Studie: Kinder verbringen täglich 80 Minuten mit TikTok

Eine aktuelle Studie will zeigen, dass die Mediennutzung von Kindern zwischen vier und 15 Jahren in den USA, Großbritannien und Spanien zwischen 2019 und 2020 stark zugenommen hat. Vor allem die Kurzvideoplattform „TikTok“ würde bei Kindern immer beliebter werden und inzwischen fast gleichauf mit „YouTube“ liegen. Die Corona-Krise hat laut Studie den Siegeszug von „TikTok“ beschleunigt.

Zwei Kinder stehen in bunter Kleidung vor einem Gebäude und machen ein Selfie
Tim Gouw/Unsplah

Die Studie „Connected More than Ever“ wurde vom Unternehmen Qustodio durchgeführt, welches Kinderschutz-Software anbietet. Untersucht wurde das Online-Verhalten in 60.000 Familien mit Kindern im Alter von vier bis 15 Jahre aus den USA, Großbritannien und Spanien. Die Untersuchung erstreckte sich über den Zeitraum von Februar 2019 bis April 2020 und schließt damit den Höhepunkt der Corona-Maßnahmen im Frühjahr 2020 ein.

Entwicklungen in der Mediennutzung

Die Qustodio-Studie kam zu folgenden Ergebnissen:

 

Online-Videos

Obwohl die Videoplattform „YouTube“ eigentlich ein Mindestalter von 13 Jahren voraussetzt, belegte sie den ersten Platz der beliebtesten Plattformen für Online-Videos. Zwar existiert eine auf Kinder abgestimmte Version namens „YouTube Kids“, jedoch wird diese in Großbritannien nur von zehn Prozent und in den USA nur von sieben Prozent der Kinder genutzt. In Spanien ist sie sogar so gut wie unbekannt. Auf „YouTube“ verbrachten die Kinder während des Untersuchungszeitraumes täglich rund 85 Minuten.

 

Social-Media-Apps

Zwischen 2019 und 2020 hat sich die Zahl der täglichen Minuten, die auf Social-Media-Kanälen verbracht werden, knapp verdoppelt: „TikTok“ hat dabei die größte Zunahme erfahren. Mit durchschnittlich 80 Minuten pro Tag verbringen Kinder inzwischen beinahe genauso viel Zeit auf „TikTok“ wie auf „YouTube“. Neben „TikTok“ nutzen Kinder vor allem „Instagram“ und „Snapchat“.

 

Online-Game-Apps

Im Gegensatz zu Online-Videos und Social-Media-Apps hat sich die Anzahl der NutzerInnen von Online-Spiel-Apps kaum verändert – lediglich die Zahl der durchschnittlichen täglichen Spielminuten ist leicht angestiegen. Zu den beliebtesten Online-Games der drei Untersuchungsgebiete zählen „Roblox“, „Minecraft“, „Brawl Stars“, „Clash Royale“ und „Clash of Clans“.

 

„Covid-effect“

Die durchschnittliche Bildschirmzeit pro Tag hat sich während der Corona-Krise um bis zu 200 Prozent erhöht. Der Ausbruch des Corona-Virus und die damit einhergehenden Maßnahmen zu seiner Eindämmung waren nicht der Grund für diese Entwicklung, hatten aber einen beschleunigenden Effekt: In der Studie wird deshalb vom „Covid-effect“ gesprochen. Die Kinder kommunizierten in dieser Zeit auch während der klassischen, sonst handyfreien Schulzeiten über ihre Smartphones miteinander und nutzten zunehmend Lern-Apps.

Tipps für Eltern

Die gestiegene Mediennutzung ist mit einer Steigerung von Risiken verbunden: Zu diesen zählen unter anderem Mediensucht, Binge-Watching und Cybergrooming. SCHAU HIN! rät Eltern, mit ihren Kindern stets im Gespräch zu ihren Online-Gewohnheiten zu bleiben, Interesse zu zeigen und auf mögliche Veränderungen im Verhalten des Kindes zu achten. Versuchen Sie, Ihr Kind zu nicht-medialen Aktivitäten zu motivieren – ob allein oder gemeinsam als Familie. Wichtig ist auch, Bildschirmzeiten zu definieren und altersgerechte Inhalte auszuwählen. Über die Sicherheitseinstellungen des Android- oder iOS-Geräts Ihres Kindes sowie mithilfe von Jugendschutzprogrammen können Sie den digitalen Raum für Ihre Kinder begrenzen.