Jaroslav Nymursky/pexels
GTA 6: Wie Eltern mit dem GTA-Hype umgehen können
Themen
GTA 6: Was steckt hinter dem Hype?
Mit GTA VI (GTA 6) erscheint im November nach über 13 Jahren ein neuer Teil der beliebten Spielreihe. Der Release von GTA 6 wurde bereits mehrfach verschoben, weshalb das Spiel in der Gaming-Community besonders sehnlichst erwartet wird. Daraus sind Memes entstanden, die viele Jugendliche auf Social Media nutzen, wenn etwas besonders lange gedauert hat. Zum Beispiel: „Oasis Reunion vor GTA 6“.
Bereits 2025 wurde ein Trailer des neuen Spiels auf YouTube veröffentlicht, der innerhalb weniger Stunden mehrere Millionen Aufrufe erreichte. Auch auf Social Media wurde der Trailer schnell verbreitet und viel diskutiert. Ende August 2026 folgte ein rund 27-minütiger Einblick in das Spiel, der zunächst auf Netflix veröffentlicht wurde und dort Platz 1 der Film-Charts belegte.
Am 19. November endet das Warten für GTA-Fans. Das Spiel erscheint zunächst für Xbox Series und PlayStation 5. Für Kinder und Jugendliche ist GTA 6 allerdings nicht geeignet. Die USK gibt das Spiel erst ab 18 Jahren frei. Dennoch werden Minderjährige dem Spiel wahrscheinlich begegnen, etwa in Twitch-Streams von GamerInnen, die zeigen, wie sie GTA 6 spielen, sowie auf Instagram, TikTok und YouTube. Einen Schutz, dass Kinder und Jugendliche nicht mit GTA 6 in Berührung kommen, gibt es also nicht.
GTA 6: Was ist „Grand Theft Auto“?
„Grand Theft Auto“, kurz GTA, ist eine Spielereihe des Entwicklers Rockstar Games. Der Name lässt sich etwa mit „schwerer Autodiebstahl“ übersetzen. Es handelt sich um sogenannte Open-World-Actionspiele: SpielerInnen bewegen sich frei durch eine große, virtuelle Stadt, erledigen Missionen und können die Umgebung nach Belieben erkunden.
Im Mittelpunkt stehen kriminelle Machenschaften. Die Spielfigur kann Menschen ausrauben, illegale Autorennen fahren und Morde begehen. Auch abseits von Missionen können SpielerInnen PassantInnen überfahren, Autos stehlen oder Schießereien anfangen.
Das erste Spiel der GTA-Reihe erschien bereits 1997. Seitdem gehören die Spiele zu den beliebtesten Computerspielen weltweit. Mit GTA V erschien 2013 auch „GTA Online“, ein Mehrspielermodus. Bei GTA Online wird die Spielwelt ständig erweitert. SpielerInnen können diese gemeinsam mit bis zu 30 anderen SpielerInnen erkunden.
Die Hauptteile der GTA-Reihe wurden von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) erst ab 18 Jahren freigegeben. Vereinzelte Sondereditionen sind mit der USK ab 16 gekennzeichnet.
Was sind die Risiken von GTA für Kinder und Jugendliche?
Schießereien, Schlägereien und Morde sind fester Bestandteil von GTA – das wird auch bei GTA 6 nicht anders sein. Die USK nennt „drastische Gewalt“, die durch eindeutige Bilder stark in den Fokus gerückt wird, als Begründung für die Freigabe des neuen Spiels ab 18 Jahren. Für Kinder und Jugendliche können solche Darstellungen verstörend oder verängstigend wirken. Die Bilder können unter bestimmten Voraussetzungen aber auch dazu führen, dass Gewalt von Heranwachsenden normalisiert oder sogar idealisiert wird.
Neben Gewalt ist Kriminalität ein zentrales Thema bei GTA. Die Spielfigur muss fortlaufend illegale Missionen erfüllen und legt sich dafür auch regelmäßig mit der Polizei an. Einbrüche, Autorennen und Rivalitäten zwischen kriminellen Gangs gehören bei GTA dazu. Auch für GTA 6 nennt die USK „kriminelle Rollenbilder“ als Begründung für die Bewertung. Die Kriminalität wird unkritisch oder abenteuerlich dargestellt und kriminelle Organisationen werden sogar glorifiziert. Kinder und Jugendliche können den Eindruck gewinnen, dass illegale Machenschaften Spaß machen und ein legitimes Geschäftsmodell sind.
Zu der von Kriminalität und Gewalt geprägten Welt in GTA gehört auch der Konsum und Verkauf von Drogen. Auch hier gibt es keinerlei Einordnung. Allein in dem 27-minütigen Teaser von GTA 6 gibt es zwei Szenen, in denen Drogen hergestellt oder konsumiert werden. Auch die Begründung der USK für GTA 6 geht in diese Richtung. Solche Darstellungen vermitteln den Eindruck, dass Drogenkonsum und -handel nicht nur zum Alltag in der Spielwelt gehört, sondern auch zur eigenen Lebenswirklichkeit.
