Strategiespiele und Simulationen: Was spielt mein Kind da?

Den eigenen Vergnügungspark aufbauen, ein Fußballteam managen oder ganze Städte errichten. In Strategie- und Simulationsspielen sind der Fantasie meist keine Grenzen gesetzt. Wer es rasanter mag, findet zum Beispiel in Flugsimulatoren ein möglichst realistisches Spielerlebnis. Dank verschiedener Schwierigkeitsstufen und Angebote für unterschiedliche Altersgruppen können sich Kinder und Jugendliche in vielen Bereichen ausprobieren. Einen Überblick über die verschiedenen Genres finden Sie hier.

Haende halten Playstation Controller
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Adventure-Games: Wie funktionieren Strategiespiele mit Rätseln und Comicwelten?

In interaktiven Abenteuerspielen treffen SpielerInnen auf verschiedene Figuren, sammeln Gegenstände, kombinieren diese miteinander und lösen knifflige Rätsel. Je nach Spiel reicht die Gestaltung der Spielwelt von bunt und comicartig bis hin zu eher düsteren Szenarien. Besonders in Action-Adventures, die deutlich mehr Kampfszenen enthalten, ist die Atmosphäre oft ernster und spannungsreicher. 

Klassische Adventure-Spiele sind in der Regel ruhiger und kindgerechter als Shooter oder Action-Adventures. In Spielen wie „Monkey Island“ können jüngere SpielerInnen zum Beispiel in fantasievolle Welten eintauchen und diese in ihrem eigenen Tempo erkunden. 

Da Adventure-Spiele meist gewaltarm sind, fallen die Altersfreigaben oft niedriger aus. Gleichzeitig sind diese Spiele durch ihre Geschichten und ihre Komplexität häufig eher für ältere Kinder oder Jugendliche gedacht. Sobald mehr Action und Spannung dazukommen, steigen in der Regel auch die Altersbeschränkungen.  
 

Adventure-Games für jüngere SpielerInnen

  • meist ruhigeres Spieltempo  

  • häufig fantasievolle oder comicartige Spielwelten  

  • wenig oder keine Gewalt  

  • Gegenstände sammeln, kombinieren und Rätsel lösen  

  • Beispiele wie „Myst“ oder „Ankh“ sind sehr niedrig eingestuft (USK 0) 

Action-Adventures für ältere Kinder und Jugendliche

  • mehr Spannung und Kampfszenen  

  • häufig für ältere Kinder oder Jugendliche gedacht  

  • mehr Stressmomente im Spiel  

  • Altersfreigaben steigen je nach Realitätsnähe und Intensität  

  • Spiele wie „Grand Theft Auto“ sind aufgrund der Gewaltdarstellungen erst ab 18 Jahren freigegeben 

Tipp: Prüfen Sie die Altersfreigabe von Video- und Online-Games in der Datenbank der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)

Management- und Rollenspiele: Strategiespiele zum denken, planen, entscheiden

Mit etwas Organisationstalent übernehmen SpielerInnen in diesen Games große Aufgaben: Sie leiten ein Unternehmen, managen einen Fußballverein oder bauen sich sogar eine ganze Stadt oder ein eigenes Imperium auf, das weiterentwickelt und manchmal auch gegen andere verteidigt wird. Besonders im Multiplayer wird es oft noch lebendiger, weil andere in Echtzeit mitspielen, planen und reagieren. 

Management- und Strategiespiele für ältere Kinder und Jugendliche

  • häufig ruhiges und strategisches Spielprinzip  

  • viele Aufgaben rund um Planung und Organisation  

  • aus Jugendschutzsicht meist unproblematisch  

  • oft bereits ab 0 Jahren freigegeben  

  • durch die vielen Aufgaben und Entscheidungen eher für ältere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene geeignet  

  • Beispiele: „RollerCoaster Tycoon“, „Football Manager“ oder „SimCity“ 

Bei Rollenspielen schlüpfen SpielerInnen in eine Figur mit besonderen Fähigkeiten und erleben Abenteuer in einer oft detailreichen Fantasiewelt. Dabei entwickeln sie ihre Figur Schritt für Schritt weiter. In Online-Versionen spielen viele gemeinsam und lösen Aufgaben im Team – diese Spiele nennt man auch MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Games).  

