Minecraft: Unendliche Klötzchen-Welten

Viele Millionen Spieler sind fasziniert von den zahllosen Möglichkeiten, die Minecraft bietet. Wir haben versucht etwas Ordnung ins Klötzchen-Chaos zu bringen und bieten Ihnen zwölf Fakten zum weltweit beliebtesten Spiel sowie eine Einschätzung zur Eignung für Kinder.

Ein Meter große Blöcke

Die Welt von Minecraft besteht zum größten Teil aus würfelförmigen Blöcken von einem virtuellen Meter Seitenlänge, die nach einem Raster angeordnet sind. Die Blöcke bestehen jeweils aus einem Material, etwa Erde, Holz oder verschiedenen Erzen. Nahezu alle Blöcke sind abbaubar und können ins Inventar aufgenommen werden. Sie können beinahe überall auf der Welt wieder abgesetzt werden. Blöcke sind zudem in verschiedenen Variationen kombinierbar und ermöglichen so unter anderem den Bau von Werkzeugen, Waffen und Rüstungen.

Das Kombinieren der Gegenstände ist ein zentraler Aspekt in Minecraft und wird Crafting genannt. Dabei müssen die Ausgangsmaterialien in einem Craftingfeld nach einem bestimmten Muster angeordnet werden, damit ein bestimmter Gegenstand daraus entsteht. Eine Truhe lässt sich beispielsweise aus einem O-förmigen Muster aus Holz herstellen.

Zwei Missionen

In Minecraft gibt es hauptsächlich zwei Spielmodi: den Überlebensmodus, in dem der Spieler Ressourcen sammeln muss und eine Gesundheitsleiste hat, und den "Kreativmodus", in dem es keine Gesundheit gibt und dem Spieler unbegrenzte Mengen an Ressourcen zur Verfügung stehen.

Drei Dimensionen

In Minecraft gibt es insgesamt drei Dimensionen. Die Oberwelt ist die Dimension, in der der Spieler startet. Der Nether ist eine höllenähnliche Welt, welche durch Portale erreicht werden kann. Das Ende ist eine Dimension, in der man einen „Boss-Gegner“, den Enderdrachen, besiegen muss. Wenn der Drache besiegt wurde, wird der Spieler mit Erfahrungspunkten belohnt. Danach folgt ein vom irischen Autor Julian Gough geschriebener Abspann, der das Spiel jedoch nicht beendet. Neben dem Enderdrachen gibt es noch einen zweiten Boss, den Wither. Dieser lässt Materialien fallen, um ein Leuchtfeuer zu bauen, welches bestimmte Fähigkeiten aller in der Nähe befindlicher Spieler verbessert.

Drei Plattformen

Minecraft ist spielbar als Online-Spiel auf dem PC (Windows, Mac, Linux), auf der Konsole (Xbox, Playstation) sowie als App auf Smartphone und Tablet (iOS, Android und Windows Phone).

Fünf Spielmodi

Es gibt in Minecraft fünf Spielmodi. Es wird unterschieden zwischen dem Kreativmodus, der für das Erstellen großer Bauwerke am besten geeignet ist, dem Abenteuermodus, der für das Spielen von sogenannten Adventure Maps, die von anderen Spielern erstellt und zum Download angeboten werden, vorgesehen ist, dem Überlebensmodus und dem Hardcoremodus, der eine besondere Variante des Überlebensmodus ist, sowie dem Zuschauermodus. Alle Spielmodi lassen sich im Einzel- und Mehrspielermodus spielen.

Kreativmodus

Seit der PC-Version Beta 1.8 gibt es den Kreativmodus, in dem der Spieler unbegrenzte Mengen an Ressourcen und Gegenstände im Inventar zur Verfügung hat. Ebenso ist es möglich, zu fliegen und Blöcke sofort abzubauen. Außerdem kann der Spieler keinen Schaden erleiden oder Hunger bekommen, was die Erstellung großer und komplizierter Bauwerke vereinfacht.

