Kampf um Beachtung: Kind vs. Smartphone

Mediencoach-Kolumne

Digitale Medien können im Alltag vieler Eltern ziemlich hilfreich sein, doch nicht immer ist es leicht, den Balanceakt zwischen Smartphone und Familie zu meistern. In Ihrer Kolumne erklärt SCHAU HIN!-Mediencoach Iren Schulz, warum der elterliche Spagat zwischen Smartphone und Familie nicht immer gut ist.

Mediencoach-Kolumne: "Kampf um Beachtung: Smartphone vs. Kind" - Bild von Iren Schulz
SCHAU HIN!

Liebe Leserin, Lieber Leser,

kennen Sie das auch? Dass Sie nur mal schnell die Mails checken, während der Nachwuchs Zähne putzt, ein kurzes Telefonat führen beim Kinderwagen schieben oder die Kommentare zu den Fotos vom Wochenende lesen?

Die Kommunikation mit dem Smartphone fügt sich so leicht in jede Situation ein und bedeutet vor allem für Eltern von Kleinkindern ein bisschen Freiraum und Flexibilität im Erziehungsalltag. Schon ganz junge Kinder bemerken das und können wütend oder launisch werden, wenn Mama oder Papa vermeintlich mehr Zeit mit dem digitalen Konkurrenten verbringen, als mit ihnen. Die reagieren wiederum gestresst, wenn die Kleinen nicht einmal fünf Minuten Ruhe geben – ein Teufelskreis.

 

 

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Wenn in Familien die Interaktionen immer wieder von Smartphone und Co. unterbrochen werden, dann kann sich das auf die gute Entwicklung von Kleinkindern nachteilig auswirken. Neben Fütter- und Einschlafstörungen zeigen sich Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung oder in der emotionalen Bindung zu den Eltern. Das positive Familienklima als Fundament fürs ganze Leben bekommt Risse und die Erwachsenen sind in ihrer Erzieher- und Vorbildrolle erschüttert. Was also tun?

Ungestörte und exklusive Zeit mit der Familie verbringen – das ist heute gar nicht mehr so einfach – aber umso wichtiger geworden. Trotz der vielen Herausforderungen im familiären Alltag soll es gelingen, dass etwa gemeinsame Mahlzeiten oder Familienrituale nicht immer wieder vom Klingeln und Summen des Handys unterbrochen werden. Dabei können kleine Kniffe eine große Hilfe sein: zum Beispiel das Smartphone lautlos stellen oder in den Flugmodus schalten. Natürlich können gemeinsame Medienerlebnisse auch verbindende Momente schaffen: Ein Buch vorlesen, gemeinsam einem Hörspiel lauschen oder einen Trickfilm schauen gehört dazu. Und da können Mails, Tweets und WhatsApp-Nachrichten auch mal eine Weile warten.

Ihr Mediencoach Iren Schulz