Stromverbrauch am Rechner: So gelingt bewusster Medienkonsum für die ganze Familie

Gaming, Streaming oder Online-Videos gehören für viele Kinder zum Alltag. Computer und Laptops laufen dabei oft länger als gedacht – und verbrauchen Strom, den Familien nicht immer im Blick haben. Besonders leistungsstarke Geräte oder parallele Nutzung können den Energiebedarf erhöhen. Wir zeigen, wie sich der Stromverbrauch am Rechner zusammensetzt und wie Familien im Alltag bewusst Energie sparen können.

Ein Person sitzt vor einem leuchtenden Gaming-PC an einem Bildschirm.
ELLA DON/unsplash

Wie viel Medienzeit haben Kinder – und was bedeutet das für den Stromverbrauch am Rechner?

Viele Kinder nutzen digitale Medien selbstverständlich – zum Spielen, Lernen oder zur Unterhaltung. Ergebnisse der KIM-Studie und der JIM-Studie zeigen, dass digitale Angebote im Alltag von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen. Je mehr Zeit Kinder vor dem Bildschirm verbringen, desto länger laufen Computer, Router oder Monitore – und desto höher ist der Stromverbrauch im Haushalt.  

Smartphones und Tablets müssen bei intensiver Nutzung oft täglich oder sogar mehrmals am Tag aufgeladen werden. Der Stromverbrauch ist dabei zwar insbesondere bei neueren Ladegeräten gering, kann sich bei häufiger Nutzung und mehreren Geräten im Haushalt aber summieren. Übrigens: Ladegeräte ziehen auch dann Strom, wenn sie nicht mit dem Gerät zum Laden verbunden ist. Sind Landgeräte also immer eingesteckt, entstehen auch hier versteckte Kosten. 

Welche Auswirkungen hat der Stromverbrauch durch Medien auf Umwelt und Kosten?

Ein höherer Stromverbrauch führt zu steigenden Energiekosten des Familienhaushalts und belastet Umwelt und Klima. Hinzu kommt der sogenannte Dauerbetrieb: Viele Geräte bleiben im Stand-by-Modus oder laufen im Hintergrund weiter. Auch Router oder Streaming-Geräte sind häufig rund um die Uhr eingeschaltet. Dieser „unsichtbare“ Stromverbrauch wird leicht unterschätzt. 

Ein bewusster Umgang mit Technik kann helfen, Energie zu sparen und Kinder früh für nachhaltiges Verhalten zu sensibilisieren. Auch das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass digitale Spiele Chancen bieten können – etwa, wenn Kinder und Jugendliche dabei für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sensibilisiert werden. Umso wichtiger ist es, Medienzeiten und Technik bewusst zu gestalten. 

Stromverbrauch am Rechner: Warum braucht Gaming besonders viel Energie?

Beim Spielen moderner Video- und Computerspiele werden Computer und Spielkonsolen stark beansprucht. Grafikdarstellung, Ton, Online-Verbindung und Spielabläufe laufen gleichzeitig. Dafür arbeiten Prozessor und Grafikkarte mit hoher Leistung – und benötigen entsprechend mehr Strom. Der Stromverbrauch eines Gaming-PCs kann dabei deutlich höher sein als der normale PC-Stromverbrauch im Alltag.  

Besonders leistungsstarke Gaming-PC können deutlich mehr Energie verbrauchen als einfache Laptops. Je nach Ausstattung kann der Verbrauch sogar ein Mehrfaches betragen. Vor allem lange Spielzeiten wirken sich spürbar auf den Energiebedarf im Haushalt aus. Auch Spielekonsolen wie PlayStation, Xbox oder Nintendo verbrauchen viel Strom – insbesondere wenn sie in Verbindung mit dem Fernseher betrieben werden. 

Welche Faktoren beeinflussen den Stromverbrauch eines Gaming-PCs besonders? 

  • LEISTUNGSSTARKE HARDWARE 
    Je stärker Prozessor und Grafikkarte sind, desto mehr Energie benötigt der Rechner beim Spielen. 
  • GROSSE ODER MEHRERE BILDSCHIRME 
    Große Monitore oder zusätzliche Displays erhöhen den Strombedarf. 
  • LANGE NUTZUNGSZEITEN 
    Wer viele Stunden spielt, lässt den Computer entsprechend länger auf hoher Leistung laufen. 
  • ZUSÄTZLICHE TECHNIK 
    Lautsprecher, Beleuchtung oder weiteres Zubehör können den Energieverbrauch steigern. 