Abenteuermodus

Mit der finalen PC-Version 1.3 wurde der Abenteuermodus hinzugefügt. Dieser Modus ähnelt dem Überlebensmodus. Blöcke können platziert, aber nur mit dem dafür vorgesehenen Werkzeug abgebaut werden. Der Spieler kann aber uneingeschränkt mit Gegenständen, wie zum Beispiel Kisten und Knöpfen, interagieren. Der Modus ist für von anderen Spielern erstellte Welten erdacht.

Der Ersteller kann so bestimmen, welche Gegenstände für den Spieler des in Minecraft erstellten Spieles verfügbar sind und wie mit ihnen interagiert werden kann. Eine weitere Ergänzung, die für benutzerdefinierte Welten ausgelegt ist, ist der Befehlsblock. Er ermöglicht den Erstellern, durch Befehle weitere Dinge zu beeinflussen, wie Spieler zu teleportieren oder Feuer auszuschalten.

Überlebensmodus

Im Überlebensmodus existiert eine Gesundheitsleiste, die z.B. durch Angriffe von Monstern, Stürze oder Ertrinken aufgebraucht wird. Der Spieler hat außerdem eine Hungeranzeige, die in regelmäßigen Abständen durch den Verzehr verschiedener Lebensmittel (Fleisch, Brot, etc.) aufgefüllt werden muss. Wie stark die Rüstung ist, die getragen wird, wird ebenfalls in einer Anzeige unten angezeigt.

Hardcoremodus

Seit der finalen PC-Version 1.0 gibt es den Hardcoremodus, eine Spezialform des Überlebensmodus, in dem die Schwierigkeitsstufe nicht von der höchsten herabgesetzt werden kann und die Welt beim Tod des Spielers endgültig gelöscht wird.

Zuschauermodus

Seit der PC-Version 1.8 gibt es den Zuschauermodus, in dem der Spieler keine Blöcke setzen oder zerstören kann. Jedoch kann der Spieler durch Blöcke, Spieler und Kreaturen hindurch fliegen und darüber hinaus seine Kameraperspektive mit der von anderen Spielern abgleichen.

Ab 6 Jahre

Minecraft ist von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle ab 6 Jahre freigegeben. Auch der Spieleratgeber-NRW empfiehlt dieses Alter, wobei es sehr darauf ankommt, welchen Modus man spielt. Während Kreativ- und Abenteuermodus relativ harmlos sind, sind Überlebens- und Hardcoremodus mehr auf Angriff und Attacken aus. Die Klötzchen-Optik lässt Abstand zu den Spielhandlungen zu. Jedoch erklärt Minecraft nichts und gibt nur wenig vor, Spieler brauchen hier genügend Erfahrung, Fassungsvermögen, Planung und vor allem Phantasie und Kreativität.

Wichtig ist auch, dass Kinder nicht die Zeit aus den Augen verlieren, was bei diesem grenzenlosen Spiel leicht passieren kann. Projekte wie etwa der neue Burggraben können schnell zum Stundenfresser werden. Ähnlich verhält es sich mit der namensgebenden Beschäftigung, Stollen zu graben und gigantische Minennetzwerke aufzubauen, um Materialien zu finden. Wie viel Zeit Spieler investieren, ist jedem selbst überlassen, so kann man Minecraft zwischendurch mal für eine halbe Stunde spielen, aber es gibt im Internet auch Videos von Spielern die in hunderten oder tausenden Stunden das Raumschiff Enterprise oder Landschaften aus Herr der Ringe nachgebaut haben.

15 Biome

Das begehbare Terrain besteht aus Bergen, Wäldern, Meeren, Ebenen und Höhlen. Die Welt ist in bislang 15 verschiedene Biome unterteilt, die von Wüsten, über Ozeane und Urwälder bis zu Schneefeldern reichen.

20 Minuten zwischen Tag und Nacht

Das Spiel besitzt einen zwanzigminütigen Tag-Nacht-Rhythmus. Durch den zwanzigminütigen Tag- und Nachtwechsel ist der Spieler vor allem anfangs dazu gezwungen, für die Nacht ein sicheres Versteck zu bauen. Durch den Bau von Betten an sicheren Orten ist es möglich, die Nacht zu überspringen und so Konfrontationen mit Zombies und anderen Monstern zu entgehen.