Bei GTA fahren muskelbepackte Männer in großen Autos umher und regeln ihre Geschäfte „auf die harte Tour“. Die Frauen hingegen treten oft lediglich als Hintergrundcharaktere auf, in knapper Kleidung oder als Prostituierte. Die Rollenbilder in GTA zeigen: Frauen sind Lustobjekte, die herabgewürdigt werden, während Männer als hart, stark und gewaltbereit dargestellt werden. In GTA 6 wird eine der Haupt-Spielfiguren eine Frau sein. Wie sich das auf Geschlechterstereotype im Spiel auswirkt, bleibt abzuwarten.
GTA 6 wird von der USK zurecht ab 18 Jahren eingestuft. Für Minderjährige ist das Spiel aus den genannten Gründen nicht geeignet. Ob und in welcher Form diese Risikofaktoren das Verhalten und die Einstellungen der Jugendlichen beeinflussen, hängt allerdings auch von sozialen und persönlichen Faktoren der Spielenden ab. Die GTA-Spiele bedienen sich zwar auch satirischer Elemente und bewusst überspitzer Charaktere, was die Risikofaktoren teilweise in ihrer Wirkung mindern kann, das ist für Kinder und Jugendliche jedoch nur schwer zu erkennen.
Kindersicherung einstellen: Ist GTA 6 für Kinder und Jugendliche geeignet?
GTA 6 richtet sich wie seine Vorgänger an Erwachsene und ist nicht für Kinder und Jugendliche geeignet. Die USK gibt das Spiel ab 18 Jahren frei. GTA 6 ist auf der PlayStation 5 und der Xbox Series verfügbar.
Stellen Sie also sicher, dass die Kinder- und Jugendschutzeinstellungen für den Account Ihres Kindes an Ihrer Konsole eingeschaltet sind. Sowohl PlayStation als auch Xbox ermöglichen Einstellungen, bei denen Kinder ihren Eltern bei neuen Spiele-Käufen zunächst eine Anfrage zur Freigabe senden müssen. Auch die Möglichkeit einer Alterssperre für Spiele besteht. So können Sie verhindern, dass Ihr Kind GTA 6 trotz Altersbeschränkung herunterlädt.
Wie Sie die Kindersicherung bei PlayStation 5 einrichten, erfahren Sie auf medien-kindersicher.de. Auf der Website von Xbox finden Sie eine Anleitung, wie Sie den Jugendschutz Ihrer Xbox-Konsole einstellen können.
Vollständig verhindern, dass Ihr Kind mit GTA-Inhalten in Berührung kommt, können Sie aber wahrscheinlich nicht. Auf dem Schulhof und auf Social Media ist das Spiel schon vor der Veröffentlichung ein beliebtes Thema. Bleiben Sie deshalb im Gespräch mit Ihrem Kind und zeigen Sie Interesse an dem Spiel.
GTA 6: Tipps für Eltern und Erziehende
SICH SELBST EIN BILD MACHEN
Wenn Sie verstehen wollen, worum es bei GTA geht und mit Ihrem Kind darüber sprechen möchten, machen Sie sich am besten selbst ein Bild. Dafür müssen Sie das Spiel nicht kaufen, Clips auf YouTube reichen für einen ersten Eindruck aus. Für GTA 6 gibt es einen fast halbstündigen Teaser, der Einblicke in das neue Spiel gibt – und deutlich zeigt, warum es nichts für Kinder und Jugendliche ist.VERBOT BEGRÜNDEN
Ein klares „Nein“ kann notwendig sein. Versuchen Sie mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, was gegen GTA spricht, und warum Sie nicht möchten, dass Ihr Kind das Spiel spielt. Die Kriterien der USK können dabei helfen, eine klare Linie zu ziehen.ÜBER INTERESSEN UND FASZINATIONEN SPRECHEN
Auch wenn Ihr Kind GTA nicht zu Hause spielen darf, hat es bestimmt schon mal Spielausschnitte im Internet oder bei FreundInnen gesehen. Sprechen Sie gemeinsam darüber, was daran für Ihr Kind interessant ist und was das Gesehene mit Ihrem Kind macht. Das kann dabei helfen, passende Alternativen zu finden.GEEIGNETE ALTERNATIVEN SUCHEN
Wenn Ihr Kind die Autorennen oder das freie Erkunden einer Stadt bei GTA besonders interessant findet, gibt es altersgerechte Alternativen, die weniger Gewalt und Kriminalität enthalten. Beim Spielratgeber NRW finden Sie Inspiration für kindgerechte Spiele, die pädagogisch getestet und eingeordnet wurden. Sie können nach Alter, Konsole und Genre filtern und so das passende Spiel für Ihr Kind finden.GRUPPENDRUCK UND WÜNSCHE ERNST NEHMEN
Auch wenn Ihr Kind vielleicht nachvollziehen kann, warum es die Spiele und auch das neue GTA 6 nicht spielen darf, kann es dennoch schwerfallen, sich an die Regeln zu halten – insbesondere dann, wenn FreundInnen das Spiel selbst schon spielen und einen Hype auf dem Schulhof oder in den Online-Kreisen Ihres Kindes erzeugt. Nehmen Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes ernst und bieten Sie Gespräche an. Sie können bei Ihrem Standpunkt bleiben und trotzdem Verständnis für den Wunsch Ihres Kindes zeigen. Ein Gespräch mit anderen Eltern über den Umgang mit dem Spiel oder Regeln für den Klassenchat können außerdem helfen.