Surfen

Kinder fangen schon früh an, sich für das Internet zu interessieren. Eltern sollten sie dabei begleiten und sich über Inhalte informieren.

Grundlagen

Sicher im Netz: Surfen für AnfängerInnen

Auch das Surfen im Internet will gelernt sein – vor allem, wenn es darum geht, die eigenen Daten zu schützen und mit ungeeigneten Inhalten umzugehen. Vor allem ist das Surfen für Kinder interessant, wenn sie etwas für ihre Hausaufgaben recherchieren oder für ein bestimmtes Thema brennen und mehr darüber herausfinden wollen. Hier ist es wichtig, Kindern dabei zu helfen, in der Flut an Informationen auch wirklich das zu finden, wonach sie suchen.

Kinder bis etwa zehn Jahren brauchen verständliche Informationen und geeignete Inhalte. Die Vielzahl an Treffern, die Google, Bing und Co. anbieten, kann ein Kind überfordern und auch mit ungeeigneten Inhalten konfrontieren, wie etwa Fotos von Kriegen oder Katastrophen. Daher ist es sinnvoll, Kindersuchmaschinen zu nutzen, die Kinder zu pädagogisch geprüften Angeboten weiterleiten. Auch auf altersgerechten Wissensseiten können Kinder schnell fündig werden.

Wenn Kinder die nötige Surferfahrung gesammelt haben, können sie auch auf Suchmaschinen für Erwachsene wechseln. Hier lassen sich Filter wie „Google SafeSearch“ in den Sucheinstellungen aktivieren. Aber: Kein Filter garantiert einen völligen Schutz vor unerwünschten Seiten. Am besten sprechen Eltern mit ihrem Kind darüber, dass es sich immer an sie wenden kann, wenn es etwas nicht versteht, Unterstützung braucht oder auf Seiten stößt, die es verunsichern.

Quelle: KIM-Studie 2018
Sicherheit & Risiken

Technische Sicherheitseinstellungen und ein offener Umgang

Während Kinder im Internet viele spannende und lehrreiche Informationen finden können, birgt das Surfen auch Risiken, was Inhalte, Datenschutz, Werbung und Online-Käufe betrifft. Kinder und Jugendliche könnten zum Beispiel auf pornografische Inhalte stoßen, die sie verunsichern, unter Druck setzen und fragwürdige Vorstellungen von Sexualität vermitteln.

Eltern können Kindern den Zugang zu Pornografie durch technische Maßnahmen erschweren, aber auch dazu beitragen, dass ihr Kind über entsprechendes Wissen zu Sexualität verfügt und einen selbstbestimmten Umgang damit entwickelt. Dazu gehört auch das Sprechen über Inszenierungen von Sexualität und Gewalt. Auch das Thematisieren von Fake News, Extremismus und Hate Speech ist wichtig. Begleiten Eltern das Online-Verhalten ihres Kindes von Anfang an aufmerksam, ist das eine gute Basis für gegenseitiges Verständnis und Vertrauen.

Schnell kann es beim Surfen im Netz zu ungewollten Kosten kommen. Hier ist es wichtig, Bescheid über die gesetzliche Lage zu wissen sowie über Werbung und Bezahlvorgänge. Eltern sollten nie in ihrem Konto eingeloggt bleiben, wenn das Kind die Geräte auch benutzt. Auch bei Online-Werbung gilt: Kinder im Vor- und Grundschulalter können noch nicht sicher zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten unterscheiden. Kinder brauchen hier den Schutz und die Sensibilisierung der Eltern. Es hilft, mit dem Kind gemeinsam zu surfen, klare Regeln aufzustellen, über Datenschutz aufzuklären und Apps vorher zu testen.

Tipps & Regeln

Begleiten und Aufklären: Die Online-Welt gemeinsam entdecken

Auch Vorschulkinder können schon Spaß am Surfen im Netz haben – wenn Eltern gemeinsam mit ihnen die ersten Schritte gehen. Eine Möglichkeit sind spezielle Seiten für die Jüngsten, mit denen sie spielend und gefahrlos lernen, sich im Internet zu bewegen. Kindgerechte Angebote sind übersichtlich, spielerisch und ohne unpassende Inhalte wie Werbung oder Gewalt. Kinderfragen stellen dabei eine hervorragende Möglichkeit dar, gemeinsam mit dem Nachwuchs die ersten Schritte im Netz zu unternehmen: Wie lange schläft eine Katze? Wo steht der höchste Berg? Und wieso gibt es Tag und Nacht?

Es ist auch Aufgabe der Eltern, ihre Kinder bei der Erkundung der „großen“ Medienwelt zu unterstützen. Denn die Einordnung digitaler Angebote gelingt auch Grundschulkindern noch nicht sicher. Um Kinder vor Gefahren wie Fake News, Hate Speech und Cybergroming zu schützen, klären Eltern sie auf und sensibilisieren sie für das Thema. Wichtig ist, dass Kinder lernen: Anmeldung ist Elternsache, Sicherheitsregeln und Medienzeiten müssen eingehalten und Persönliches geschützt werden. Die Webcam sollte ausgeschaltet bleiben und gerade bei unbekannten Seiten und fremden Inhalten gilt es, misstrauisch und achtsam zu bleiben.

Studien

Die Rolle von pornografischen Inhalten und das Thema „Flucht“ im Internet

Die Bitkom-Studie 2019 zeigt: 40 Prozent der sechs- bis siebenjährigen Befragten nutzen zumindest gelegentlich das Internet. Bei ab Zwölfjährigen sind es 97 Prozent. Altersübergreifend werden auf Smartphones am liebsten Videos geschaut. Was pornografische Inhalte angeht, haben laut der repräsentativen Dr. Sommer-Studie 2016 der Jugendzeitschrift „Bravo“ mehr Jungen als Mädchen Interesse an pornographischen Inhalten: Die Hälfte der 15-jährigen Jungen und ein Drittel der Mädchen im selben Alter haben schon „echte Pornos“ gesehen: die große Mehrheit im stationären (85%) sowie im mobilen Internet (30% der Mädchen und 41% der Jungen).

Wie Zehn- bis 13-Jährige sich über politisch relevante Themen informieren, zeigen die Ergebnisse der FLIMMO-Kinderbefragung zum Thema Flucht. Hier zeigt sich vor allem, dass „Flucht“ auch bei Kindern sehr präsent ist. Alle befragten Kinder kamen mit dem Thema in Berührung. Hauptsächlich haben die Mädchen und Jungen über das Fernsehen (84%) sowie, mit deutlichem Abstand, durch ihre Eltern (49%) davon erfahren. Weitere Quellen, durch die sie mit dem Thema in Berührung gekommen sind: Radio (41%), Schule/Unterricht (35%), Zeitung (26%) und das Internet (16%). Medien spielen also insgesamt eine große Rolle bei der Vermittlung des Themas.

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