Mediensucht – wann ist viel zu viel?
Medien können Kinder und Jugendliche stark fesseln. Sie chatten auf Social Media, surfen im Internet oder spielen Online-Games – die Faszination lässt viele Kinder kaum los. Dabei vergessen sie schnell die Zeit und stehen oft auch unter sozialem Druck. Hier sind Sie gefragt: Begleiten und unterstützen Sie Ihr Kind, damit sich eine exzessive Mediennutzung oder Mediensucht gar nicht erst entwickelt.
Mediensucht: Wann werden Medien zur Herausforderung?
Games, Chats und Videos können für Kinder und Jugendliche sehr reizvoll und spannend sein, sodass sie nur schwer damit aufhören können. Oft fällt es ihnen schwer, eine Pause zu machen oder das Handy aus der Hand zu legen. Durch Smartphones sind digitale Angebote zudem jederzeit und überall verfügbar – ob zuhause, unterwegs oder zwischendurch im Alltag.
In vielen Familien führt das zu Konflikten, weil die Vorstellungen darüber, wie viel Mediennutzung normal und angemessen ist, bei Eltern und Kindern oft weit auseinandergehen. Viele Eltern fühlen sich dabei auch verunsichert, wie sie im Alltag klare und verlässliche Grenzen setzen können.
Definition: Ab wann spricht man von „Mediensucht“?
In der Öffentlichkeit ist häufig von „Mediensucht“ die Rede – das beunruhigt viele Eltern zusätzlich. Dabei müssen mehrere Faktoren zusammenkommen, bevor aus einer intensiven Mediennutzung tatsächlich eine krankhafte Sucht entsteht. Entgegen der verbreiteten Sorge zeigt die JIM-Studie 2025, dass nur ein kleiner Teil der Jugendlichen ein exzessives bzw. problematisches Nutzungsverhalten aufweist.
Grundsätzlich ist es schwierig, von Mediensucht zu sprechen, da eine Sucht nach Medien bislang nicht als eigenständige Krankheit anerkannt ist. Exzessive Mediennutzung lässt sich nicht allein an der verbrachten Zeit messen. Ausschlaggebend ist vor allem, ob die Nutzung zu gesundheitlichen, schulischen, sozialen oder emotionalen Problemen führt – etwa durch eine starke gedankliche Fixierung oder depressive Reaktionen, wenn längere Zeit auf Medien verzichtet wird.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2018 Kriterien für eine Computerspielsucht (Gaming Disorder) festgelegt. Diese beziehen sich jedoch nur auf einen Teilbereich des gesamten Medienspektrums, können aber auch für eine allgemeine Mediensucht Anhaltspunkte liefern.
Laut WHO müssen bei einer „Gaming Disorder“ folgende Symptome mindestens ein Jahr lang auftauchen:
Kontrollverlust über das eigene Nutzungsverhalten von Medien
Rückzug aus anderen Lebensbereichen (z. B. Schule, soziale Kontakte oder Hobbys)
Exzessive Nutzung besteht weiter trotz negativer Folgen für Gesundheit und Alltag
Das Phänomen ist auch abseits von Gaming ernst zu nehmen, denn Smartphones und das Internet können durchaus ein gewisses Suchtpotenzial haben. So sind auch gesundheitliche Schäden möglich. Außerdem kann eine exzessive Mediennutzung Entwicklungschancen beeinträchtigen oder auf persönliche Probleme des Kindes hinweisen, wie eine aktuelle wissenschaftliche Ausarbeitung der DGKJP zeigt.
Mediensucht vorbeugen: Tipps für Eltern
Interesse zeigen und begleiten
Kinder und Jugendlichen ist das Interesse ihrer Eltern wichtig. Deshalb sollten Sie sich insbesondere dafür interessieren, was Ihre Kinder im Netz machen, welche Seiten sie mögen oder welche Spiele sie spielen. Begleiten Sie Ihr Kind von Anfang an und sprechen Sie frühzeitig über mögliche Risiken wie Mediensucht, aber auch über die vielfältigen Möglichkeiten der Mediennutzung.Medienkompetenz gemeinsam entwickeln
Kinder können schon früh den Umgang mit Medien lernen und mit Unterstützung der Eltern immer besser einschätzen, wie Chancen und Risiken verteilt sind. Im Gespräch lernen Kinder, wie sie eine gute von einer schlechten Website unterscheiden, dass sie vorsichtig mit privaten Daten umgehen müssen und was beim Chatten erlaubt ist und was nicht.Regeln gemeinsam festlegen und anpassen
Auf dieser Grundlage können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Mediennutzungszeiten festlegen. Die Vorgaben müssen nicht in Stein gemeißelt sein – im Gegenteil: Gute Regeln entwickeln sich mit der Zeit weiter.
Für Eltern ist es wichtig, einen Einblick in das zu haben, was Kinder und Jugendliche im Netz tun. Deshalb sollten Sie sich insbesondere dafür interessieren, was Ihre Kinder im Netz machen, welche Seiten sie mögen oder welche Spiele sie spielen. Dafür sollten Sie Ihre Kinder von Anfang an begleiten und frühzeitig über die Risiken, aber auch die vielfältigen Möglichkeiten der Mediennutzung sprechen.
Kinder können schon früh den Umgang mit Medien lernen und mit Unterstützung der Eltern immer besser einschätzen, wie Chancen und Risiken verteilt sind. Im Gespräch lernen Kinder, wie sie eine gute von einer schlechten Website unterscheiden, dass sie vorsichtig mit privaten Daten umgehen müssen und was beim Chatten erlaubt ist und was nicht.
Auf dieser Grundlage können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Mediennutzungszeiten festlegen. Die Vorgaben müssen nicht in Stein gemeißelt sein – im Gegenteil: Gute Regeln entwickeln sich mit der Zeit weiter.