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Mobile Geräte

Verbraucherschützer verklagen WhatsApp

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat vor dem Landgericht Berlin Klage gegen WhatsApp wegen der Weitergaben von Nutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook eingereicht.

blogs.laverdad.es
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Aufgrund der seit vergangenem August geänderten Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen sammelt und speichert WhatsApp aus Sicht der Verbraucherzentrale teils widerrechtlich Daten und gibt diese an Facebook weiter, unabhängig davon, ob sie einen Facebook-Account haben oder nicht. Besonders kritisch: Auch Nummern von Verbrauchern, die lediglich im Telefonbuch der WhatsApp-Kunden gespeichert sind, gehen an Facebook.

Verbraucherzentrale fordert Änderung der AGB

Gegenstand der nun eingereichten Klage ist nicht nur die Löschung der weitergeleiteten Daten. WhatsApp soll ebenso unterlassen, insgesamt acht beanstandete Klauseln aus den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie gegenüber den Nutzern zu verwenden. Beispielsweise behält sich WhatsApp das Recht vor, seinen Nutzern ohne deren Einwilligung auch Werbematerial aus der Facebook-Unternehmensgruppe zukommen zu lassen.

Widerspruch möglich, aber wenig bekannt

Wenn WhatsApp-Nutzer den neuen Nutzungsbedingungen zustimmen, können Sie laut FAQ ein Auswahlkästchen abwählen (Android) bzw. den Schieberegler umschalten (iOS), um Profilinformationen nicht mit Facebook zu teilen.

Mindestalter auf 13 Jahre gesenkt

Mit den neuen AGB hat WhatsApp auch das Mindestalter von 16 auf 13 Jahren gesenkt. Mit folgender Einschränkung: "bzw. so alt, wie es in deinem Land erforderlich ist, damit du berechtigt bist, unsere Dienste ohne elterliche Zustimmung zu nutzen... Wenn du nicht alt genug bist, um in deinem Land berechtigt zu sein, unseren Bedingungen zuzustimmen, muss dein Elternteil oder Erziehungsberechtigter in deinem Namen unseren Bedingungen zustimmen." Die Altersangaben werden durch WhatsApp jedoch nicht geprüft.

Verschlüsselung lückenhaft

Weiteres Manko beim Datenschutz: Die ebenfalls letztes Jahr eingeführte End-zu-End-Verschlüsselung hat Lücken. Auch WhatsApp weiß, wer wann mit wem kommuniziert und kann dies anderen mitteilen. WhatsApp erfordert zudem bei der Installation umfassende Nutzerrechte, vor allem den Zugriff auf alle Kontakte des Telefonbuchs.

5 Tipps für Eltern

AGB checken

Gerade bei Smartphone-Einsteigern ist das Installieren von Apps Elternsache. Eltern können dafür auch den Zugang zum App-Shop einschränken und mit einem Passwort sichern. Vor der Installation können sich Eltern im Bereich "Mobile Geräte" oder bei handysektor.de informieren, was bei den Apps zu beachten ist.

Orientierung bieten auch Tests oder Nutzerkommentare. Wichtig ist auch auf die Zugriffsrechte zu achten. Diese werden direkt vor dem Download im App-Shop angezeigt. So erfordert WhatsApp bei der Installation umfassende Nutzerrechte, vor allem den Zugriff auf alle Kontakte des Telefonbuchs und weiß weiterhin, wer wann mit wem kommuniziert. Auch lohnt ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen des Dienstes.

Eltern können jedoch auch Alternativen zu WhatsApp anbieten. Die Stiftung Warentest hat neun Messenger-Apps für iOS und Android untersucht. Dabei schnitten zwei Dienste besonders gut ab: Threema (für iOS und Android, Note 2,0) verschlüsselt sicher, gleicht das Telefonbuch nur auf Wunsch ab und eine Angabe der Mobilfunknummer ist freiwillig. Threema kann auf mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden und die Handhabung der App ist fast so gut wie bei WhatsApp. Hoccer (für iOS und Android, Note 1,9), die noch kaum bekannte deutsche Alternative, lässt sich ohne Angabe von Name, Rufnummer oder Mail-Adresse nutzen. Inhalte werden durchweg verschlüsselt verschickt und nach der Übertragung sofort wieder von den Hoccer-Servern gelöscht, die laut FAQ ausschließlich in Deutschland stehen. Es gilt deutsches Datenschutzrecht.

Einstellungen prüfen

Nach dem Download sind alle möglichen Einstellungen zu prüfen. Statusanzeige und Profilbild sind etwa bei WhatsApp so auszuwählen, dass sie wenig über die eigene Person verraten, und nur den „Kontakten“ angezeigt werden. Bei der Anzeige, wann man zuletzt online war, ist besser „niemand“ anzuwählen, um keine Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten zuzulassen. Zudem ist die Weitergabe des Standorts über die Sicherheitseinstellungen am Gerät auszustellen.

Chat-Regeln vereinbaren

Chat-Apps sind nicht moderiert, Kinder daher kaum vor Werbung, Gewalt, Mobbing oder Pornografie geschützt. Wichtig ist, dass Eltern mit ihrem Kind Chat-Regeln festlegen, um Risiken zu mindern. So gelte es respektvoll zu sein, Persönliches zu schützen, keine unpassenden Inhalte zu verbreiten, misstrauisch bei fremden Kontakten zu sein, unangenehme Dialoge sofort zu beenden sowie Störer zu blockieren. Kinder sollten sich Eltern mitteilen, wenn sie auf Störer oder unpassende Inhalte stoßen. Eltern können dann je nach Schwere weitere Schritte überlegen, Screenshots als Beweise machen und dies bei externen Stellen wie jugendschutz.net, internet-beschwerdestelle.de, dem Zentrum für Kinderschutz im Netz (i-kiz.de) oder auch der Polizei zu melden.

Daten schützen

Auch mit verschlüsselten Nachrichten gilt es weiter aufzupassen, wem man was mitteilt. Nachrichten können leicht weitergeleitet oder veröffentlicht werden und in Hände Dritter gelangen. Auch bei scheinbar bekannten Chatpartnern weiß man nie, ob es sich um diese Person handelt oder ob noch jemand mitliest und Informationen weitergibt, z.B. über einen Screenshot des Chats. Gerade die Handynummer nur an Leute geben, die man kennt und denen man vertraut.

Nutzungszeiten vereinbaren

Am besten vermitteln Eltern ihrem Kind, dass es nicht ständig erreichbar sein und auf jede Nachricht sofort antworten muss. Nachrichtensignale dafür lieber lautlos stellen. Gerade beim Essen oder bei den Hausaufgaben hilft eine Handypause. Ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen ist das Handy daher am besten ganz aus der Hand zu legen, da das gleißende Licht der Bildschirme das Hormon Melatonin unterdrücken kann, das die Schlaf- und Wachphasen regelt.

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