36 Gegenstände

Minecraft hat ein Inventar-System, so kann der Spieler maximal 36 unterschiedliche Gegenstände tragen. Beim Tod werden alle im Inventar befindlichen Gegenstände fallengelassen. Diese können innerhalb einer begrenzten Zeit von 5 Minuten wieder eingesammelt werden. Erfahrungspunkte können durch das Töten von Monstern oder Tieren, durch das Brennen von Erzen und Steinen im Ofen und den Abbau von Erzen erworben werden.

Mit den Erfahrungspunkten können Werkzeuge, Rüstungen und Waffen verzaubert oder durch einen Amboss repariert und umbenannt werden. Verzauberte Gegenstände sind meist stärker, halten länger oder haben andere Effekte. Da bestimmte Rohstoffe nur von getöteten Monstern abgegeben werden, ist es teilweise erforderlich, die Konfrontation mit den Gegnern zu suchen oder sie in selbst konstruierte Fallen zu locken. So ist beispielsweise der Bau eines Bogens erst möglich, nachdem man mehrere Spinnen getötet hat, um die dafür benötigten Fäden von ihnen zu bekommen.

Hunderte Charaktere und Creeper

Dem Spieler begegnen unterschiedliche Nicht-Spieler-Charaktere wie Tiere, Dorfbewohner und Monster. Friedliche Tiere, wie Schweine, Schafe oder Hühner, dienen als Rohstoffquellen für beispielsweise Fleisch oder Wolle. Während der Nacht und in dunklen Gebieten erscheinen zum Beispiel Zombies oder Spinnen, die den Spieler angreifen.

Daneben gibt es noch Creeper: Der Creeper ist ein grünes, aufrechtgehendes Wesen mit vier Beinen, welches explodiert wenn es dem Spieler zu nahe kommt. Die Silhouette des Creepers ist Bestandteil des offiziellen Minecraft-Logos und Ikone des Spiels, wobei der Creeper selbst bloß durch einen Rotationsfehler entstand (die x-Achse wurde mit der y-Achse verwechselt), sodass das gewünschte Schwein einen aufrechten Körper erhielt. Außerdem kann auf fertig vorgebaute Dörfer getroffen werden, in denen Dorfbewohner leben. Mit ihnen kann gehandelt werden.

Millionen Spieler

Das Spiel wurde über 56 Milionen Mal verkauft und ist damit eines der beliebtesten Games weltweit. Berühmt wurde Minecraft vor allem durch soziale Medien wie zum Beispiel YouTube, Facebook und Reddit,  wobei ein Drittel aller Minecraft-Spieler das Spiel über Onlinevideos, so genannte Let's Plays, kennenlernte. Es existieren über 42 Millionen Videos über Minecraft auf der deutschen YouTube-Seite.

Der Mehrspieler-Modus ermöglicht es mehreren Spielern, zusammen auf einer Welt zu spielen und zu kommunizieren. Auf Mehrspieler-Servern gibt es z.B. die Möglichkeit, mit Server-Befehlen die Zeit zu manipulieren oder Spieler zu teleportieren. Auf einigen dieser Server gibt es bestimmte Regeln oder Wettbewerbe, bei denen eine Vielzahl von Spielern teilnehmen können. So gibt es zum Beispiel einige, die den Tödlichen Spielen (Hunger Games) oder Battlefield ähneln. Des Weiteren kann PvP aktiviert werden. Es ist jedem erlaubt, einen für Spieler kostenlosen Server zu betreiben. Um einem Server beizutreten, müssen die IP-Adresse bzw. die Internetadresse und der Port des gewünschten Servers bekannt sein. Seit der finalen Version 1.3 laufen Einzelspieler-Welten als eigene Server, sodass es möglich ist, mit anderen Spielern in einem Local Area Network zusammen zu spielen.

