Kreativ mit Medien

Die Beschäftigung mit Medien bietet Kindern viele Möglichkeiten, kreativ zu sein, Talente zu entdecken und zu entfalten sowie Kompetenzen zu fördern. Am besten fördern Eltern dies mit interaktiven, altersgerechten Medieninhalten bzw. passende Ideen rund um die Medienwelt. Dabei kann man gut Medienerlebnisse reflektieren und Medienkompetenz fördern.

© Stephen Simpson / Getty Images
© Stephen Simpson / Getty Images

Zuletzt aktualisiert am 13.04.2017

Beschäftigen sich Kinder kreativ, interaktiv und selbstständig mit Medien fördert dies je nachdem Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Hören, verfeinert die Motorik und fördert die Medienkompetenz, technisch, aber auch kognitiv. Kinder werden vom Konsumenten zum Produzenten, erleben sich als aktiver Teil der Medienwelt, die sie mitgestalten können. Dazu gehört

  • Medieninhalte nutzen und dabei Gestaltungsmerkmale identifizieren, Informationen auswerten und Interaktionen koordinieren
  • Medieninhalte nach- und weitererzählen, -singen und –spielen,
  • Medieninhalte analog oder digital erstellen, also durch Singen, Malen, Zeichnen und Basteln oder die Produktion von Musik-, Bilder-, Film-, Präsentations- und Text-Dateien bis hin zum Programmieren eines Spiels, einer Website oder einer App. Eine Übersicht kreativer Websites für Kinder finden Sie in den Links am Ende des Artikels.

Kreative Websites für Kinder

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Kreative Mediennutzung fördert die Medienkompetenz

Je aktiver und interaktiver Kinder Medien nutzen, desto höher ist tendenziell der Mehrwert der Medienerfahrung und das Potenzial die eigene Medienkompetenz vielfältig zu fördern. Daher empfiehlt SCHAU HIN! Eltern, ihrem Kind interaktive Medienangebote zu empfehlen und die Medienwelt möglichst kreativ erfahrbar zu machen und gemeinsam zu reflektieren. Denn erst der kompetente Umgang mit den eigenen Sinnen ermöglicht eine selbstbestimmte Mediennutzung. 

Tipps zur Mediennutzung

Kreativität fördern

Mit kreativer Mediennutzung fördern Sie die Fantasie Ihres Kindes. Medien bieten schöne Anlässe zum gemeinsamen Nachspielen und Weiterspinnen. Das stärkt die Identifikation, erleichtert das Einfühlen, schafft gemeinsame Erlebnisse und macht einfach Spaß. Am besten regen Eltern ihre Kinder an, Medien als kreatives Werkzeug zu gebrauchen, z.B. die Digitalkamera, das Handy, den Computer. Selbst kleine Kinder haben Spaß daran, mit Bildern zu experimentieren, z.B. mit unterschiedlichen Perspektiven usw.

Mit kleineren Kindern kann man einmal selbst „Radio“ oder „TV“ spielen, indem man eine eigene Sendung produziert und aufzeichnet. Ein Smartphone bietet jede Menge Möglichkeiten mit Foto-, Film- und Audiofunktionen kreativ zu sein. Alternativ zu Konsumprodukten kann man zudem ergänzende Gadgets bastelt, wie Lautsprecher, Mikroskop, Projektor, Loch- oder Schwarzlichtkamera, VR-Brille sowie Hüllen und Halter. Anleitungen gibt es auf handysektor.de.

Über Inhalte sprechen

Kinder und Jugendliche brauchen Testgelände, in denen sie sich ohne Druck erproben können; in denen sie im Austausch mit anderen ausprobieren können, wer und wie sie sind und sein wollen. Medien liefern Themen und Darstellungsformen, die Kinder in ihrer jeweiligen Entwicklung weiterbringen, für das Spiel mit Rollen und Vorbildern können Medien als Fundgrube oder „Baustellen“ dienen.

Zugleich müssen Kinder lernen, dass durch Medien auch problematische Normen und Leitbilder vermittelt werden. Eine kreative, aktive Auseinandersetzung mit medialen Produkten kann Reflexion anregen und Problembewusstsein schaffen. Reden Sie mit Ihrem Kind über seine Lieblingsmedien und liebsten Beschäftigungen mit Medien. Dabei können Sie auch über ungeeignete Inhalte oder Datenschutz sowie Sicherheitsmaßnahmen beim Teilen persönlicher Inhalte sprechen. 

Auf Urheberrechte achten

Bei der Nutzung und Bearbeitung medialer Inhalte sind die Rechte der Urheber zu achten. Eltern können ihrem Kind dazu erklären, dass auch die meisten Inhalte im Netz jemandem gehören und man dieses daher nicht einfach ohne dessen Erlaubnis nutzen darf. Zu empfehlen sind Dateien mit einer Creative Commons-Lizenz. Hierbei räumen Urheber Nutzern unter bestimmten Bedingungen die Verwendung ein, etwa zur privaten, nicht-kommerziellen Nutzung.

Über Medienprojekte informieren

Es gibt viele interaktive und kreative Medienprojekte – vor Ort und online, etwa bei den Landesmedienanstalten. Auch Führungen oder Tage der offenen Tür bei Medienunternehmen können als Blick hinter die Kulissen inspirieren, etwa dazu, auch einmal selbst Zeitung, Radio oder TV-Sender zu spielen. 

