalten ist ein wachsames und kritisches Verhalten wichtig. Ebenso sollte auf ein vollständiges Impressum, transparente redaktionelle Strukturen und klar erkennbare Werbung geachtet werden. Shop-Bereiche sollten deutlich getrennt und für Kinder klar verständlich sein.

Eltern können gemeinsam mit ihrem Kind Regeln für die Nutzung vereinbaren und diese auf Wunsch schriftlich festhalten. Technische Maßnahmen wie ein eigener NutzerInnen-Account, eingeschränkte Installationen und Jugendschutzeinstellungen der Betriebssysteme erhöhen zusätzlich die Sicherheit. Auch der bewusste Umgang mit persönlichen Daten ist zentral: Dienste erst nach Prüfung ihrer Datenerhebung nutzen, Angaben sparsam einsetzen und sichere Passwörter erstellen, unterstützt durch Passwortmanager.

Beim Streamen oder Herunterladen von Inhalten ist es wichtig, legale Angebote zu wählen. Seiten ohne Impressum bergen oft Risiken wie Kostenfallen, ungeeignete Inhalte oder Schadsoftware und sollten daher gemieden werden. Geeignete, geprüfte Mediatheken bieten eine sichere Alternative.

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