Mediennutzung von Kindern: Diese Studien sollten Eltern kennen

Aktuelle Studien wie die KIM-Studie 2024, die DGKJP-Stellungnahme 2026, die DAK-Studie 2026 und die BLIKK-Medienstudie 2017 zeigen: Digitale Medien gehören fest zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig weisen Forschende auf mögliche Zusammenhänge zwischen intensiver Mediennutzung und Auffälligkeiten wie Unruhe oder Konzentrationsproblemen hin – ohne einfache Ursache-Wirkung. Wir ordnen die Ergebnisse ein und geben Tipps für den Familienalltag.

Ein Maedchen sitzt in einem dunklen Zimmer und schaut auf ihr Smartphone
Tony Lam Hoang/Unsplash

Digitale Medien bei Kindern: Was die aktuelle Studienlage zeigt

Digitale Medien gehören für viele Kinder und Jugendliche längst zum Alltag. Studien und fachliche Einordnungen beschäftigen sich deshalb damit, wie Kinder digitale Angebote nutzen und was dabei für ihr Aufwachsen und ihr Wohlbefinden eine Rolle spielt. Dabei geht es weniger um einzelne Ursachen, sondern darum, wie Alter, Nutzungsgewohnheiten und die Begleitung durch Erwachsene zusammenwirken. 

KIM-Studie 2024

Digitale Medien gehören heute zum Alltag von Kindern. Die KIM-Studie 2024 zeigt, dass mehr als die Hälfte der 6- bis 13-Jährigen täglich online ist und digitale Angebote regelmäßig nutzt. 

Viele Kinder haben bereits im Grundschulalter ein eigenes Smartphone oder verwenden das Gerät der Eltern. Inhalte wie Videos, Spiele und Messenger sind dabei fester Bestandteil ihres Alltags. 

BLIKK-Medienstudie 2017

Aktuelle Studien zeigen zudem, dass digitale Medien bei Kindern und Jugendlichen mit möglichen Auswirkungen auf die körperliche und psychische Entwicklung in Zusammenhang stehen. 

Bereits die BLIKK-Medienstudie 2017 des Bundesgesundheitsministeriums verwies auf mögliche Zusammenhänge zwischen einer frühen und intensiven Mediennutzung und Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern. Beobachtet wurden unter anderem Hinweise auf Konzentrationsprobleme, Unruhe oder Schwierigkeiten im Sozialverhalten. Die StudienautorInnen betonen jedoch auch hier, dass solche Ergebnisse nicht als eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehungen verstanden werden dürfen. 

DGKJP Stellungnahme 2026 

Die Ergebnisse der DGKJP Stellungnahme 2026 wurden im Februar 2026 von Fachleuten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie eingeordnet und veröffentlicht. 

Dabei wird deutlich: Je nach Nutzung und Entwicklungsphase können digitale Medien unterschiedliche Auswirkungen haben. Besonders bei sehr jungen Kindern kann ein ungünstiger Umgang den Alltag und die Entwicklung beeinflussen. Die ExpertInnen betonen jedoch, dass es keine einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge gibt, sondern immer mehrere Faktoren eine Rolle spielen. 

Wesentliche Ergebnisse der DGKJP-Einordnung 2026:

  • Die Nutzung digitaler Medien steht bei Kindern und Jugendlichen in Zusammenhang mit verschiedenen Aspekten der psychischen und körperlichen Gesundheit. 

  • Studien zeigen Zusammenhänge zwischen intensiver Mediennutzung und möglichen Auffälligkeiten in Entwicklung und Wohlbefinden, jedoch ohne eindeutige Kausalität. 

  • Die Auswirkungen digitaler Medien hängen stark vom Alter der Kinder, der Art der Nutzung und der elterlichen Begleitung ab  

  • Ein frühzeitiger, angeleiteter und kompetenter Umgang mit digitalen Medien kann dazu beitragen, Risiken zu verringern und einen sicheren Umgang zu fördern. 

DAK-Studie 2026

Auch Erhebungen wie die DAK-Studie 2026 zeigen, dass ein Teil von Kindern und Jugendlichen problematische oder suchtähnliche Nutzungsmuster im Umgang mit digitalen Medien aufweist. Dabei geht es etwa um sehr intensive Nutzung, Kontrollverlust oder die Vernachlässigung anderer Alltagsbereiche. Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass solche Ergebnisse immer im Zusammenhang mit Alter, Umfeld und individuellen Lebensbedingungen betrachtet werden müssen. 

Die Auswertung macht deutlich, dass der Umgang mit digitalen Medien stark vom Alter, dem Umfeld und der Begleitung durch Erwachsene abhängt. Grundlage sind zusammengeführte wissenschaftliche Erkenntnisse zur Mediennutzung und psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. 

Ergebnisse zur Mediennutzung und Einordnung der Studienlage

Die aktuelle Studienlage macht deutlich: Digitale Medien sind ein normaler Teil der Lebenswelt von Kindern, werden aber sehr unterschiedlich genutzt – abhängig von Alter, Umfeld und der Begleitung durch Erwachsene. 

Auch die wissenschaftliche Einordnung der DGKJP Stellungnahme 2026 weist darauf hin, dass intensive Mediennutzung mit bestimmten Auffälligkeiten in Zusammenhang stehen kann. Diese Zusammenhänge sind jedoch nicht als direkte Ursache-Wirkung zu verstehen. 

Auch frühere Untersuchungen wie die BLIKK-Medienstudie 2017 weisen darauf hin, dass die Auswirkungen digitaler Medien stark von Alter, Nutzungsdauer, familiärem Umfeld und der Begleitung durch Erwachsene abhängen. Fachleute empfehlen deshalb vor allem eine altersgerechte Medienbegleitung statt pauschaler Verbote.  

Wichtig ist vor allem die Art der Nutzung: also ob Kinder begleitet werden, ob es klare Regeln gibt und ob sie altersgerechte Inhalte nutzen. 

SCHAU HIN!-Beirätin zur BLIKK-Medienstudien 2017: begleiten statt verbieten

Insgesamt zeigen die Studien: Digitale Medien sind fest im Alltag von Kindern verankert. Entscheidend ist deshalb ein bewusster und gut begleiteter Umgang damit. 

Das ist die Idee auch u .a. bei „SCHAU HIN!“ zu sagen, es bringt nichts, das zu verteufeln. Dann nutzen die Kinder es irgendwie heimlich oder bei Freunden. Sondern es wird darum gehen, mit Kindern zusammen medienkompetent mit diesen Geräten umzugehen.

Dr. Astrid Carolus

SCHAU HIN!-Beirätin Dr. Astrid Carolus warnt im Deutschlandfunk davor, den Umgang mit Smartphones einseitig zu bewerten. Aus wissenschaftlicher Sicht lässt sich nicht eindeutig belegen, dass Smartphones direkt negative Folgen haben. Es zeigen sich vor allem statistische Zusammenhänge, aber keine klaren Ursache-Wirkung-Beziehungen. 

Sie spricht sich deshalb gegen Smartphone-Verbote für Kinder aus, da diese aus ihrer Sicht an der Lebensrealität vorbeigehen. Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer digital geprägten Welt auf und sollten lernen, verantwortungsvoll mit diesen Geräten umzugehen. 

Zudem gibt Carolus zu bedenken, dass in der öffentlichen Diskussion die positiven Seiten von Smartphones oft zu wenig berücksichtigt werden. Stattdessen steht – ähnlich wie früher beim Fernsehen – häufig eine grundsätzliche Sorge vor dem „übermächtigen Medium“ im Vordergrund.