Es gibt viele interaktive und kreative Medienprojekte – online und vor Ort. Einen Überblick zu Projekten der Landesmedienanstalten finden Eltern auf die-medienanstalten.de. Zudem gibt es eine Vielzahl kreativer Wettbewerbe für Kinder, wie der Deutsche Multimediapreis, der Deutsche Jugendvideopreis oder der Handyclip-Wettbewerb Ohrenblick mal!, wo Kinder und Jugendliche Beiträge einreichen können.

Zudem können Kinder in Workshops und Webinaren das Programmieren lernen, wie bei "Jugend hackt", "App Camps", "Code your Life", "Code-in", "Junge Tüftler", "IT for kids", "Code Club World", Codeweek oder lerneprogrammieren.de.    


Bild- und Videoportale für Kinder

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Tolle Ideen, kreativ zu werden

Fotokunst: Für das „Lightpainting“ (engl.: Malen mit Licht) können Familien mit Lichtquellen (Taschenlampen, Leuchtröhren, bunte Leuchtstäbe oder Ähnliches) im Dunkeln Texte oder Formen malen und dies bei langer Belichtungszeit von 10 bis 20 Sekunden und niedriger ISO-Empfindlichkeit mit einer Kamera aufnehmen. Die Bilder können Freunden oder Familienmitgliedern gezeigt oder in geschützten Communitys wie knipsclub.de hochgeladen sowie bei Nachwuchsfotowettbewerben wie jugendfotopreis.de eingereicht werden.

Medienquiz: Jeder in der Familie malt reihum einen Fernsehhelden. Wer die Figur am schnellsten errät, gewinnt. Alternativ kann man auch den Namen der Figur auf einen Klebezettel schreiben und einem Mitspieler auf die Stirn kleben. Jede/r stellt reihum Fragen zur Figur, die mit Ja oder Nein beantwortet werden. Oder man pfeift oder summt eine Melodie aus einem bekannten Film oder einer bekannten Sendung, die die anderen erraten müssen. Dabei kann man über die einzelnen Helden sprechen, etwa was einem an der Figur gefällt oder nicht.

Storytelling: Überlegen Sie im Familienrat, zu welchen Themen oder Interessen Sie welche Medien produzieren möchten. Erstellen Sie kurze Clips oder Podcasts, die sie mit bestimmten Programmen bearbeiten und auf einen eigenen Blog stellen können. Jedes Familienmitglied kann sich mit einer Aufgabe, die ihm besonders viel Spass macht, am Bloggen beteiligen. Schauen Sie zur Inspiration auch auf andere Blogs oder Clips zum Thema und diskutieren Sie darüber. 

Jüngere Kinder

Foto-/Hörmemory: Ein selbst gestaltetes Memory mit den Lieblingsfiguren aus den Medien fördert die Kreativität, ist aber auch ein guter Anlass, über Medienvorlieben und Lieblingsfiguren zu sprechen. Kinder können die Motive aus dem Internet oder haptische bzw. gezeichnete Figuren fotografieren, ausdrucken, auf Kärtchen kleben und diese mit Klarsichtfolie überziehen oder laminieren. Alternativ funktioniert auch ein Hörmemory. Dazu können Familien bei einem Ausflug die Geräusche der Umwelt aufnehmen und zu Hause erraten. Inspiration liefert Auditorix.

Trickfilm: Kinder können mit ihren Lieblingsfiguren eine Geschichte nachspielen oder eine eigene erfinden und diese aufzeichnen. Die Geschichte kann zuvor in einer Art Storyboard gezeichnet oder aufgeschrieben werden. Die Kinder malen oder kneten die Charaktere und Schauplätze, kleben diese auf Holzstäbchen und bewegen sie, ohne dass die Hände zu sehen sind. Die Vertonung erfolgt zeitgleich oder im Anschluss zum fertigen Film. Ein kindgerechtes Portal für Filme ist juki.de.

Ältere Kinder

Spiel mit virtuellen Identitäten: Sind soziale Medien bei ihrem jugendlichen Kind ein Thema, können Eltern zusammen mit ihm testweise einen Account für eine virtuelle Person anlegen und sich dazu ein fiktives Leben ausdenken. Es entsteht ein „Theaterstück“ im Netz, das Gesprächsanlässe über Selbstdarstellung in sozialen Medien bietet. 

Jung&Alt-Gamesday: Organisieren Sie zusammen einen Gamesday. Aktuelle Games Ihrer Kinder treffen auf „Klassiker“ aus Ihrer Zeit. Dabei kann man gut Macharten und Qualitäten sowie Genres und Nutzungsweise der Spiele vergleichen.

Selbstportraits: Inszenieren Sie Selbstportraits. Dabei können Sie gut über Inszenierungen, Selbstbilder, Stile und Stereotypen sprechen. Schauen Sie doch auch einmal wie im Netz, im TV oder in der Zeitschrift Männer und Frauen dargestellt werden. Klischees kann man auch mal mit einer Montage oder einer eigenen untypischen Inszenierung persiflieren. 

Gadgets basteln: Ein Smartphone bietet jede Menge Möglichkeiten kreativ zu sein, noch dazu wenn man ergänzende Gadgets bastelt, wie Lautsprecher, Mikroskop, Projektor, Loch- oder Schwarzlichtkamera, VR-Brille sowie Hüllen und Halter. Anleitungen gibt es auf dem Handysektor.


Kinderseiten zum Hören

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