Eine Frau hält mehrere Tütchen mit Drogen in den Händen.

PingTok, DrugTok und Co: Was steckt hinter den Drogenvideos auf TikTok?

Unter Hashtags wie „PingTok“, „DrugTok“ oder „TripTok“ verbreiten sich auf TikTok Videos, in denen Drogenkonsum thematisiert oder verharmlosend dargestellt wird. Was steckt hinter diesem Phänomen und welche Gefahren können für junge Nutzerinnen und Nutzer entstehen? Wir zeigen, wie Sie Ihr Kind im Umgang mit solchen Inhalten gut begleiten können.

Definition: Was bedeutet „PingTok“?

Der Begriff „PingTok“ beschreibt Inhalte auf TikTok rund um als Partydroge konsumierte Substanzen und Rauscherfahrungen. Er leitet sich vom Szenebegriff „Pinger“ ab, der eine Person bezeichnet, die Ecstasy bzw. MDMA konsumiert. Die dazugehörige Verbform „pinging“ beschreibt den Zustand unter Wirkung dieser Substanzen. Ähnliche Begriffe sind „DrugTok“, „TripTok“ oder auch „PinkTok“. 

In den Videos geht es meist um Partys, Festivals oder persönliche Erlebnisse unter Drogeneinfluss. Viele Clips wirken dabei eher wie Unterhaltung oder Lifestyle-Content – mit Humor, Musik oder schnellen Schnitten. Risiken und gesundheitliche Folgen werden oft ausgeblendet oder verharmlost. 

Problematisch ist auch die Funktionsweise von TikTok: Kurze, emotionale Clips werden durch den Algorithmus schnell weiter verstärkt. Schon wenige Interaktionen führen dazu, dass ähnliche Inhalte häufiger im Feed erscheinen. So können Jugendliche schnell in Inhaltswelten geraten, in denen Drogen immer präsenter werden. 

Hinweis: Weitere Hintergrundinformationen bietet der aktuelle Bericht von jugendschutz.net. 

hinter einer Wand mit Graffiti sitzt eine jugendliche Person, von der man nur die Beine in zerrissenen Jeans und Sneakers und die Hände mit einem Smartphone sieht.

Drogenvideos im TikTok-Feed - Was Eltern wissen sollten

PingTok: Studie ordnet den Trend ein

Recherchen von jugendschutz.net zeigen, dass Drogeninhalte auf TikTok für Minderjährige leicht zugänglich sind. Besonders kritisch: Viele Videos erscheinen direkt im Feed, oft ohne gezielte Suche. Schon kurze Interaktionen reichen aus, damit ähnliche Inhalte häufiger ausgespielt werden. 

Die Studie „From #Dr00gtiktok to #harmreduction: Exploring Substance Use Hashtags on TikTok“ analysierte über 38.000 TikTok-Videos mit Drogenbezug. Rund ein Viertel zeigte oder beschrieb Drogenkonsum direkt, viele weitere Inhalte waren humorvoll, ironisch oder ästhetisch gestaltet. 

Gleichzeitig enthält ein Teil der Videos auch Aufklärung oder persönliche Erfahrungen mit Sucht und Abstinenz. Dennoch können selbst solche Inhalte bei Jugendlichen Neugier auslösen oder Risiken relativieren, wenn sie nicht richtig eingeordnet werden. 

 

PingTok: Welche Risiken bergen Drogenvideos für Jugendliche?

Drogenvideos auf TikTok wirken oft harmlos oder humorvoll. Genau das kann problematisch sein – besonders für jüngere NutzerInnen, die Risiken noch schwer einschätzen können. 
 

Die „Manosphere“ auf TikTok: Frauenhass als Trend

Tipps und Handlungsempfehlungen im Umgang mit PingTok für Eltern

Für Erwachsene sind Begriffe wie „PingTok“ oder „DrugTok“ oft schwer einzuordnen, da TikTok-Trends schnell wechseln und über Hashtags oder Codes funktionieren. Problematische Inhalte erkennt man deshalb selten an einzelnen Videos, sondern eher am Gesamtbild des Feeds und der Nutzung. 