Es gibt Hosting-Anbieter, die vorkonfigurierte Minecraft-Server gegen Gebühr (meist monatlich) bereitstellen. Über Servermodifikationen, wie Spigot, Bukkit oder CanaryMod, können Minecraftserver um zusätzliche Funktionalitäten erweitert werden. Dies geschieht über Plugins auf dem Server. Oftmals werden somit Funktionen, wie etwa das Schützen von Bereichen vor Veränderung, Implementierung eines Wirtschaftssystems oder die Zuweisung von Berechtigungen an einzelne Spieler, bereitgestellt. Mithilfe von Plugins werden auch sogenannte Minispiele realisiert. Außerdem ist es möglich, mit Programmen wie BungeeCord schnell zwischen mehreren Servern zu wechseln. So sind riesige Server-Netzwerke mit mehreren tausend Spielern, die gleichzeitig online sind, entstanden. Unter dem Namen Minecraft Realms bietet Mojang eigene Gameserver an. Der Spieler kann dadurch mit minimalem Aufwand einen eigenen Server betreiben. Dies ist jedoch kostenpflichtig.

Unendliche Welten

Minecraft ist ein Open-World-Spiel, das 2009 veröffentlicht wurde. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Erkundung und Entdeckung der von Höhlen und Dungeons durchzogenen Spielwelt sowie dem Bau eigener Gebäude und Vorrichtungen. Der Spieler kann Rohstoffe abbauen („Mine“), diese zu anderen Gegenständen weiterverarbeiten („Craft“) und gegen Monster kämpfen.

Das Spiel gibt allerdings eine Reihe von Aufgaben (sogenannte „Erfolge“) vor, die unter anderem den Einstieg in das Spiel erleichtern sollen. Minecraft wird standardmäßig aus der Egoperspektive, aber mit der Möglichkeit, in die Third-Person-Perspektive zu wechseln, gespielt. Der Spieler kann sich frei in der Minecraft-Spielwelt bewegen. Sie wird prozedural generiert und ist, in der PC-Version, praktisch unendlich groß. Die Welten in allen anderen Versionen sind räumlich begrenzt. Es lassen sich beliebig viele unterschiedliche Welten abspeichern.

Die Gesetze der Physik sind im Spiel teilweise aufgehoben. Beispielsweise unterliegen die meisten Blöcke während des Bauens nicht der Schwerkraft, sondern schweben scheinbar schwerelos. Wasser und Lava sind die einzigen Flüssigkeiten. Sie können fließen und haben eine Quelle. Schaltkreise können mit Hilfe von Redstone-Kabeln gebaut werden. So lässt sich beispielsweise ein Schalter zum Öffnen einer Tür bauen; und sogar ein einfacher Prozessor kann in Minecraft nachgebildet werden.

Auch wenn Aufräumen nicht gerade dazu gehört, kombiniert Minecraft trotz seines einfachen Aussehens viele Aspekte, die Kinder faszinieren: der Spieler kann Herr seiner eigenen vier Wände sein, die sich beliebig gestalten lassen. Ein Fußboden aus Glas? Ein Baum im Wohnzimmer? Ein Schwein in der Abstellkammer? Kein Problem. Die Monster hingegen bieten den Anreiz sich zu verteidigen, immer bessere und optisch ansprechendere Waffen und Rüstungen zu bauen, um sich in der Welt behaupten und bewähren zu können. Dazu muss sich der Spieler aus Erkundungstouren begeben - das Erforschen der Spielwelt macht einen großen Reiz aus.

Sobald die Grundmechanik des Auf- und Abbaus der Blöcke verstanden wurde, entfaltet sich auch für jüngere Kinder das Spaß- und Lernpotenzial, weil nun quasi eine Riesenkiste Lego zur Verfügung steht, mit der man nach Herzenslust bauen kann. Je nach Antrieb kann dies kreatives Denken, Entwickeln von Lösungsstrategien, Organisation und Planung, sowie auch Frustrationstoleranz fördern.

So wird Minecraft auch in Bildungseinrichtungen verwendet. Um Schulen den Zugriff auf Minecraft zu ermöglichen, wurde 2011 die Organisation „MinecraftEdu“ gegründet. Auch Firmen wie Google entwickeln Modifikationen für Minecraft, wie zum Beispiel „qCraft“ die mit „Minecraft“ und „MinecraftEdu“ kompatibel ist. In einer schwedischen Schule ist das Spiel sogar Pflichtfach.

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