JIM-Studie 2025: Jugendliche fast vier Stunden täglich am Smartphone

Digitale Medien werden selbstverständlich täglich von Jugendlichen genutzt – das zeigt die JIM-Studie 2025. Im Schnitt verbringen sie fast vier Stunden pro Tag am Smartphone und vielen fällt es schwer, das Gerät wegzulegen. Die Zahlen zeigen außerdem: Fake News, fragwürdige Trends und KI sind feste Bestandteile ihres digitalen Alltags. Welche Ergebnisse sind für Eltern wichtig? Wir haben die zentralen Ergebnisse der Studie zusammengefasst.

Ein Teenager liegt mit einem Smartphone in der Hand auf dem Sofa.
Cottonbro Studio/Pexels

Die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) bildet seit 1998 das Medienverhalten von Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 Jahren ab. Auch in diesem Jahr wurden 1.200 Jugendliche vom Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest (mpfs) befragt.

Wenig überraschend zeigt die Studie: Fast alle Jugendlichen besitzen ein eigenes Smartphone, 98 Prozent nutzen es regelmäßig und 89 Prozent sind täglich online. Neu ist, dass die Studie echte Smartphone-Bildschirmzeiten erfasst: Im Durchschnitt sind Jugendliche drei Stunden und 51 Minuten pro Tag am Handy. Bei den Jüngsten (zwölf bis 13 Jahre) sind es zwei Stunden und 46 Minuten, bei den Ältesten (18 bis 19 Jahre) sogar über viereinhalb Stunden.

Digitale Überforderung: Was die JIM-Studie über Ablenkung zeigt

Viele Jugendliche spüren, dass sie ihr Smartphone nur schwer weglegen können: Die Mehrheit (68 Prozent) verbringt öfter mehr Zeit am Handy, als geplant, obwohl 67 Prozent angeben, Phasen ohne Gerät – Medienpausen – bewusst zu genießen. Drei von zehn Jugendlichen sind im Durchschnitt morgens müde, weil sie nachts zu spät aufgehört haben zu scrollen und 44 Prozent lassen sich bei den Hausaufgaben regelmäßig ablenken – besonders die Älteren.

Risiken im Netz: Fake News, Hate Speech und unangenehme Inhalte

Zwei Drittel der Jugendlichen begegneten im letzten Monat Fake News, und auch beleidigende Kommentare sowie extreme politische Ansichten sind weit verbreitet. 28 Prozent berichten von ungewolltem Kontakt zu pornografischen Inhalten, auch mit Verschwörungstheorien werden die Zwölf- bis 19-Jährigen konfrontiert. Nur 17 Prozent sagen, dass sie von solchen Erfahrungen vollständig verschont geblieben sind – im Vorjahr waren es noch 23 Prozent.

KI-Nutzung unter Jugendlichen: ChatGPT & Co. laut JIM-Studie 2025

Künstliche Intelligenz gehört für viele Jugendliche selbstverständlich zum Alltag, besonders beim Lernen und Recherchieren. ChatGPT wurde von 84 Prozent bereits genutzt, viele davon nutzen die Anwendung mehrmals pro Woche. Auch andere KI-Tools wie Google Gemini oder Meta AI sind verbreitet. KI kommt vor allem bei Hausaufgaben zum Einsatz: Mehr als Dreiviertel der Jugendlichen (74 Prozent) nutzen KI dafür. Noch deutlicher ist der Anstieg bei der Informationssuche: 70 Prozent nutzen KI für Recherchen, 2024 waren es erst 43 Prozent. Über die Hälfte hält KI-Antworten für vertrauenswürdig, obwohl Chatbots nach wie vor häufig Fehler machen.

Social Media, WhatsApp und InfluencerInnen

WhatsApp ist mit großem Abstand die wichtigste App der Jugendlichen und fast alle nutzen täglich Text- und Sprachnachrichten sowie Emojis, GIFs und Sticker. Funktionen wie Kanäle oder Communitys spielen bisher kaum eine Rolle. Snapchat wird häufiger genutzt als TikTok, liegt aber hinter WhatsApp und Instagram. Ein wachsender Teil der Jugendlichen informiert sich über Social Media auch zu aktuellen Ereignissen: Rund ein Drittel folgt InfluencerInnen, die Nachrichten erklären. Besonders interessieren die Jugendlichen derzeit Themen wie Krieg, Klimawandel und Politik – auch internationale Entwicklungen wie die Situation in den USA.

Heranwachsende nutzen noch viele weitere digitale Angebote: 83 Prozent schauen regelmäßig Videos im Internet, etwa auf YouTube, und ein Großteil streamt mehrmals pro Woche Serien oder Filme. Auch Gaming gehört fest dazu: 94 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen spielen zumindest gelegentlich digitale Spiele, im Schnitt rund 88 Minuten pro Werktag.

Was Eltern aus der JIM-Studie lernen können

Ein guter Umgang mit digitalen Medien entsteht vor allem dann, wenn Eltern echtes Interesse an der Onlinewelt ihrer Jugendlichen zeigen. Viele Entwicklungen beginnen schon im Grundschulalter, deshalb ist es wichtig, auch schon jüngeren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien beizubringen. Dort legen Eltern die Grundlage für eine sichere Mediennutzung im Teenageralter: Mit von Anfang an verlässlichen Absprachen und Regeln zur Mediennutzung in der Familie, altersgerechten Angeboten und der Begleitung ihrer Eltern bei den ersten Schritten mit Medien.

Wenn Kinder älter werden, nutzen sie digitale Medien immer selbstständiger. Aber sie brauchen immer noch die Unterstützung ihrer Eltern, gerade bei der Einordnung von Fake News und Falschaussagen von KI, Werbung oder Kostenfallen. Wer regelmäßig nachfragt, was gerade gespielt, geschaut oder geteilt wird, signalisiert Interesse – und Heranwachsende sprechen eher offen über das, was sie beschäftigt. Statt pauschaler Verbote hilft es, gemeinsam darüber zu sprechen, wie man Medien reflektiert nutzt, Pausen einlegt und Grenzen einhält, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Wichtig ist auch, Kinder und Jugendliche vorzeitig und klar über mögliche Risiken wie Cybergrooming oder Mobbing aufzuklären.