Jugendschutzprogramme für mehr Sicherheit auf Smartphone, Tablet und PC

Jugendschutzanwendungen können für mehr Schutz auf digitalen Geräten sorgen. Sie sollten jedoch nicht die einzige Sicherheitsvorkehrung bleiben. SCHAU HIN! stellt einige wichtige Anwendungen vor, die jedoch nicht uneingeschränkt empfohlen werden können.

Eine Mutter mit Kopftuch sitzt auf der Parkbank und sieht auf ein Kind, das ein Smartphone in der Hand hält.
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Jugendschutzprogramme können Eltern unterstützen, sicheren Surf- und Spielräume für ihre Kinder einzurichten. Sie sind jedoch fehleranfällig und garantieren keinen vollständigen Schutz vor ungeeigneten Inhalten oder Risiken durch unerwünschte Kommunikation. Eltern sollten ihr Kind daher beim Surfen und Spielen begleiten und unbedingt in den Geräteeinstellungen weitere Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

JusProg

JusProg ist die einzige von der zuständigen Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) anerkannte Jugendschutzsoftware nach den gesetzlichen Anforderungen des § 11 JMStV.

Mit der JusProg-Software können Eltern schnell, einfach und kostenlos für mehr Sicherheit beim Surfen auf dem Computer sorgen. Die JusProg-Filtersoftware gleicht beim Aufruf einer Webseite die Adresse der Seite mit einer Filterliste ab. Steht die aufgerufene Seite auf der Liste mit einer höheren Altersstufe, als für das surfende Kind eingestellt ist, wird die Website nicht angezeigt. Eltern können in den Kontoeinstellungen der Kinder individuelle Nutzungszeiten festlegen oder selbst Webseiten zum Filter hinzufügen.

Es gibt JusProg auch als Jugendschutz-App für iOS- und Android-Geräte. Die mobilen Anwendungen sind jedoch kein Teil der gesetzlichen Anerkennung. Damit diese Schutzeinstellungen nicht umgangen werden können, ist es auf Smartphones und Tablets zudem wichtig, andere Browser-Apps zu sperren. Eine Anleitung dazu gibt JusProg bei der Einrichtung der mobilen App.

Family Link

Googles App „Family Link“ ermöglicht es Eltern, Sicherheitseinstellungen auf dem Android-Smartphone ihres Kindes vorzunehmen und zu verwalten. Dazu zählen neben der Festlegung von Bildschirmzeiten und dem Einblick in die Nutzung des Smartphones auch die Sperrung von Apps und die Ortung des Geräts. Zudem können Einschränkungen für Apps und Medieninhalte nach FSK- und USK-Altersstufen eingerichtet werden. Für die Nutzung von „Family Link“ benötigen sowohl Eltern als auch Kinder eigene Google-Konten.

Die Begrenzung von App-Downloads und In-App-Käufen kann sinnvoll sein und sowohl den Zugriff auf ungeeignete Inhalte als auch hohe Kosten vermeiden. Auch die Inhaltsfilter sorgen für etwas mehr Sicherheit beim Surfen. Funktionen wie die Standortverfolgung sind jedoch nicht empfehlenswert und sollten, wenn überhaupt, nur nach Absprache mit dem Kind eingesetzt werden. Außerdem sammelt Google durch „Family Link“ Nutzungsdaten.

fragFINN App

fragFINN hat eine Kinderschutzapp für Smartphones und Tablets mit dem mobilen Betriebssystem Android entwickelt. Die App ist ein Browser, mit dem nur auf den von Medienpädagogen geprüften Webseiten der fragFINN-Whitelist gesurft werden kann. Mithilfe der Suchmaschine können Kinder geeignete Internetinhalte schnell finden. Ergänzend stellt die Redaktion im regelmäßigen Wechsel besondere Angebote vor.