Achten Sie beim Gaming nicht nur auf Inhalte und Zeiten, sondern auch auf die Technik. Gemeinsam mit Ihrem Kind können Sie prüfen, ob energieeffiziente Geräte oder passende Einstellungen helfen, Strom zu sparen. Beim Kauf von Geräten kann ein Blick auf den Energieverbrauch helfen. Auf Vergleichsplattformen im Internet wird oft der Energieverbrauch von Smartphones, Konsolen, Fernseher und Co. angezeigt und können einfach miteinander verglichen werden. Auch einfache Einstellungen wie der Energiesparmodus oder eine geringere Bildschirmhelligkeit machen im Alltag einen Unterschied. 

Streaming, Surfen & Videos: Wie können Familien bewusster konsumieren?

Auch beim Streaming laufen Computer oder Monitore oft länger als gedacht. Dadurch kann sich der Stromverbrauch im Alltag erhöhen. Worauf können Familien achten, um digitale Freizeit bewusster zu gestalten? 

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welches Gerät zum Streaming genutzt wird. Leistungsstarke Desktop-Rechner oder Gaming-PCs verbrauchen oft mehr Strom als Laptops oder moderne Fernseher. Der Stromverbrauch beim Streaming vs. TV kann je nach Gerät unterschiedlich ausfallen. Auch große Bildschirme oder zusätzliche Technik können den Energiebedarf erhöhen. 

Behalten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind im Blick, wie lange gestreamt wird und wie hoch die Bildschirmzeit ist. Hohe Bildqualität, lange Nutzungsdauer oder paralleles Streaming auf mehreren Geräten können den Energiebedarf deutlich erhöhen.

Streaming-Dienste, Online-Videos oder Mediatheken gehören heute für viele Familien selbstverständlich dazu. Fachleute beobachten, dass digitale Angebote insgesamt häufiger genutzt werden. Sprechen Sie deshalb gemeinsam darüber, wie Medienzeiten gestaltet werden können.

Wiederkehrende Thementage wie der Earth Day am 22. April bieten außerdem eine gute Möglichkeit, gemeinsam mit der Familie über die Auswirkungen des eigenen Medienkonsums auf den Stromverbrauch zu sprechen. Probieren Sie vielleicht sogar mit ihrem Kind aus, einen Tag auf Gaming-PC, Spielkonsole, TV oder sogar das Smartphone zu verzichten. Damit tun Sie nicht nur sich, sondern auch der Umwelt etwas Gutes. 

Spartipps für Familien: Wie lässt sich der Stromverbrauch am Rechner reduzieren?

Im Familienalltag können Sie mit kleinen Veränderungen dazu beitragen, den Stromverbrauch digitaler Geräte zu senken. Etwa ein Viertel des Stromverbrauchs in Privathaushalten entsteht durch Unterhaltungselektronik wie Fernseher, Laptop und Spielekonsolen. Wer hier also bewusst Medien konsumiert, kann viel Energie und Kosten sparen. Diese Maßnahmen helfen Ihnen und Ihrer Familie dabei: 

  • Aktivieren Sie den Energiesparmodus am Computer oder Laptop.  

  • Schalten Sie Geräte nach der Nutzung vollständig aus. Mit einer ausschaltbaren Steckerleiste gelingt das gleich für mehrere Geräte. 

  • Reduzieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Bildschirmhelligkeit, wenn keine hohe Helligkeit nötig ist. Laut Umweltministerium Baden-Württemberg kann eine reduzierte Bildschirmhelligkeit den Stromverbrauch von Bildschirmen um etwa 15 bis 30 Prozent verringern. 

  • Achten Sie beim Streaming auf die Bildqualität – oft reicht eine niedrigere Auflösung aus. Wer die Videoauflösung auf „Standard Dynamic Range“ (SDR) statt auf „High Dynamic Range (HDR) stellt, kann bis zu 60 Euro im Jahr sparen. 

  • Vereinbaren Sie feste Spiel- und Medienzeiten, damit Geräte nicht unnötig lange laufen.  

  • Achten Sie bei Neuanschaffungen auf energieeffiziente Geräte. 

Solche Maßnahmen helfen nicht nur beim Stromsparen. Sie unterstützen Kinder auch dabei, einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln. Schon einzelne Einstellungen können dabei spürbar Energie einsparen.