Jugendschutzprogramme für mehr Sicherheit auf Smartphone, Tablet und PC

Jugendschutzanwendungen können für mehr Schutz auf digitalen Geräten sorgen. Sie sollten jedoch nicht die einzige Sicherheitsvorkehrung bleiben. SCHAU HIN! stellt einige wichtige Anwendungen vor, die jedoch nicht uneingeschränkt empfohlen werden können.

Eine Mutter mit Kopftuch sitzt auf der Parkbank und sieht auf ein Kind, das ein Smartphone in der Hand hält.
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Jugendschutzprogramme können Eltern unterstützen, sicheren Surf- und Spielräume für ihre Kinder einzurichten. Sie sind jedoch fehleranfällig und garantieren keinen vollständigen Schutz vor ungeeigneten Inhalten oder Risiken durch unerwünschte Kommunikation. Eltern sollten ihr Kind daher beim Surfen und Spielen begleiten und unbedingt in den Geräteeinstellungen weitere Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Stiftung Warentest kürt Salfeld zur besten App

Bei der Kindersicherung von Salfeld handelt es sich laut einem Test von Stiftung Warentest aus dem Jahr 2020 um die beste von insgesamt sechs getesteten Kinderschutz-Apps. Die App ist für Windows und Android verfügbar. Entscheidend für die gute Bewertung ist der große Funktionsumfang. Eltern können die Nutzungszeit beispielsweise nicht nur für das gesamte Gerät, sondern für einzelne Apps oder Anwendungsgruppen beschränken. Mit dem Roaming-Feature können Nutzungszeiten gemessen und somit besser eingeschätzt werden. Zudem können Eltern Zeiten einrichten, zu denen das Gerät nicht genutzt werden kann, etwa während der Schlafenszeit. Salfeld verfügt auch über einen Webfilter, mit dem bestimmte Inhalte geblockt oder zugelassen werden können. 

Abseits all dieser Funktionen verfügt die Salfeld Kindersicherung auch über pädagogische Unterstützung in Form eines frei zugänglichen Ratgebers. Nur wenige Entwickler von Kindersicherungs-Apps geben Eltern auch eine inhaltliche Hilfestellung an die Hand. Diese spezielle Funktion übertrifft ausschließlich die Jugendschutz-App von JusProg.

Nur JustProg erfüllt gesetzliche Anforderungen

JusProg ist die einzige von der zuständigen Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) anerkannte Jugendschutzsoftware nach den gesetzlichen Anforderungen des § 11 JMStV.

Mit der JusProg-Software können Eltern schnell, einfach und kostenlos für mehr Sicherheit beim Surfen auf dem Computer sorgen. Die JusProg-Filtersoftware gleicht beim Aufruf einer Webseite die Adresse der Seite mit einer Filterliste ab. Steht die aufgerufene Seite auf der Liste mit einer höheren Altersstufe, als für das surfende Kind eingestellt ist, wird die Website nicht angezeigt. Eltern können in den Kontoeinstellungen der Kinder individuelle Nutzungszeiten festlegen oder selbst Webseiten zum Filter hinzufügen.

Es gibt JusProg auch als Jugendschutz-App für iOS- und Android-Geräte. Damit diese Schutzeinstellungen nicht umgangen werden können, ist es auf Smartphones und Tablets zudem wichtig, andere Browser-Apps zu sperren. Eine Anleitung dazu gibt JusProg bei der Einrichtung der mobilen App.

Family Link funktioniert nur mit einem Google-Konto

Googles App „Family Link“ ermöglicht es Eltern, Sicherheitseinstellungen auf dem Android-Smartphone ihres Kindes vorzunehmen und zu verwalten. Dazu zählen neben der Festlegung von Bildschirmzeiten und dem Einblick in die Nutzung des Smartphones auch die Sperrung von Apps und die Ortung des Geräts. Zudem können Einschränkungen für Apps und Medieninhalte nach FSK- und USK-Altersstufen eingerichtet werden. Für die Nutzung von „Family Link“ benötigen sowohl Eltern als auch Kinder eigene Google-Konten.

Die Begrenzung von App-Downloads und In-App-Käufen kann sinnvoll sein und sowohl den Zugriff auf ungeeignete Inhalte als auch hohe Kosten vermeiden. Auch die Inhaltsfilter sorgen für etwas mehr Sicherheit beim Surfen. Funktionen wie die Standortverfolgung sind jedoch nicht empfehlenswert und sollten, wenn überhaupt, nur nach Absprache mit dem Kind eingesetzt werden. Außerdem sammelt Google durch „Family Link“ Nutzungsdaten.

Die fragFINN App erweitert sein Angebot stetig

fragFINN hat eine Kinderschutzapp für Smartphones und Tablets mit dem mobilen Betriebssystem Android entwickelt. Die App ist ein Browser, mit dem nur auf den von MedienpädagogInnen geprüften Webseiten der fragFINN-Whitelist gesurft werden kann. Mithilfe der Suchmaschine können Kinder geeignete Internetinhalte schnell finden. Ergänzend stellt die Redaktion im regelmäßigen Wechsel besondere Angebote vor.

Reden Sie als Familie über die Mediennutzung

Egal für welche Anwendung sich Eltern entscheiden. Sie alle dienen nur als Unterstützung und können das Erlernen von Medienkompetenz nicht ersetzen. „Die Apps helfen Eltern bei der Kontrolle und protokollieren, was das Kind tut. Umfassend schützen können sie es nicht. Keine App vermag es, Cyberg­rooming oder Mobbing zu verhindern. Anzüglich­keiten oder Über­griffe erkennen die Apps nicht", so Stiftung Warentest. Die Kontrolle und Regulierung der Bildschirmzeit durch Apps ist eine Sache, darüber zu reden eine andere. Es kann hilfreich sein mit gutem Vorbild voranzugehen und Regeln aufzustellen, die für alle Familienangehörigen gleichermaßen gelten. Zuvor ist es sinnvoll sich im familiären Kreis über die individuelle Mediennutzung auszutauschen und auf dieser Basis vertrauensvolle Vereinbarungen zu schließen.