YouTube Kids: Der Streaming-Dienst für Kinder

Mit seinem mit seinem Angebot „YouTube Kids“ erreicht YouTube auch die Jüngsten in Deutschland. Der Ableger des Videoportals von Google zeigt darin Beiträge, die explizit für ein junges Publikum geeignet sein sollen. Alles Wissenswerte stellt SCHAU HIN! hier für Sie zusammen.

Vater und Sohn schauen gemeinsam auf ein Tablet
Drobot Dean/Fotolia

Seit 2017 begeistert YouTube Kids Kinder in ganz Deutschland. Das Angebot ist auf dem Smartphone, Tablet und Smart-TV als App sowie  klassisch über den Browser nutzbar. Ziel des Streaming-Dienstes ist es speziell auf Kinder im Vor- und Grundschulalter konzipierte Inhalte bereitzustellen. Konkret werden dabei drei Modi unterschieden: „Vorschulalter“ (für Kinder bis zu vier Jahren), „Jünger“ (fünf bis sieben Jahre) und „Älter“ (acht bis zwölf Jahre). 

Die ganz Kleinen finden hauptsächlich Videos, die Kreativität, Verspieltheit, Lernen und das Erkunden fördern. Kindern im Alter von fünf bis sieben Jahren wird mehr Freiraum eingeräumt. Mittels integrierter Suchfunktion können sie ihrer Neugier freien Lauf lassen und Lieder oder Cartoons entdecken. Acht- bis zwölfjährige Kinder finden alle Inhalte aus dem zweiten Modus und können sich zusätzlich Musikvideos, Spiele, Familien-Videoblogs und „Wissenschaftliche Lernvideos" anschauen.

 

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Kinder bei ihrer Erkundung auf für sie ungeeignete Inhalte stoßen. Algorithmen, also programmierte Auswahlkriterien, filtern nicht altersgerechte Inhalte zwar heraus. Eine Garantie für ausschließlich kindgerechte Videos ist dies jedoch nicht. Von großem Vorteil gegenüber dem klassischen Youtube ist hingegen die deutlich übersichtlichere und somit kindgerechte Bedienoberfläche. So werden verfügbare Videos lediglich in fünf Kategorien – Empfohlen, Serien, Musik, Lernen und Entdecken – komprimiert. Beurteilen Eltern ein Video als unangemessen, können sie es melden. Bis dieses nach einer Prüfung gegebenenfalls gänzlich entfernt wird, gibt es die Möglichkeit es auf dem eigenen Profil und somit für das eigene Kind vorab zu blockieren.

Medienkonsum bedarf elterlicher Begleitung

Diese und weitere Funktionen geben Eltern deutlich mehr Kontrolle über den Medienkonsum ihrer Kinder als dies beim „normalen“ bei YouTube der Fall ist. Über ein zuvor erstelltes Profil können sie entscheiden, welche individuellen Inhalte ihr Kind sehen darf. Zudem kann die Suchfunktion gänzlich deaktiviert werden – gerade bei Kindern, die sich innerhalb der Modi „Vorschulalter“ und „Jünger“ befinden, eine sinnvolle Maßnahme. Um zu verhindern, dass Kinder zu viele Videos über eine zu lange Zeitspanne sehen, können NutzerInnen mittels eines Timers zudem Medienzeiten festlegen und bestimmen ,nach wie vielen Minuten die Nutzung endet.

Kritisch beäugt werden sollte die zwischen den Videos geschaltete Werbung. Laut den Werberichtlinien von YouTube Kids ist diese an die Bedürfnisse von Kindern angepasst. Beispielsweise werden nur Werbespots für Spielsachen geschaltet. Gerade jüngere Kinder können zwischen Werbung und den eigentlichen Inhalten aber noch nicht unterscheiden. Da die Reklame aber auf ebendiese Zielgruppe zugeschnitten ist, wird die Unterscheidung erschwert. Wie im Falle unangemessener Videos, können Eltern aus ihrer Sicht problematische Produktplatzierungen melden. Individuelles Blockieren ist in diesem Fall jedoch nicht möglich. Der gänzliche Verzicht zwischengeschalteter Werbespots ist nur über ein kostenpflichtiges Premium-Abonnement möglich.

Egal ob kostenpflichtig oder kostenfrei: YouTube Kids ersetzt keine Aufsichtsperson und Kinder benötigen in jedem Fall elterliche Begleitung. Neben individuellen Voreinstellungen kann es sinnvoll sein, vorab zu vereinbaren wie viel Zeit ein Kind auf YouTube Kids verbringen darf. Hilfestellung kann ein Mediennutzung geben.