Rollenspiele und MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Games) für Jugendliche

  • Abenteuer in detailreichen Fantasiewelten  

  • Spielfiguren entwickeln sich im Verlauf des Spiels weiter  

  • viele Spiele werden gemeinsam online gespielt  

  • häufig ab etwa 12 Jahren freigegeben  

  • Spielwelten und Inhalte sind meist gut einzuordnen und nicht überfordernd  

  • Beispiel: „World of Warcraft“ 

Simulationen und Sportspiele: Geschwindigkeit und Lebensnähe in Strategiespielen

Fahr- und Flugsimulationen sorgen oft für ein realistisches Gefühl von Tempo und Nervenkitzel und erfordern dabei Geschick bei unterschiedlichen Strecken oder Flugmanövern. Auch Sportspiele machen einzelne Sportarten direkt erlebbar – etwa Fußball oder Formel 1.  

Simulationen ohne militärische Inhalte gelten meist als unproblematisch und sind häufig ab 0 oder 6 Jahren freigegeben. Simulationen mit militärischen Inhalten können je nach Darstellung eher ab 12 oder 16 Jahren eingestuft werden. Sportspiele werden meist ohne oder mit niedriger Altersfreigabe versehen, Ausnahmen sind vor allem Spiele zu Kampfsportarten. 

 Der „Microsoft Flight Simulator“ ermöglicht es, selbst ein Flugzeug zu steuern und dabei möglichst realistische Flugbedingungen zu erleben. Im Fußball-Simulationsspiel „EA SPORTS FC“ steuern SpielerInnen eine ganze Mannschaft auf dem Spielfeld. In der Lebenssimulation „Die Sims“ können eigene Figuren und Familien erstellt und durch ihren Alltag begleitet werden, von der Einrichtung des Hauses bis hin zu sozialen Beziehungen und wichtigen Lebensentscheidungen. 

Strategiespiele: Denken, planen, entscheiden

Das Ziel dieses Spielgenres ist es, sich mit kluger Planung und überlegener Strategie gegen andere durchzusetzen. Als Vorbilder dienen klassische Brettspiele wie Schach oder Risiko. Ähnlich wie bei Management-Spielen geht es auch hier darum, ein funktionierendes Wirtschaftssystem aufzubauen. Der entscheidende Unterschied: Der Wettstreit endet oft in militärischen Auseinandersetzungen. 

SpielerInnen übernehmen die Kontrolle über eine Nation und lenken deren Entwicklung. Dabei sind strategisches Denken, vorausschauende Planung und die Fähigkeit, sich flexibel auf die Taktiken der Gegenseite einzustellen, besonders wichtig. 

Die Altersfreigaben hängen von den jeweiligen Inhalten und der Darstellung ab. Militärisch geprägte Strategiespiele sind in der Regel ab zwölf Jahren freigegeben, können aber auch höhere Altersfreigaben haben. Ausnahmen bilden Spiele mit Comic-Stil oder stark vereinfachter Darstellung. Bekannte Beispiele für dieses Genre sind „Age of Empires“, „Civilization“ und „Anno“. 

Simulation- und Strategiespiele: Wie können Sie Ihre Kinder begleiten?

Laut der JIM-Studie 2025 spielen rund 70 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mehrmals pro Woche oder häufiger digitale Spiele. Bei Simulationen und Strategiespielen können Kinder ihre Fantasie ausleben und sich spielerisch in strategischem Denken üben. Jedoch ist es auch hier ratsam für Sie, Medienzeiten festzulegen und mit Ihrem Kind über die Inhalte der Spiele zu sprechen und ihnen dabei zu helfen, das Gesehene zu verarbeiten.