Wichtige Hinweise sind vor allem Veränderungen im Verhalten, die auf eine mögliche intensive Beschäftigung mit entsprechenden Inhalten (z. B. PingTok/Drogenthemen) hindeuten können: 

  • verstärktes Interesse an entsprechenden Themen oder Inhalten  

  • neue Begriffe oder Codes aus diesem Umfeld  

  • ein auffällig einseitiger TikTok-Feed  

  • geheimes oder vermehrt verstecktes Nutzungsverhalten  

  • starke emotionale Reaktionen im Zusammenhang mit bestimmten Inhalten  

Entscheidend ist, im Gespräch zu bleiben und Interesse zu zeigen. Einfache Fragen wie „Welche Videos schaust du gerade?“ oder „Was bedeutet dieser Trend?“ helfen oft mehr als Kontrolle und schaffen Einblicke in den digitalen Alltag. 

Die gute Nachricht: Sie müssen TikTok nicht komplett verbieten, um Ihr Kind zu schützen. Viel wichtiger ist es, Kinder im Umgang mit problematischen Inhalten zu begleiten und Medienkompetenz früh zu stärken. 
 

  • OFFEN ÜBER SOCIAL MEDIA SPRECHEN 
    Kinder und Jugendliche sollten wissen, dass sie auch über unangenehme oder verstörende Inhalte sprechen können. Hilfreich sind ruhige Gespräche ohne Panik oder Vorwürfe. Ziel sollte sein, gemeinsam ein Verständnis dafür zu entwickeln, warum bestimmte Inhalte problematisch sein können. 
  • INTERESSE ZEIGEN STATT NUR KONTROLLIEREN 
    Viele Jugendliche erleben Social Media als wichtigen Teil ihres Alltags. Wer sich für Trends, Plattformen oder Creator interessiert, bekommt oft besser mit, welche Inhalte Kinder beschäftigen. Schon kleine Gespräche im Alltag helfen dabei, Vertrauen aufzubauen. 
  • SICHERHEITSEINSTELLUNGEN NUTZEN 
    TikTok bietet verschiedene Schutzfunktionen für Familien. Dazu gehören etwa Bildschirmzeit-Limits, eingeschränkte Inhalte oder die sogenannte Familienkopplung. Gemeinsam genutzte Einstellungen können helfen, problematische Inhalte zu reduzieren. 
  • MEDIENKOMPETENZ STÄRKEN 
    Kinder sollten lernen, Inhalte kritisch einzuordnen. Dazu gehört auch das Verständnis, dass Social Media nicht die Realität abbildet und viele Videos bewusst Aufmerksamkeit erzeugen sollen. Wichtig ist außerdem, dass Jugendliche lernen, problematische Inhalte zu melden oder bewusst wegzuklicken. 
  • WARNSIGNALE ERNST NEHMEN 
    Verändert sich das Verhalten Ihres Kindes deutlich, sollten Sie aufmerksam bleiben. Dazu können etwa Schlafprobleme gehören, sozialer Rückzug, Leistungsabfall in der Schule, plötzliche Aufgabe von Sport und Hobbys oder eine neue Clique, die die Eltern nicht kennenlernen. Wichtig ist dabei ein ruhiger und unterstützender Umgang – ohne vorschnelle Schuldzuweisungen.  
  • HILFE HOLEN
    Erste Anlaufstellen sind die Nummer gegen Kummer sowie die bke-Elternberatung, die vertrauliche Onlineberatung anbietet. Auch die Plattform Drugcom.de des BIÖG (Bundesinstitut für Offentliche Gesundheit) bietet Informationen zu Substanzen, Online-Selbsttests und E-Mail-Beratung. Tipps für Eltern und Freunde finden sich bei mindzone.info. Darüber hinaus gibt es Suchtberatungsstellen vor Ort, beispielsweise bei der Caritas oder Diakonie. Eine Übersicht über Beratungsstellen in Ihrer Nähe bietet das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).

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